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Zum Tode von Rainer Kühn

Walkmühle Zum Tode von Rainer Kühn

Rainer Kühn war der Chronist der Bürgerinitiative Freie Heide und ein Mann der ersten Stunde im Protest gegen die militärische Nachnutzung des einstigen Truppenübungsplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide. Er starb am 10. August. Wegbegleiter erinnern sich.

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Rainer Kühn

Quelle: Foto: Dirk Klauke

Walkmühle. Rainer Kühn aus Walkmühle ist am 10. August im Alter von 74 Jahren gestorben. Die Region verliert damit einen der engagiertesten Kämpfer und Zeitzeugen im einstigen Ringen um eine friedliche Nachnutzung des Truppenübungsplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide. Als Chronist der damaligen Bürgerinitiative „Freie Heide" legte sich Rainer Kühn ein stattliches Archiv rund um das Werden und Wirken der Initiative zu, die sich seit 1992 mit regelmäßigen großen Protestaktionen gegen die militärische Nachnutzung des sogenannten Bombodroms stemmte – letztlich mit Erfolg. Am 9. Juli 2009 erklärte die Bundeswehr den Verzicht auf das Areal. In all den Jahren war Rainer Kühn eine unverzichtbare Informationsquelle, wenn es um Fragen rund um die BI ging. Auch der MAZ gegenüber stand er in den Jahren des Protestes immer wieder Rede und Antwort.

Von Anfang an dabei

„Rainer konnte viele Fragen rund um die BI beantworten. Denn er war von Anfang an dabei“, erinnert sich Ulrike Laubenthal von der Friedensscheune in Zempow. Sie hatte ihn bei den Sommeraktionstagen 2003 kennengelernt und erinnert sich noch gut, „wie lebendig er jungen Leuten von der Arbeit der Bürgerinitiative berichtete“. Ebenso habe er aber auch über die Geschichte der Russen auf dem Platz Bescheid gewusst. „Er ist immer offen auf Menschen zugegangen. Wenn er herkam, brachte er manchmal kleine Geschenke mit. Es waren schöne Begegnungen mit ihm“, sagt Ulrike Laubenthal. Nach dem Sieg der Freien Heide habe er sich aber mehr und mehr zurückgezogen und im Chor gesungen. Doch auch wenn die Freie Heide fortan eine weitaus kleinere Rolle in seinem Leben spielte, so habe er trotzdem öfter an Mahnsäulen gearbeitet, sie repariert, wenn sie etwa durch Vandalismus Schaden genommen hatten.

Ein Mann des Ausgleichs

„Rainer Kühn war ein Mann, der immer ausgleichend gewirkt hat“, erinnert sich Christian Gilde, der ehemalige Ostprignitzer-Ruppiner Landrat und Unterstützer der BI Freie Heide. „Er war bei allen Aktivitäten dabei und trotzdem zurückhaltend in seiner Art. Er tat treu seinen Dienst. Vor allem seine Bilder haben mich immer begleitet. Ich habe einen wunderbaren Bildband und viele Fotos von ihm geschenkt bekommen“, sagt Christian Gilde über den Chronisten der Bürgerinitiative.

Rainer Kühn war jedoch nicht nur in der Bürgerinitiative Freie Heide aktiv. Auch im Gemeindekirchenrat Dranser Land „wird er uns sehr fehlen“, sagt Anke Tusche aus Dranse. „Er war immer doll engagiert, hat nicht nur die Gottesdienste regelmäßig besucht, sondern auch Handwerksarbeiten erledigt oder den Rasen gemäht. Er war ein Mann mit goldenen Händen.“

Rainer Kühn wird heute in Dranse beerdigt.

Von Björn Wagener

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