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Ostprignitz-Ruppin Zum ersten Mal wurde gemeinsam gefeiert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zum ersten Mal wurde gemeinsam gefeiert
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00:16 20.09.2016
Auszug aus dem Gruppenfoto der Heinrichsfelder, die noch nie zuvor in der Geschichte des Ortes in dieser Größe zusammenkamen. Quelle: Matthias Anke
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Heinrichsfelde

Was nach Dorf klingt, ist nicht immer ein ganzes Dorf, wie man es ansonsten kennt. Genug Häuser stehen zwar beisammen, doch es gibt weder Kirche noch Friedhof. So gelten in Kyritz Siedlungen wie Blechern Hahn, Wolfswinkel, Stolpe oder Rüdow auch nicht als offizielle Ortsteile, sondern vielmehr schlicht als „Wohnplätze“. Auch Heinrichsfelde gehört dazu. Dabei wohnen dort gute 110 Menschen. Und weil sie alle noch nie zusammen ein Dorffest gefeiert haben oder irgendein anderes Jubiläum, sollte es am vergangenen Wochenende nun zum ersten Mal so weit sein. Und bis auf einige Ausnahmen kamen tatsächlich alle Heinrichsfelder bei dieser Feier zusammen.

Zu verdanken war dies besonders Ilona Gielinck, die 1960 in Heinrichsfelde geboren wurde und damit seit 56 Jahren dort lebt. „Ich hatte eher durch Zufall erfahren, dass Heinrichsfelde mit seinem Gutshaus vor jetzt genau 170 Jahren zu seinem Namen kam, und da dachte ich mir, das ist endlich mal ein Anlass, etwas auf die Beine zu stellen“, erzählte sie am Rande der Feier auf dem weiträumigen Gelände von Familie Malinowski.

So dicht waren die Heinrichsfelder noch nie beisammen

Auch Klaus-Dieter Gust, der 1972 nach Heinrichsfelde zog, organisierte mit. „Soviel ich weiß, ist Heinrichsfelde an sich ja schon um die 750 Jahre alt, aber egal, das Jubiläum mit dem Namen war Anlass genug, endlich mal etwas zu machen. Wir hatten dazu ja noch nie die Gelegenheit“, sagte Gust über seinen Ort, der weder einen Ortsbeirat hat noch einen Ortsvorsteher.

Die Premiere klappte trotzdem: Weil jeder Heinrichsfelder vorab ähnlich einem Eintritt einen kleinen finanziellen Beitrag leistete, ließ sich einiges damit besorgen. So stand nicht nur ein großes Kaffee- und Kuchenbuffet bereit, sondern es konnte gegrillt werden, und auch ein großzügiger Getränkevorrat wurde herbeigeschafft.

Auch ein Festzelt wurde organisiert. Quelle: Matthias Anke

Dabei galt die Feier nicht als Dorf-, sondern als Straßenfest. Damit brauchte beispielsweise keine öffentliche Toilette bereitstehen, sondern Nachbarn öffneten ihre Türen. So dicht waren die Heinrichsfelder noch nie beisammen.

Ilona Gielinck hatte die Idee für dieses Straßenfest begrüßte alle Heinrichsfelder. Quelle: Matthias Anke

„Man glaubt es kaum angesichts dieses kleinen Ortes, doch viele von uns hier kennen sich untereinander gar nicht“, sagte Klaus-Dieter Gust. Die meisten würden Heinrichsfelde zeitig verlassen und abends nach der Arbeit erst wieder zurückkehren. „Man fährt aneinander vorbei.“

Ohnehin habe es im Ort stets ein Kommen und Gehen gegeben. Erst in den jüngeren Jahren überwog laut Gust der Zuzug den Wegzug. Viele Baulücken wurden mit neuen Häusern geschlossen, deren Bewohner sich auf ein ganzes Leben in Heinrichsfelde einrichten würden. Nancy (22) und Martin Wandrey (26) gehören dazu. Sie wohnen erst seit diesem Jahr dort. „Hier wollen wir bleiben“, sagte Martin Wandrey. Es sei schließlich ruhiger als in Kyritz.

Erna Friedrich (l.) ist die Älteste im Ort. Sie wird bald 95 Jahre alt. Quelle: Matthias Anke

Der zeitweilige Lärm über ihren Köpfen wegen des benachbarten Verkehrslandeplatzes mache ihnen nichts aus. Auch die meisten anderen Heinrichsfelder haben ihn offenbar zu verschmerzen gelernt. Ein Thema war das am Sonnabend daher nicht. Vielmehr fragten sich alle, wann die Feier wiederholt wird. Geht es nach Ilona Gielinck, ist es spätestens nächstes Jahr um diese Zeit wieder so weit.

Von Matthias Anke

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