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Ostprignitz-Ruppin Pilzzucht-Seminar in Kuhlmühle
Lokales Ostprignitz-Ruppin Pilzzucht-Seminar in Kuhlmühle
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00:32 23.04.2015
Pilzzuchtdozent Danny Kaulitz (M.) vermittelte anschaulich und praxisnah die Grundkenntnisse des Pilzanbaus. Quelle: Christamaria Ruch
Kuhmühle

"Pilze sind rätselhaft, aber gelten auch als hochwertige Produkte." Tilo Kaiser ist mit Heft und Stift gewappnet und möchte in die Geheimnisse der Pilzzucht vordringen. Im Zentrum für soziale und ökologische Nachhaltigkeit in Kuhlmühle besuchte er am Wochenende einen dreitägigen Workshop zum Pilzanbau.

15 Frauen und Männer aus dem gesamten Bundesgebiet fanden den Weg nach Kuhlmühle. Damit war der Workshop restlos ausgebucht und zeigte: Delikatesspilze sind bei Genießern gefragt. Austernpilze oder Shiitake gehören auf dem Markt zu den teuren Produkten. An dieser Stelle setzte der Kurs an. "Pilzzucht ist ein Bereich mit konkreter Selbstversorgung", sagt Simon van der Velden. Er lebt seit vier Jahren in Kuhlmühle, arbeitet im Zentrum für Nachhaltigkeit und entwickelte die Idee für dieses Seminar. Auch er gibt zu: "Pilze sind für viele geheimnisvoll, doch wer sich damit beschäftigt, kann relativ einfach Nahrungsmittel im Delikatessbereich selbst produzieren." Ihm liegt am Herzen, dass "Leute zur Eigenermächtigung ertüchtigt werden und somit die Kultur des Selbermachens pflegen." Mit Danny Kaulitz steht an dem Wochenende ein promovierter Biochemiker bereit. Er arbeitet seit 2013 als freier Pilzzuchtdozent und vermittelt in Kursen die Grundlagen.

Das linke Glas zeigt frische Pilzbrut. Bis zum Entwicklungsstand im rechten Glas vergehen mehrere Wochen. Quelle: Christamaria Ruch

"Pilzzucht ist ein Nischenthema und wird an Universitäten kaum gelehrt", so der 33-jährige Danny Kaulitz. Ihn trieb schon während des Studiums "der Forschergeist an, die Laborarbeit war reizvoll und die Methode der Pilzzucht interessant". Dabei stand für ihn seit jeher im Vordergrund: "Wie kann mit einfacher Steriltechnik zu Hause Pilzzucht betrieben werden?" Daraus entwickelte er seit 2012 die Seminare.

Egal, ob die Kulturen auf Stroh oder Baumstämmen wachsen, Ernteerfolge stellen sich recht bald ein. "Es gibt für jede Jahreszeit geeignete Pilze." Austernpilze rangieren an erster Stelle. "Austern sind für den Einstieg in die Pilzzucht ideal, weil sie ein breites Substratspektrum bieten. Außerdem stehen sie in verschiedenen Kulturen bereit." Kaulitz greift zur Schippe und schaufelt Strohpellets in eine Plastiktüte. Anschließend kippt er Pilzsubstrat von Austern, Gips und eine abgemessene Menge Wasser hinzu, vermischt alles und verschließt die Tüte. Schon nach wenigen Minuten beginnen die Pellets aufzuquellen. Später füllen sie den gesamten Platz in der Tüte aus. Die Frauen und Männer haken immer wieder nach. "Die Truppe ist wirklich sehr wissbegierig", lobt der Dozent.

Pilzkunde

Bei der Pilzzucht werden Speise- und Medizinalpilze unterschieden.

Champignonzucht ist in Deutschland etabliert. Austernpilze oder Shiitake sind Nischenprodukte.

In Asien rangieren Enoki und Shiitake an erster Stelle bei den Speisepilzen. Dort wird auch in großem Umfang auf die Heilwirkung von Pilzen gesetzt.

In Deutschland wird der aus Asien stammende Glänzende Lackporling (Reishi) zu Tee verarbeitet. Reishi ist eines der ältesten Heilmittel.

Wer sich für die Pilzkultur auf Stroh entscheidet, erntet schon nach einem Monat die erste Mahlzeit. "Damit sind jedoch nur zwei bis drei Ernten möglich, anschließend kann das Substrat kompostiert werden", sagt der Dozent. Im Gegensatz dazu wachsen Pilzkulturen auf Baumstämmen zwar langsam. Dafür kann dort aber bis zu sieben Jahre lang regelmäßig eine Ernte erfolgen.

Von Christamaria Ruch

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