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Ostprignitz-Ruppin Zu wenige Tiere in der Mark
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zu wenige Tiere in der Mark
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00:19 24.11.2017
Beim Kreisbauerntag am Dienstag wählten die Mitglieder des Kreisbauernverbands den neuen Vorstand. Neuer, alter Chef ist Sven Deter. Quelle: Cornelia Felsch
Fretzdorf

Seine Garderobe hat der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Ostprignitz-Ruppin, Sven Deter, für den Kreisbauerntag ganz bewusst ausgewählt. Ein dunkelgrauer Anzug und einen bunten Schlips, auf dem viele Kühe zu sehen sind. „Damit will ich ein Zeichen setzen“, sagte der Rinderzüchter, der an diesem Tag von den neu gewählten Vorstandsmitgliedern zum neuen, alten Verbandschef gekürt wurde.

„Viele Tierhalter haben in der Mark Brandenburg bereits aufgegeben und diese Phase ist noch nicht zu Ende.“ Damit war der Verbandschef des Landkreises auch schon bei einem der wichtigsten Themen angelangt, der Tierhaltung. Deter kritisierte in seinem Rechenschaftsbericht den drastischen Rückgang der Schweine- und Rinderzahlen in Brandenburg. „Wir haben mittlerweile viel zu wenige Tiere, um die Bevölkerung in Brandenburg und Berlin zu versorgen und auch zu wenige, um unsere Böden ausreichend mit Nährstoffen anreichern zu können.“ Der Begriff der Massentierhaltung ist dennoch in aller Munde. Im Kreis Ostprignitz-Ruppin ist die Zahl der Milcherzeuger in den vergangenen zwei Jahren von 56 auf 28 im September dieses Jahres gesunken. Ein Zeichen, dass dringend etwas geschehen muss, um den Milcherzeugern mehr Sicherheit zu geben.

Lieferbedingungen zu Lasten der Milchbauern

Sven Deter führte das Schweizer Beispiel an. Dort sind ab 1. Januar 2018 alle Milchkäufer dazu verpflichtet, bis zum 20. Tag eines Monats ihren Milchlieferanten die ­Konditionen über die Menge und den Preis für den kommenden ­Abnahmemonat mitzuteilen. Derartige Regelungen gibt es in Deutschland noch nicht, allerdings hat das Bundeskartellamt bereits Kritik an den starren Lieferbedingungen geübt, die zu Lasten der Bauern gehen.

Auch die Ernteergebnisse boten in diesem Jahr keinen Grund zum Jubel. „Wir hatten eine durchschnittliche Ernte“, sagte Sven Deter. „Die Fröste im zeitigen Frühjahr haben uns nicht all zu sehr geschadet, das bekommen wir jetzt nur an der fehlenden Obstversorgung zu spüren.“ Wesentlich dramatischer wirkten sich allerdings die hohen Niederschlagsmengen aus, die für die Bauern weitreichende Folgen hatten. Gespräche mit den Wasser- und Bodenverbänden stehen demnächst noch an. „Wir werden unsere Forderungen vorbringen“, sagte Deter, der sich kritisch dazu äußerte, dass die Pegelstände nicht geändert wurden und das Wasser von den Äckern nicht abfließen konnte.

Rapserträge waren schlecht

Wenig zufrieden zeigte sich der Landwirt über die Rapserträge, die im Landkreis Ostprignitz-Ruppin bei 27 Dezitonnen pro Hektar lagen. Ein schlechter Wert, aber dennoch der zweitbeste im Land nach der Uckermark. „Daran sehen wir, dass die fehlende Beize der Kohlfliege gut tut, aber nicht den Beständen.“ Viele Bauern haben bereits beschlossen, ihren Rapsanbau zu reduzieren, doch dann müssen Alternativen her. Gut gewachsen sind in diesem Jahr die Kartoffeln, das Problem war allerdings die Ernte. Viele Kartoffeln sind auf dem Feld verfault, weil sie nicht geerntet werden konnten.

Glyphosat, Wolf, Blühstreifen, Gülleverordnung und die pünktlichen Direktzahlungen an die Landwirte bis Ende des Jahres waren weitere Themen, die die Gemüter erhitzten. Irene Kirchner vom Brandenburger Landwirtschaftsministerium versicherte, dass die Blühstreifenförderung zumindest geprüft werde, eine Förderung in dieser Periode aber nicht mehr möglich sei.

Hellmut Riestock, Geschäftsführer der Rhinmilch in Fehrbellin forderte, dass Landwirte durch Versicherungen für Naturgewalten abgesichert werden sollten. Sein Betrieb erlitt durch die hohen Niederschläge in diesem Sommer einen Schaden von rund einer Million.

Von Cornelia Felsch

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