Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Züchter Manfred Knaut und die Bullen

Biesen Züchter Manfred Knaut und die Bullen

Manfred Knaut aus Biesen züchtet seit mehr als 20 Jahren Herefordrinder. Die Zucht sieht er als innere Berufung an. Seit langem gehören die Bullen von Biesen zum Exportschlager und holten viele Preise auf Messen. Doch noch immer ist kein Nachfolger für den 77-jährigen Züchter in Sicht.

16909 Biesen 53.2079883 12.4698605
Google Map of 53.2079883,12.4698605
16909 Biesen Mehr Infos
Nächster Artikel
Nach Schlägerei Lehrer mit Steinen beworfen

Ein Gespür für jedes Tier: Manfred Knaut und der Zuchtbulle „Sambo.“

Quelle: Christamaria Ruch

Biesen. Manfred Knaut ist unabkömmlich. Der 77-jährige Landwirt aus Biesen könnte schon lange seinen wohlverdienten Ruhestand genießen, doch Tag für Tag steuert er seine alte Wirkungsstätte an. Wie ein Magnet wirkt die Agrargesellschaft in Biesen. Manfred Knaut ist erfolgreicher Rinderzüchter bei den Rassen Hereford und Uckermärker. Er sorgt seit 18 Jahren mit Zuchterfolgen für Aufsehen in der Fachwelt .

„Die Rinderzucht ist meine innere Berufung“, sagt Manfred Knaut. Er fühlte sich schon seit seiner Kindheit „sehr den Tieren verbunden“, bekennt er. 1958 kam er als staatlich geprüfter Landwirt in den Altkreis Wittstock. Bis heute ist sein unverkennbarer Thüringer Dialekt herauszuhören.

Nach kurzem Aufenthalt im VEG Tetschendorf wechselte er aus familiären Gründen nach Biesen. Im Herbst 1961 wurde er der damals jüngste LPG-Vorsitzende im Kreis Wittstock. Bis 1989 hatte er diese Position inne, wurde dann Vorstandsvorsitzender der Landwirtschaftlichen Produktions- und Dienstleistungsgenossenschaft (LPDG) in Biesen und züchtete bei der Agrar GmbH die Rinder. Bei der Zucht „muss man jeden Tag dran bleiben“, sagt er.

Anfang der 1990er Jahre entwickelte er eine Vision für den Agrarbetrieb in Biesen. „Mein Ziel war es, dass wir ein Zuchtbetrieb für die aus England stammende Rasse Herefordrinder werden und die Tiere dann absetzen“, sagt Knaut. 35 Kühe, 15 Kälber und ein Zuchtbulle aus Ungarn bildeten 1993 den Grundstock für die Zucht. Heute umfasst die Herde 80 Tiere.

Die Rasse „Hereford“ zeichnet sich durch ein umgängliches Wesen aus. Diese Fleischrinderrasse ist weltweit am weitesten verbreitet und gehört geschmacklich zum Besten. „Die Tiere sind an jedes Klima in Afrika, Sibirien oder den Rocky Mountains angepasst“, sagt Manfred Knaut. Herefordrinder können auch extensive Standorte nutzen. In Biesen gibt es 500 Hektar Grünland. Außerdem begann Knaut 1997 mit dem erfolgreichen Aufbau einer Zuchtherde der Rasse „Uckermärker“. Diese sind anspruchsvoller als Herefordrinder.

Die Karawane der Herefordrinder setzt sich in Bewegung, sobald Manfred Knaut ruft

Die Karawane der Herefordrinder setzt sich in Bewegung, sobald Manfred Knaut ruft.

Quelle: Christamaria Ruch

Bereits 1998 erlangte Manfred Knaut den ersten großen Erfolg. Bei der Grünen Woche in Berlin fiel der große Herefordzuchtbulle auf und holte einen Sieg. „Das war das erste Mal, dass so ein großer Bulle dort gezeigt wurde“, erinnert er sich. Knaut verfolgte das Ziel, großrahmigere Tiere zu züchten. Damit ist ein guter Körperbau des Tieres gemeint. „Heute sind eine gute Mittelrahmigkeit und Bemuskelung gefragt. Die Proportionen zwischen Kopf und Oberlinie des Tieres sollen eine gute Linie darstellen“, so der 77-Jährige.

2002 exportierten die Züchter aus Biesen das erste Mal einen Jungbullen in die Schweiz. Bei der europäischen Herefordkonferenz 2014 in der Schweiz erhielt der aus Biesen stammende Bulle den Titel „Bester Schweizer Zuchtbulle des Jahres.“ Herefordrinder aus Biesen gingen bislang auch nach Polen, Russland oder Tschechien. Seit dem Wirtschaftsembargo mit Russland ist ein Export in den Osten nicht möglich.

Bei der alljährlichen Landpartie in Biesen kommen die Besucher nah an die Tiere heran

Bei der alljährlichen Landpartie in Biesen kommen die Besucher nah an die Tiere heran.

Quelle: Christamaria Ruch

„Auf der Grünen Woche haben wir schon sehr viele Prämierungen erhalten und müssen perspektivisch weiter an der Zucht dran bleiben“, sagt er. Die für ihn wertvollste Auszeichnung erhielt Manfred Knaut im Jahre 2000: „Der Tierzuchtpreis des Landes Brandenburg wird einmal im Jahr vergeben – damit werden alle züchterischen Erfolge geehrt.“

„Manfred Knauts Biografie sucht seinesgleichen“, sagt Burkhard Schultz, Geschäftsführer der Agrargesellschaft in Biesen. Für ihn ist Knaut ein äußerst vielseitig ausgebildeter Landwirt, der „ein Auge für die Zucht hat.“ Züchten bedeutet immer Vergleichen. „Im Kopf muss man schon das Ideal vor Augen haben und dann den Weg dorthin finden“, umschreibt Schultz diese Arbeit. Noch immer sucht Burkhard Schultz einen Nachfolger für Manfred Knaut: „Der Rinderzuchtverband Brandenburg steht uns bei dieser Suche zur Seite.“

Von Christamaria Ruch

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg