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Ostprignitz-Ruppin Züchter schnitten erfolgreich ab
Lokales Ostprignitz-Ruppin Züchter schnitten erfolgreich ab
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00:18 25.11.2016
Alexander Brock mit seiner ausgezeichneten Luchstaube. Sie wurde mit einem vorzüglich bewertet. Quelle: FOTO: Dagmar Simons
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Fehrbellin

Es ist erstaunlich ruhig in dem großen Saal der Gaststätte „Storchenklause“ in Linum. Wo sonst Hähne um die Wette krähen und Gänse lauthals schnattern, ist nur ein leises Gurren zu hören.

Zwei Vereine – eine gemeinsame Ausstellung

Wegen der allgemeinen Stallpflicht, die als Vorsichtsmaßnahme wegen der aktuellen Gefahr durch die Vogelgrippe im Landkreis Ostprignitz-Ruppin angeordnet wurde, konnten bei der gemeinsamen Ausstellung des Kleintierzuchtverein „Weißstorch“ Linum und des Rasseflügelverein „Fehrbellin 1956“ am Wochenende nur Tauben und Kaninchen präsentiert werden.

Immer Totensonntag

„Der Totensonntag ist unser Datum“, sagt Vereinschef Ulf Kassanke. Das sei seit der ersten Ausstellung 1957 so. Nur der Ort hat sich über die Jahrzehnte geändert. In der Vergangenheit nutzten die Fehrbelliner Geflügelzüchter den Saal des „Fehrbelliner Hofs“. Doch die Gaststätte ist geschlossen und der Verein stand ohne Raum da. Die Linumer boten den Nachbarn Asyl an und die beiden Nachbarvereine taten sich zusammen. „Wir hoffen, dass wir demnächst wieder eine Möglichkeit im Ort haben“, sagt Ulf Kassanke. Er leitete den Fehrbelliner Verein seit 17 Jahren. Noch viel länger züchtet er Zwerghühner und Texaner-Tauben. Er hatte schon als Kind Tauben. Das hatte aber, wie er selbst sagt, nichts mit Zucht zu tun. Irgendwann kam der Zeitpunkt, „es mal richtig zu machen“. Das heißt, zu züchten und zu versuchen, in die „Nähe eines Idealbildes zu kommen und sich dem Wettbewerb zu stellen“. Den Wettkampf empfindet auch Alexander Brock als Ansporn. Eine seiner Luchstauben hat mit einem V, also vorzüglich, abgeschnitten. Brock hat für das Tier 97 Punkte bekommen. „Mehr kann man eigentlich nicht erreichen“, sagt Vereinschef Ulf Kassanke. Außer Alexander Brock sind noch drei weitere Fehrbelliner Züchter mit einem V ausgezeichnet worden, zehn mit 96 Punkten und damit hervorragend. „Das ist bei 140 Tieren eine tolle Quote“, sagt Kassanke. Überhaupt sei die Qualität beider Vereine außergewöhnlich. Das liege daran, dass dort viele erfahrene Züchter organisiert seien.

Mit 36 Mitglieder der stärkste Ortsverband

Der Rassegeflügelzuchtverein Fehrbellin hat zurzeit 36 Mitglieder. Damit ist er laut Kassanke der stärkste Ortsverband in Ostprignitz-Ruppin. Aber auch ihn plagen Nachwuchsprobleme. „Es ist schwierig, Kinder zu Finden, die Spaß an diesem Hobby finden und dabei bleiben. Glücklicherweise haben wir zwei Mädchen dazu bekommen“, freut sich der Vereinschef.

Die Zucht ist eine Wissenschaft für sich. Nicht immer bewahrheitet sich die mathematische Formel, dass plus und plus wiederum plus ergibt. Es sind hohe Messlatten angelegt, bis eine Taube unter den kritischen Augen der Preisrichter ein „Vorzüglich“ oder „Hervorragend“ erreicht. Da muss alles stimmen: Wölbung des Halses und der Brust, die Schwanzfedern, der kleine Ring um die Pupille, der Kopf, die Haltung. Auf alles wird geachtet, wenn geprüft wird, ob das Tier den vorgegebenen Kriterien entspricht.

20 Jahre Zuchterfahrung

Alexander Brock hat es geschafft. Immerhin kann der 31-Jährige bereits auf eine 20-jährige Züchtervergangenheit zurück blicken. Als Elfjähriger hatte bei einer Tombola zwei Tauben gewonnen. „Damit begann es, dann wurden es immer mehr“, sagt Brock. Mittlerweile hat er 60 Tauben und außerdem noch Pommerngänse. Für ihn ist die Tierhaltung ein Ausgleich zur Arbeit. Das kann sein Vereinskollege Stefan Knapp nur bestätigen. „Es ist für mich Entspannung pur, mich vor den Käfig zu setzen und die Tiere zu beobachten.“ Knapp ist erst seit 2009 im Verein, aber „sehr erfolgreich“, wie Kassanke sagt.

60 Jahre alt ist der Verein in diesem Jahr geworden. Den runden Geburtstag werden die Geflügelzüchter bei ihrer Weihnachtsfeier begehen. Im kommenden Jahr können sie ihre 60. Ausstellung feiern, vielleicht dann wieder in ihrem Heimatort.

Von Dagmar Simons

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