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Zwei Kühe knacken die 100 000-Liter-Marke

Schönermark Zwei Kühe knacken die 100 000-Liter-Marke

Gleich zwei 100 000 Liter-Kühe konnte die Agrargenossenschaft Schönermark im Kreis Ostprignitz-Ruppin im September vorweisen. Für den Betrieb, der in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert, eine Auszeichnung, über die sich das ganze Team freuen kann.

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Stolz präsentieren die Mitarbeiter des Schönermarker Agrarbetriebs ihre zwei Hochleistungskühe.

Quelle: Privat

Stüdenitz-Schönermark. Kühe machen Mühe. Aber sie können ihren Besitzer auch stolz machen, so wie die beiden Tiere der Schönermarker Agrargenossenschaft, die in diesem Monat eine Lebensleistung von 100 000 Litern Milch erreicht haben. „Das ist schon eine besondere Leistung – von den Kühen, aber auch vom gesamten Team“, sagt Frank Pasche. Der Fachberater der RBB Rinderproduktion Berlin-Brandenburg ist aus diesem Anlass nach Schönermark gereist, um die Auszeichnung vorzunehmen. Auch die Regionalbetreuerin vom Landeskontrollverband Berlin-Brandenburg, Bärbel Wiedmann, war vor Ort.

2004 und 2006 sind die Hochleistungskühe geboren – zehn beziehungsweise acht Kälber haben sie bereits zur Welt gebracht. Statistisch ergeben die 100 000 Liter der zehn Jahre alten Kuh eine Lebenstagleistung von über 30 Litern. Die echte Tagesleistung liegt allerdings oft noch weitaus höher, denn für die Hochrechnung werden alle Lebenstage herangezogen. „Auch die Zeit, als die Kuh noch ein Kalb war oder trocken gestanden hat“, erklärt der Rinderfachmann. „Der Landesdurchschnitt für die Lebenstagleistung liegt in Brandenburg bei 16 Litern.“

Gute Leistung nur, wenn die Kühe sich wohlfühlen

Seit 1990 haben es die Brandenburger Bauern auf 750 Kühe mit einer Lebensleistung von 100 000 Litern gebracht. Wie viel der Hochleistungstiere noch leben, weiß Frank Pasche nicht genau. „Aber einige dieser Kühe haben bereits die 150 000 Liter-Grenze überschritten“, sagt er. „Solche Leistungen sind nur möglich, wenn die Tiere alt werden und ein gutes Leben haben. Eine Kuh, die nach einem halben Jahr schon wieder den Hof verlässt, senkt den Durchschnitt natürlich erheblich.“

Für den 55-jährigen Chef des Schönermarker Agrarbetriebes ist die Auszeichnung vor allem eine Anerkennung der Leistung seiner 20 fleißigen Mitarbeiter. „An einem derartigen Erfolg sind alle beteiligt. Man braucht schon ordentliches Personal zum Melken, Füttern und zur Klauenpflege, das auch rechtzeitig erkennt, wenn bei einem Tier Krankheitsanzeichen auftreten“, sagt er.

Betriebschef  Jörg Berg bei seinen Kühen

Betriebschef Jörg Berg bei seinen Kühen.

Quelle: Cornelia Felsch

Der Agrarbetrieb ist in diesem Jahr 25 Jahre alt geworden. 1991 wurde die einstige Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) in die heutige Genossenschaft umgewandelt, deren Vorsitzender Jörg Berg seit 1999 ist. Außer den 320 Milchkühen und der Kälberaufzucht gehören zum Landwirtschaftsbetrieb 235 Hektar Grünland und 930 Hektar Ackerland. „Das Futter für unsere Tiere produzieren wir selbst – aus Mais, Grassilage und Getreide“, sagt der Landwirt. Er ist schon ein wenig stolz darauf, zum oberen Drittel der milcherzeugenden Betriebe im Land Brandenburg zu gehören, denn Milch zu produzieren ist hierzulande für die Bauern nicht einfach. Momentan ist es sogar ein Verlustgeschäft, 22 Cent bekommt Jörg Berg derzeit für einen Liter Milch. Kein Wunder, dass immer mehr Kühe den Weg in die Schlachthöfe gehen. Die anhaltend niedrigen Milchpreise zwingen die Betriebe dazu, ihre Produktion aufzugeben.

Die Zahl der Milchkühe ist um 10 000 gesunken

Rund 50 Brandenburger Betriebe haben dies innerhalb des letzten Jahres getan. Die Zahl der Milchkühe ist um 10 000 gesunken. „Anfangs waren es nur die kleinen Betriebe, die aufgegeben haben“, sagt Jörg Berg, „Mittlerweile werfen auch größere Milchviehbetriebe das Handtuch.“ Vor vier Wochen hat die Agrargenossenschaft neun Milchkühe nach Lettland verkauft. „Wir versuchen natürlich jeden Strohhalm zu ergreifen, um uns über die Runden zu bringen“, sagt der Agrarchef.

Bereits seit dem Sommer des vergangenen Jahres stecken die Milchbauern in dieser Misere. Jörg Berg versucht zu sparen, wo es möglich ist. Reparaturen werden aufgeschoben. Strom, Wasser, Diesel und Löhne müssen aber dennoch bezahlt werden und auch die Technik muss betriebsbereit sein. Gut, dass die Agrargenossenschaft in den vergangenen Jahren noch einmal kräftig investiert hat und neue Melk- und Fütterungstechnik sowie neue Futtersilos angeschafft hat. „Wir wollten bessere Bedingungen für die Zukunft haben.“

Hoffen auf steigende Milchpreise

Wie die kommenden Jahre für die Milchproduktion aussehen, das weiß auch der Chef des Schönermarker Betriebes nicht sicher, doch er ist optimistisch: „Wir hoffen, dass der Preis zum Jahresende wieder steigt und wir wenigstens 30 Cent bekommen, damit wir kostendeckend arbeiten können.“ Und davon hat schließlich auch das ganze Dorf etwas. Denn der Agrarbetrieb ist eine feste Größe in Schönermark. Er unterstützt die Sanierung der Kirche, Kinder-, Dorf- und Feuerwehrfeste und hilft auch, wenn die Gemeinde große Technik braucht.

Preisentwicklung auf dem Milchmarkt

Bis Anfang 2014 gab es für die Bauern noch auskömmliche 40 Cent pro Liter Milch. Seitdem ging es bergab.

2015 lag der Tiefpunkt bei 27 Cent. Im Mai 2016 zahlten einige Molkereien weniger als 20 Cent.

Bio-Bauern bekommen rund 50 Cent von den Molkereien.

Im Handel gibt es eine deutliche Preisspanne. Neben Billigmilch kann der Supermarktkunde zwischen Bio-Milch für mehr als einen Euro und teurer Markenmilch für 1,30 Euro wählen.

Es landen mehr Kühe auf dem Schlachthof. Die Folge: Der Preis für Milchkühe ist gesunken, von rund 1800 Euro auf gerade einmal 1100 Euro.

Von Cornelia Felsch

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