Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Zuckerfest mit reichlich Speis’ und Spiel
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zuckerfest mit reichlich Speis’ und Spiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:16 30.06.2017
Viel Spaß hatten die Kinder beim Seifenblasen-Spiel. Quelle: Karoline Waack
Anzeige
Wittstock

Neugier, Begegnung, Begeisterung und Spaß, das versprachen sich die ehrenamtlichen Organisatoren des Zuckerfests in Wittstock in der Gröperstraße – und sie wurden nicht enttäuscht. „Man muss die Leute mit ins Boot holen“, sagte Eva Mutschischk, die ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätig ist. Sie habe sich schon daran gewöhnt, dass Menschen auf der Straße sie pikiert ansähen, wenn sie sich mit Geflüchteten herzlich begrüße. „Um die Leute einander vertraut zu machen, gibt’s im Catharina-Dänicke-Haus einmal im Monat eine Nachmittagsveranstaltung, zum Beispiel das Herbst- oder Weihnachtsbasteln.“ Oder sie richten gemeinsam Feste aus. „Das klappt immer“, pflichtet Irina Tolmatsch fröhlich bei. „Jeder bringt etwas mit, und dann biegen sich die Tische.“ Auch sie hilft schon das zweite Mal dabei, dieses Fest auszurichten.

Blick auf die reich gedeckten Tische. Quelle: Karoline Waack

Das Buffet könnte reicher und bunter nicht sein mit Speisen aus Syrien, Tschetschenien, Afghanistan … Neben den Tischtafeln spielen Sabine Radert und Tina Napierala vom Verein Windpferd mit den Kindern. Auch Wittstocks Pfarrer Nikolai Jünger läuft auf Stelzen.

Diznar Haso ist zum ersten Mal auf dem Fest. In fließendem Deutsch erzählt der Arabischlehrer aus Syrien, dass er schon seit zwei Jahren in Deutschland ist. Er hat hier schon bei einer türkischen Firma gearbeitet. Zur Zeit absolviert er ein freiwilliges soziales Jahr in einem Sonntagscafé und unterrichtet Arabisch an der Volkshochschule. Er würde gern in Deutschland bleiben. Obwohl er schon seit zwei Jahren hier wohnt, soll er wieder in das Erstankunftsland in der EU nach Bulgarien abgeschoben werden.

Birgit Gleixner und ihre Tochter Josephine sitzen zusammen mit den Geschwistern Bozan, Hevi und Achmed an einem Tisch. Alle sind zum ersten Mal auf dem Fest. Die Geschwister sagen, dass dieses Zuckerfest genauso fröhlich ist, wie sie es aus Syrien kennen. Sie wurden im Wohnverbund eingeladen, Birgit Gleixner hat aus der Zeitung davon erfahren. „Ich dachte mir, dass das eine schöne Idee ist. Man kennt die Kinder von Zuwanderern aus dem Kindergarten meiner Tochter, aber mit den Eltern hat man wenig zu tun.“ Pflegemutter Gleixner bedauert: „Schade, dass man in OPR keine minderjährigen Flüchtlinge als Pflegekinder aufnehmen kann.“

Jalila und ihre drei Kinder. Selbst Pfarrer Nikolai Jünger (v.l.n.r.) probierte den Stelzenlauf. Quelle: Karoline Waack

Wer außerhalb der Feste mit Zuwanderern in Kontakt kommen möchte, kann sich beim Catharina-Dänicke-Haus, in der Kirchengemeinde und beim Wohnverbund in der Gröperstraße nach Möglichkeiten erkundigen. Auch das B3-Center sucht ehrenamtliche Mitarbeiter.

Das Zuckerfest wird auf Arabisch Id al-Fitr genannt und dauert drei Tage. Es beendet Ramadan, den muslimischen Fastenmonat. Jetzt darf endlich wieder zu jeder Tageszeit gegessen werden.

Muslime – mit Ausnahme von Kindern, Schwangeren und Kranken – sind im Ramadan dazu angehalten, eine Mondphase lang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Abhängig von der Tradition fallen Alkohol, Tabak und andere Genussprodukte in diesem Monat ganz weg. Damit will man Nahrung neu wertschätzen und derer gedenken, die zu wenig davon haben. Daher spielen Almosen in dieser Zeit eine besonders große Rolle.

Von Karoline Waack

Sommertheater auf dem Rheinsberger Kirchplatz: Das hat Tradition – und ist beliebt. Über hundert Gäste sind bei den Vorstellungen der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen meistens dabei. Die diesjährige Vorstellung mit Schwänken und Spruchgedichten von Hans Sachs steigt am Donnerstag, 29. Juni.

30.06.2017

52 junge Sänger des renommierten Blue-Lake-Chors aus dem US-Bundesstaat Michigan reisen am Sonnabend in Rheinsberg an. Der Chor gastiert bereits zum neunten Mal in der Prinzenstadt.

30.06.2017

Die Fontanestadt will in Treskow 150 000 Euro investieren, damit die Retter den Umgang mit Leitern besser üben können. Seit Jahren wünscht sich die Feuerwehr einen solchen Übungsturm, sogar Spenden gab es dafür schon.

30.06.2017
Anzeige