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Ostprignitz-Ruppin Zwei Märchen in einem Bild
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zwei Märchen in einem Bild
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15:05 10.12.2017
Uta Köhn (l.) spielte das tapfere Schneiderlein und Georgia Arndt kochte den „süßen Brei“, der immer mehr wurde. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

In der Vergangenheit hatten die Wittstocker bei Stadtfesten und dergleichen oft große Umzüge an sich vorbeiziehen sehen. Was den „Sagenhaften Abendspaziergang“ anging, der vor 17 Jahren das erste Mal in der Dossestadt gestartet wurde, war es genau umgekehrt. „Da ist das Publikum an den Darstellern vorübergezogen“, blickte Kulturamtsmitarbeiterin Petra Fastenrath zurück. Und weil das so gut bei den Leuten angekommen war, fand eine weitere Auflage des Spaziergangs erstmals vor elf Jahren auch im Winter statt. Unter dem Namen „Wittstock ein Wintermärchen“ präsentieren seither zahlreiche freiwillige Mitwirkende während eines Weihnachtsspaziergangs entlang der Altstadt märchenhafte Szenen.

170 Mitwirkende waren dabei

Am Samstag war es nun wieder soweit. Gut 170 Darsteller und Aufbauhelfer hatten zwischen Marktplatz und Wallanlagen insgesamt 16 Bilder vorbereitet. Kurz zuvor hatte die Feuerwehr entlang des Weges Fackeln und Feuerschalen aufgestellt. „In jedem Bild verstecken sich zwei Märchen“, erklärte Petra Fastenrath. Die konnten die Besucher erstmals erraten, die Antworten auf einem Fragebogen verewigen und im Anschluss sogar noch etwas gewinnen.

Unter den Mitwirkenden befanden sich traditionell wieder Schüler des Wittstocker Gymnasiums. Sie stellten nicht nur Märchenszenen dar, sondern auch die sieben Zwerge, die zusammen mit Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann dem Spaziergangstross vorangingen. „Potsdam hat seine langen Kerls, Wittstock die großen Zwerge“, sagte Jörg Gehrmann in seiner Rede vor Beginn des Spaziergangs. „Es fällt aber nichts vom Himmel“, bemerkte er und dankte den zahlreichen Helfern, die die Attraktion jedes Jahr wieder ermöglichen würden.

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Beim 12. Weihnachtsspaziergang waren 32 Märchen in 16. Bildern zu sehen.

Unter den großen Zwergen befanden sich auch Hannes Spitzer und Tobi Eckardt aus der 12. Klasse des Gymnasiums. „Es macht Spaß, unsere Stadt auf diese Weise zu unterstützen“, sagte Hannes. Schon im vergangenen Jahr seien die Beiden als Märchendarsteller dabei gewesen. Insgesamt 75 Gymnasiasten hatten sich am Samstag am Spaziergang beteiligt, wie Petra Fastenrath lobend hervorhob.

Von Beginn an ist auch Ina Muhß bei der weihnachtlichen Attraktion dabei. Wen sie schon alles dargestellt hat, konnte sie gar nicht aufzählen. In diesem Jahr spielte sie den Soldaten aus dem Märchen „Das Feuerzeug“ – das namensgebende Gerät hatte sie in übergroßer Form in der Hand. Das zweite Märchen ihres Bildes stellte Karin Pilz dar. Sie lag als totes Schneewittchen im Sarg, winkte aber ab und zu mal raus, damit die Besucher sahen, dass sie wohl und munter ist.

Dem Tross aus Schaulustigen Weihnachtsmarktbesuchern hatte sich am Sonntag auch Martina Spitzner aus Gerdshagen bei Meyenburg angeschlossen. „Ich hatte schon in den vergangenen Jahren von dem Spaziergang gehört, dieses Mal wollte ich unbedingt dabeisein“, sagte sie. Denn eine solch mühevoll vorbereitete Attraktion suche in der Region ihresgleichen und mache den Weihnachtsmarkt zu etwas ganz Besonderem.

Von Christian Bark

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