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Zusammen israelische Lebensfreude getanzt

Wittstock Zusammen israelische Lebensfreude getanzt

Die Darbietung der jüdischen Tanzgruppe „Nefesh Harikut“ brachte dem Publikum in der Wittstocker Heilig-Geist-Kirche am Mittwoch das Land und Volk Israel etwas näher. Genau das ist das Ziel der Veranstaltungsreihe „Israelabende“, zu der die Blaukreuz-Selbsthilfegruppe viermal im Jahr einlädt. An diesem Abend riss es das Publikum buchstäblich von den Stühlen.

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Am Ende der Veranstaltung nahm die Gruppe das Publikum bei der Hand und tanzte mit diesem gemeinsam.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. „Nefesh Harikut“ ist hebräisch und bedeutet „Seele des Tanzes“. Eben weil das Tanzen die Seelen ihrer Mitglieder mit Freude erfüllt, hat sich die Tanzgruppe der Jüdischen Gemeinde in Cottbus 2005 bei ihrer Gründung diesen Namen gegeben. Am Mittwochabend gastierten die Tänzer beim 16. Israelabend der Blaukreuz-Selbsthilfegruppe in der Wittstocker Heilig-Geist-Kirche. In 15 Tänzen nahmen sie ihr Publikum mit auf eine Reise durch Isreal aber auch durch die jüdisch-christliche Religion.

Bevor die Darbietung beginnen konnte, informierte Blaukreuzgruppenleiter Bert Wischnewski über die Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Cottbus. Sie war 1938 in der Reichspogromnacht aufgelöst worden. Von den damals 397 Mitgliedern hätten nur zwölf den Holocaust überlebt. 60 Jahre nach der Pogromnacht sei die Gemeinde wiedergegründet worden. Heute zähle sie 426 Mitglieder – die stammten vorwiegend aus der ehemaligen Sowjetunion.

Spaß hatten Tänzer und Publikum auch beim „Kleysmer“

Spaß hatten Tänzer und Publikum auch beim „Kleysmer“.

Quelle: Christian Bark

Das traf auch auf die zehn Tänzer zu. So kam Gruppenleiterin Yevgeniya Kotsan einige Zeit nach der politischen Wende in Osteuropa von der Krim nach Deutschland, wie sie berichtete. „In meiner Heimat durfte ich mein Judentum nicht ausleben, in Deutschland ist alles viel freier“, sagte sie. Und zum Ausleben des Judentums gehört nach Yevgeniya Kotsans Ansicht eben auch das Tanzen und Musizieren. Das sei ein Stück israelischer Lebensfreude.

Die Freude am Tanzen stand den Gruppenmitgliedern buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Ihre Tänze waren allesamt Kreistänze. „Der Kreis steht für das Leben“, erklärte Yevgeniya Kotsan. Die Rhythmen dazu muteten mal wie ein Samba, ein Chanson aber auch wie russische Volksmusik an. Besinnlich und vom Schein kleiner LED-Teelichter begleitet ging es beim Tanz „Jedid Nefesh“, was übersetzt „Geliebter meiner Seele“ bedeutet, zu. Im Tanz „Kleysmer“ bewegte sich das Ensemble zu klassischer jüdischer Musik. Einige Tänze leitet Yevgeniya Kotsan mit einem Psalm ein. So den ersten Tanz „Zadik Katamar“: „Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum ...“, der bei Juden und Katholiken gleichermaßen Psalm 92 ist.

Die Israelabende in Wittstock

Seit 2013 gibt es die Israelabende in Wittstock. Organisiert werden sie von der Blaukreuz-Gruppe – einer Suchtselbsthilfegruppe – der Landeskirchlichen Gemeinschaft sowie der Evangelischen Kirche.

Viermal im Jahr , nämlich im Februar, Mai, August und November finden die Abende statt. Im Fokus stehen dabei das Land und Volk Israel, dessen Geschichte, Religion, Persönlichkeiten aber auch aktuelle Debatten.

Zum 16.und letzten Tanz luden die Gruppenmitglieder das Wittstocker Publikum auf die Tanzfläche. Gemeinsam ließen so alle Hand in Hand den 16. Israelabend ausklingen.

Der nächste Israelabend der Blaukreuzgruppe findet voraussichtlich am Mittwoch, 2. August, wieder ab 19 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche statt. Dann soll es einen Vortrag mit musikalischen Einlagen über Israel geben.

Von Christian Bark

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