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Zurückgelassen: Rollstuhlfahrer erwägt Strafanzeige

Unterlassene Hilfeleistung in Rheinsberg? Zurückgelassen: Rollstuhlfahrer erwägt Strafanzeige

Die peinliche Panne am Rheinsberger Bahnhof könnte ein juristisches Nachspiel haben: Der 77-jährige Rollstuhlfahrer, der vom Zugführer stehen gelassen wurde, weil das Personal für den Hublifter fehlte, erwägt eine Klage wegen unterlassener Hilfeleistung.

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Auch in den neuen Pesa-Link-Triebwagen kann ein Rollstuhlfahrer am Rheinsberger Bahnhof nicht ohne Rampe gelangen.

Quelle: Christian Schmettow

Rheinsberg/Berlin. Die peinliche Panne am Rheinsberger Bahnhof könnte ein juristisches Nachspiel haben: Der 77 Jahre alte Rollstuhlfahrer aus Berlin, der vom Zugführer stehen gelassen wurde und mit einem Taxi heimfahren musste, erwägt eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung, sagte am Freitag seine Begleiterin.

Der Senior sitzt wegen Kinderlähmung seit seinem 16. Lebensjahr im Rollstuhl. Ende Juli hatte er mit einer befreundeten Krankenpflegerin einen Tagesausflug mit der Bahn nach Rheinsberg unternommen – und diesen eine Woche vorher angemeldet. Weil der Bahnsteig in Rheinsberg nicht barrierefrei ist (er liegt deutlich tiefer als die Türschwellen der Züge), benötigen Rollstuhlfahrer für den Ein- und Ausstieg Hilfe. Die Deutsche Bahn hat deshalb vor Jahren einen Hub­lifter für den Rheinsberger Bahnhof angeschafft. Dieser befindet sich auch weiterhin vor Ort.

Jedoch ist seit 2012 das Unternehmen Regio Infra aus Putlitz (Prignitz) für die Strecke nach Rheinsberg und für den Bahnhof verantwortlich – und auch für den Hublifter. Auf dem Hinweg des Rollstuhlfahrers nach Rheinsberg hatte alles geklappt, doch bei der für 18.23 Uhr geplanten Rückfahrt nach Berlin fehlte das Personal für den Hublifter. Der Senior musste ein Taxi nehmen. Auf das Ersetzen der Kosten von 130 Euro wartet der 77-Jährige noch immer, sagte seine Begleiterin am Freitag. Dabei hatte sich der Vorfall bereits Ende Juli zugetragen.

Von Andreas Vogel

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