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Zwei Segelvereine konkurrieren um Gelände

Lindow Zwei Segelvereine konkurrieren um Gelände

Die Stadt hat dem Segel-Club Lindow den Nutzungsvertrag für sein Vereinsgrundstück gekündigt. Die Neuverhandlungen dürften schwierig werden. Denn auch die Regattasegler würden gern auf das Areal am Gudelacksee. Bürgermeisterin Heidrun Otto sucht nach einem Kompromiss.

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Bislang muss der Segel-Club Lindow für sein Vereinsgelände am Gudelacksee keine Pacht bezahlen.

Quelle: Peter Geisler

Lindow. Es dürfte ein Gespräch werden, bei dem alle Beteiligten Kompromissbereitschaft beweisen müssen. Am kommenden Donnerstag beraten die Mitglieder des Lindower Hauptausschusses mit zwei Segelvereinen darüber, wie das Vereinsgelände des Segel-Clubs Lindow (SCL) künftig genutzt werden könnte. Bisher nutzt der SCL das Areal am Gudelacksee alleine. Doch die Stadt hat den Vertrag zum Sommer kommenden Jahres gekündigt. Auch die Lindower Regattasegler würden dann gern auf das Gelände. „Eine enorm schwierige Sache“, findet Bürgermeisterin Heidrun Otto. „Wir müssen einen Kompromiss finden.“

Die Stadt hatte den Nutzungsvertrag mit dem SCL gekündigt, weil sie künftig Pacht für das Areal erheben will. Bislang hatte der Traditionsverein für das Gelände nichts zahlen müssen. „Aber das können wir uns nicht mehr leisten“, sagt Heidrun Otto. Als Stadt mit klammen Finanzen dürfe Lindow nicht auf die Pacht verzichten.

Der Segel-Club Lindow wird seine Mitgliedsbeiträge erhöhen müssen

Dafür hat der SCL-Chef Gert Wegner durchaus Verständnis. Schon früh hatte die Stadt angekündigt, dass sie künftig Pacht verlangen will. Seit längerem weiß Wegner, dass der Verein dann Mitgliederbeiträge und Einliegerbeiträge „erheblich erhöhen“ muss. Alles in allem, so sagt er, „haben wir uns damit aber abgefunden“.

Problematischer ist aus Wegners Sicht, dass jetzt zwei Vereine um das Gelände konkurrieren. Auch die Regattasegler, die sich vor einiger Zeit vom SCL abgespalten hatten, haben ein Angebot im Rathaus abgegeben. Zwei Möglichkeiten schlagen sie darin vor: das Gelände ganz alleine zu nutzen oder das Areal mit dem SCL zu teilen. Beides ist für den SCL jedoch nicht vorstellbar. Selbst eine Teilung sei unmöglich, so Wegner: „Schon durch die ganze Infrastruktur geht das nicht.“

Vereinschef Wegner kann sich einen Kompromiss vorstellen

Akzeptabel wäre für Wegner allerdings, wenn der SCL das Gelände alleine pachtet und den Regattaseglern Nutzungsmöglichkeiten für Bootsabstellplätze und Stege einräumt. Noch bis vor kurzem hatte Wegner nur wenig Hoffnung auf einen Kompromiss. Jetzt hofft er, einen gangbaren Weg gefunden zu haben. „Natürlich müsste das auch von den Mitgliedern getragen werden“, sagt er. „Und natürlich müssten wir da auch noch über Details sprechen – auch über die Kosten.“

Der SCL hat nach der Wende viel in das Vereinsgelände investiert. Rund 150 000 Euro flossen in einen Beton-Steg, in ein Sanitärgebäude, in neue Dächer und verschiedene andere Räume, haben Gert Wegner und seine Mitstreiter ausgerechnet. „Das Grundstück wurde dadurch aufgewertet“, sagt er. Einige Vereinsmitglieder hätte viele, viele Arbeitsstunden dort geleistet. Schon wegen dieser Aufbauarbeit würde es den Vereinsmitglieder schwer fallen, das Gelände zu verlassen oder sich dort einzuschränken.

Ein Gespräch wird nicht reichen

Heidrun Otto ist indes sehr um einen Kompromiss bemüht. Der SCL sei ein Lindower Traditionsverein, der im kommenden Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert. „Dass der SCL von dem Gelände vertrieben wird – das wird es mit mir nicht geben“, sagt sie. Gleichzeitig müssten jedoch auch die Wünsche der Regattasegler Gehör finden. Am Donnerstag tagen die Mitglieder des Hauptausschusses und die Vereinsvorstände zunächst in nichtöffentlicher Runde. „Es wird sicherlich nicht das letzte Gespräch sein“, sagt Heidrun Otto.

Von Frauke Herweg

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