Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Das war zu wenig Regen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Das war zu wenig Regen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:06 12.07.2018
Nur wenige Millimeter ist der Wasserstand im Ruppiner See durch die Regentropfen der vergangenen Tage gestiegen Quelle: dpa
Anzeige
Neuruppin

Viel Entspannung hat der Regen nicht gebracht, sagt Holger Lettow, der Geschäftsführer des Gewässerunterhaltungsverbandes Oberer Rhin/Temnitz. „In Alt Ruppin sind gerade einmal 14 Millimeter gefallen“, rechnet Lettow nach. Das reicht nicht im Ansatz, die Trockenheit auszugleichen, die die Region seit Wochen heimsucht.

Lettow beobachtet die Entwicklung aufmerksam. Sein Verband ist dafür zuständig den Wasserstand im Ruppiner See und den angrenzenden Seen rund um den Rhin zu regeln. Er muss dafür sorgen, dass die Pegel nicht zu sehr fallen, egal wie trocken es rundherum ist.

Abfluss aus dem Ruppiner See gedrosselt

Am Montag hat der Gewässerunterhaltungsverband die Reißleine gezogen und den Abfluss des Wassers aus dem Ruppiner See drastisch gedrosselt. Die Wehre am südlichen Ende des Sees in Wustrau und Altfriesack wurden weiter geschlossen.

Der Wasserstand des Sees war in den vergangenen Wochen bereits so stark gesungen, dass er nur noch wenige Zentimeter von der vorgeschrieben Minimalmarke entfernt war. Am Sitz des Gewässenunterhaltungsverbandes in Alt Ruppin betrug der Unterschied noch zwei Zentimeter, im Ruppiner See waren es etwa acht, schätzt Lettow. Der Regen, der seit Dienstagnacht über der Region niedergegangen ist, hat den Wasserregulierern etwas Luft verschafft, doch lange wird diese nicht reichen.

Holger Lettow bleibt gelassen

Doch während die Bauern landauf landab über die Dürre stöhnen, bleibt Holger Lettow gelassen. „Solche Situationen hatten wir in den vergangenen Jahren schon öfter“, sagt er. Selbst wenn die Sonne weiter brennt: Dass der Pegel in den Seen zu sehr fallen könnte, ist erst einmal nicht zu befürchten. Zum einen gebe es immer noch Zuflüsse wie den Kleinen Rhin, die Dömnitz oder die Kunster, die auch bei Trockenheit Wasser aus großen Gebieten in den See führen. Zum anderen bekommt das Ruppiner Land notfalls auch Wasser aus der Müritz.

Das ist wichtig, um zum Beispiel den Pegel im Grienericksee in Rheinsberg zu halten. Fällt der zu sehr, könnte im schlimmsten Fall sogar das Schloss in Gefahr sein. Das steht auf jahrhundertealten Holzfpfählen im sumpfigem Grund. So lange die Pfähle unter Wasser liegen, ist alles gut.

Gefahr für Schloss Rheinsberg

Wenn der Wasserstand fällt und Luft ans Holz kommt, beginnt es aber zu faulen. Das wäre ganz schlecht. Doch auch dafür sieht Lettow derzeit keine Gefahr. Noch hat Mecklenburg-Vorpommern so viel Wasser, dass es Brandenburg helfen kann. „Aber so langsam wird es auch dort knapper“, sagt Lettow.

Auch Helmut-René Philipp, der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Fehrbellin, der für knapp 50.000 Hektar verantwortlich ist, sieht derzeit keine Entspannung für das Rhinluch. In Fehrbellin waren in der Nacht zum Mittwoch gerade einmal 8,4 Millimeter Regen je Quadratmeter niedergegangen. „Das ist nicht weltbewegend.“

Das Rhinluch bräuchte viel mehr Wasser

Auch der Blick auf verschiedene Wetterapps bringt Philipp nicht weiter. Mal sind für die Region 12, mal 17, mal 30 Millimeter Regen vorhergesagt. Ganz abgesehen davon, dass selbst das nichts an der Situation im Rhinluch ändern wurde, glaubt Philipp mit einem Blick aus dem Fenster gar nicht, dass bald wieder regnet. Scheint doch längst wieder die Sonne.

Den letzten richtigen Regen gab es in Fehrbellin vor gut vier Wochen als Anfang Juni ein schweres Gewitter durch die Region zog – mit ausgiebigem Regen. 45 Millimeter je Quadratmeter wurden gemessen.„Das war schon hilfreich“, sagt Philipp. Aber seitdem sieht es mau aus. Lediglich am 24. Juni seien noch mal 13,5 Millimeter Niederschlag gefallen.

Hoffnung nur noch für Kartoffeln und Mai

„Wir können nur abwarten und hoffen, dass es bald wieder regnet“, sagt Philipp. Für das Gros der Ernte komme der aber sowieso schon zu spät. „Das Getreide ist schon vertrocknet.“ Lediglich die Kartoffeln und der Mais könnten vielleicht davon noch profitieren. „Das Luch braucht mehr Wasser“, so Philipp.

Möglicherweise gibt es dafür Hoffnung: Die Wetterfrösche sagen für heute und morgen etwas Regen vorher.

Von Reyk Grunow und Andreas Vogel

Ein Hausboot ist keine bauliche Anlage. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in einem Eilverfahren entschieden und eine Entscheidung des Bauamtes in Neuruppin gekippt.

11.07.2018

Wegen einer Bombenwarnung durfte mehr als vier Stunden kein Auto auf die Raststätte Linumer Bruch an der A 24. Kurz nach 11 Uhr gab die Polizei Entwarnung.

13.07.2018

Der MC Dreetz und die Gemeinde Dreetz haben einen neuen Pachtvertrag über die örtliche Motocross-Strecke abgeschlossen. Er gilt für 15 Jahre und ermöglicht so weitere Investitionen in den Sport.

09.07.2018
Anzeige