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Ostprignitz-Ruppin Zukunfts-Chancen in der Region
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zukunfts-Chancen in der Region
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06:56 27.02.2018
Notfallsanitäter in Ausbildung: Annabell Matschoss und Florian Geiersberg zeigen eine Beatmung. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Langsam schmilzt der Zucker in der Pfanne, für den Geschmack fügt Aleksander Paloka noch etwas Butter hinzu. „Fett ist Geschmacksträger“, erklärt der junge Mann aus Albanien, der sich im Resort Mark Brandenburg zum Koch ausbilden lässt. Bei der Bildungsmesse führt er am Sonnabend vor, wie ein Profi Pfirsiche und Kirschen flambiert. Etwas Pfirsichsaft hinein gegeben und fertig ist schon mal die Grundsoße. Dann kommen die Pfirsiche hinzu und etwas Grand Marnier zum Aromatisieren. Noch etwas Alkohol und schon züngeln kleine blaue Flammen aus der Pfanne. „Ein bisschen Show gehört doch dazu auf so einer Messe“, sagt der angehende Koch, der seit drei Jahren in Deutschland ist.

Was soll ich für einen Beruf lernen? Wo gibt es die richtige Ausbildung für mich? Antworten auf diese Fragen gibt die alljährliche Bildungsmesse im Oberstufenzentrum Neuruppin. Bei ihrer zehnten Auflage stellten sich 76 Betriebe vor. Die Resonanz unter den jungen Leuten steigt bisher von Jahr zu Jahr. 2018 rechneten die Veranstalter mit etwa 800 Besuchern.

Tobias Kerstin verfolgt das Treiben aufmerksam. Er ist am Sonnabend aus Gühlen-Glienicke zur zehnten Bildungsmesse des Kreises Ostprignitz-Ruppin in das Neuruppiner Oberstufenzentrum gekommen, weil er noch einen Ausbildungsbetrieb sucht. Koch möchte er allerdings nicht werden. „Ich möchte gern LKW fahren“, sagt er. „Was ich dann transportiere, ist mir ganz egal, Hauptsache ich kann LKW fahren.“

Viele Ausbildungsbetriebe raten zum Praktikum

Wenn Azubi Valentin Hundt hinter dem Steuer sitzt, dann meist in einem Mercedes. Er ist bei der Brandenburger Jürgens-Gesellschaft im dritten Lehrjahr. Als Facharbeiter für Lagerlogistik ist er allerdings vorwiegend für die Mercedes-Benz-Einzelteile zuständig. Im Land Brandenburg hat die Firma fünf Zweigstellen. „Für unsere Nordbetriebe suchen wir Auszubildende“, sagt die Ausbildungsbeauftragte Jana Otto. „Auch in unserer Branche ist der Trend rückläufig und es ist schwierig, gute Lehrlinge zu bekommen. Wer bei uns eine Ausbildung machen möchte, sollte erst einmal ein Praktikum in Betracht ziehen. In der Praxis können wir dann am besten beurteilen, welche Fähigkeiten die Bewerber haben, auch wenn der Notendurchschnitt vielleicht nicht der beste ist“

Jana Otto hat schon reichlich Erfahrungen mit Auszubildenden gesammelt. „Junge Leute, die mit einer Automobil-Kaufmannslehre liebäugeln, denken meist, dass sie gleich Autos verkaufen können. Das ist natürlich nicht der Fall, das ist das allerletzte, was sie dürfen. Dazu ist noch zusätzlich eine zertifizierte Verkäufer-Ausbildung erforderlich.“ Valentin Hundt ist mit seiner Lehre zufrieden, auch wenn er keine Autos verkaufen darf. „Ich bleib lieber bei meinen Ersatzteilen, da weiß ich woran ich bin“, sagt er.

Messe soll Hilfe beim Orientieren bieten

Viele der jungen Leute, die sich am Sonnabend durch die Räume drängen und sich an den zahlreichen Ständen der Unternehmen informieren, wissen allerdings noch nicht so recht, woran sie sind und was sie wollen, Ausbildungs- oder Praktikumsplätze, Ferienjobs oder Studium – alles ist möglich. Die Initiatoren der Bildungsmesse wollen den jungen Leute bei der Suche behilflich sein.

76 Aussteller sind in diesem Jahr unter dem Motto „ Bildungsmesse OPR – Deine Zukunft beginnt“ dabei, viele nicht zum ersten Mal. Für viele der Unternehmen hat sich der Ausbildungstag in den vergangenen Jahren gelohnt – sie konnten Kontakte knüpfen, Interesse wecken oder Lehrlinge für ihren Betrieb werben. Besonders große Schwierigkeiten auf der Suche nach Azubis hat zurzeit allerdings die Handwerksbranche. Die Organisatoren haben den Handwerksunternehmen deshalb in diesem Jahr besonders viel Platz eingeräumt.

Die Rheinsberger Preußenquelle will erstmals eine Industriekauffrau ausbilden, das Fitnessunternehmen Clever Fit sucht einen Fitnesstrainer und die Vollkorn-Bäckerei Rohrlack einen Bäckerlehrling, denn der Wildberger Azubi Andy Schneider ist bereits im dritten Lehrjahr. Er wollte eigentlich zur Bundeswehr. „Dann hab ich einen Film gesehen, in dem gesagt wurde, dass das deutsche Bäckerhandwerk aussterben werde, und da habe ich mich für ein Praktikum in Rohrlack beworben“, sagt Andy Schneider. Den entscheidenden Anstoß gab schließlich sein Ausbilder Marcel Skibinski. Andy Schneider hat die Entscheidung für das Bäckerhandwerk nicht bereut.

Von Cornelia Felsch

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