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Zufällig immer in Tatortnähe

Pritzwalk Zufällig immer in Tatortnähe

Bei der Polizei hatte sich ein 36-jähriger Meyenburger geständig gezeigt und zugegeben, zwischen Mai und November 2016 gemeinsam mit zwei Mittätern in Wittenberge, Pritzwalk, Perleberg und anderen Ortes Einbrüche begangen zu haben. Vor dem Landgericht Neuruppin gibt er sich wortkarg und streitet einen Großteil der Taten ab.

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Das Diebesduo hat sich immer Objekte ausgesucht, die augenscheinlich nicht mit einer Alarmanlage gesichert waren.

Quelle: dpa

Pritzwalk. Immer in den Nächten, in denen eingebrochen wurde, war das Auto von Ronny R. in unmittelbarer Tatortnähe und das Handy von Christian C. eingelockt. „Komischerweise“, wunderte sich die Richterin. Wegen insgesamt 54 Einbrüchen in der Zeit von Mai bis November 2016 muss sich der 36-jährige Ronny R. aus Meyenburg vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Mit ihm sitzen die beiden Pritzwalker Christian C. (32) und der 24-jährige Tobias S. auf der Anklagebank.

Wenig kooperativ

Von Kooperation kann bei Ronny R. und Christian C. nicht die Rede sein. Anders als bei der Polizei. Dort hatte Ronny R. reinen Tisch gemacht und auch Taten in Orten gestanden, die bis dahin noch nicht bekannt waren. Der im Januar wegen ähnlicher Delikte bereits zu fünf Jahren Haft verurteilte R. hatte eingeräumt, seit Mai 2016 wieder einzubrechen, immer in Objekte, bei denen keine Alarmanlage zu sehen war wie Friseursalons und Physiotherapiepraxen. Seinen Anteil bezifferte er auf etwa 3000 Euro, den er für Drogen, Spielhalle und Lebensunterhalt ausgegeben hat.

Bei der Polizei geständig – vor Gericht nicht

Vor Gericht zeigt sich Ronny R. äußerst wortkarg, gestand lediglich einen Bruchteil dessen, was ihm vorgeworfen wird. Er bestritt Einbrüche, die er bei der Polizei freimütig zugegeben hatte. Für sein Fahrzeug in Tatortnähe hatte er nur die Erklärung, dass er damals täglich in Pritzwalk gewesen sei: „Wenn ich sage, ich war es nicht, war ich es nicht“, bekräftigte er seine Aussage.

Das klang bei seiner polizeilichen Vernehmung noch ganz anders. Da hatte er auch Christian C. belastet. „Ich lasse mir hier nicht alles in die Schuhe schieben. Der Christian war immer mit dabei und hat genauso Kohle wie ich bekommen“, lautete seine damalige Aussage. Die er nur gemacht haben will, weil er voll gepumpt mit Drogen gewesen sei. Deshalb sei das eigentlich auch nicht verwertbar, was er damals gesagt habe, so Ronny R. am Dienstag.

Mitangeklagter bestreitet Beteiligung an Einbrüchen

Viel ergiebiger war die Aussage von Christian C. auch nicht. So stritt er ab, bei Einbrüchen in Wittenberge dabei gewesen zu sein. „Ich war schon ewig nicht mehr in dem Ort.“ Außerdem sei das zu einer Zeit gewesen, als er auf Montage gewesen sei. Auch in Perleberg sei er nie mit Ronny R. gewesen. Bei einer Tat in Pritzwalk habe er Schmiere gestanden. „Warum ich mit gemacht habe, weiß ich nicht.“ Aufgepasst hat er auch noch bei einem weiteren Einbruch in Mecklenburg-Vorpommern. „Ja, ich habe dort Schmiere gestanden.“ Er habe sich darauf eingelassen, um Ronny R. zu helfen. Der brauchte Geld, um eine Geldstrafe zu bezahlen, ansonsten hätte er ins Gefängnis gehen müssen. Sein Handy sei oft bei Ronny R. im Auto gewesen, weil darüber „Drogengeschäfte gelaufen seien“. Mehrmals sei er mit Ronny R. und Tobias S. unterwegs gewesen, hätte sich dann absetzen lassen, um beispielsweise im niedersächsischen Lüchow seine Ex-Freundin zu besuchen, wie er sagte. Er habe dann die ganze Nacht auf die beiden anderen gewartet, nicht wissend, was die in der Zeit gemacht haben.

Bei der Polizei hatte Christian C. Taten eindeutig Ronny R. zugeordnet, weil dieser ihm nach den Einbrüchen davon erzählt hat. Wieso so etwas in der Vernehmung steht, darauf konnte sich Christian C, am Dienstag keinen Reim machen. Ebenso wenig darauf, dass ihn der Dritte im Bunde, Tobias S., belastet hat. „Ich bin selber gespannt, was er dazu sagt.“ Der 24-Jährige kam erst später dazu. Ihm werden zwölf Einbrüche zur Last gelegt, unter anderem in zwei Objekte in Walsleben. Das gab er zu, gemeinsam mit den beiden anderen, die das allerdings bestreiten.

Die Verhandlung wird am 10. Mai fort gesetzt.

Von Dagmar Simons

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