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Zwei Städte machen gemeinsame Sache

Neuruppin/Wittstock Zwei Städte machen gemeinsame Sache

Nicht gegen-, sondern miteinander wollen Neuruppin und Wittstock auf Großereignisse in ihrer Stadt im Jahr 2019 aufmerksam machen. Das gemeinsame Ziel: So viel Besucher wie möglich in die Region locken. Wittstock darf von Mitte April bis Anfang Oktober 2019 die Landesgartenschau ausrichten, die Fontanestadt erinnert an ihren bekanntesten Sohn.

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In bester Laune unterzeichneten Jens-Peter Golde (Neuruppin, li.) und Jörg Gehrmann (Wittstock) den Kooperationsvertrag.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. So viel Freude ist selten zu sehen: Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) und Wittstocks Oberhaupt Jörg Gehrmann (parteilos) haben am Dienstag im Neuruppiner Museum einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Demnach wollen die beide Städte ab sofort gegenseitig für das Großereignis werben, das 2019 in der jeweils anderen Kommune wohl ein beherrschendes Thema sein wird: Wittstock richtet vom 18. April bis 6. Oktober 2019 die sechste Landesgartenschau in Brandenburg aus; Neuruppin will vom 30. März bis 30. Dezember 2019 mit vielen Veranstaltungen und einer großen Ausstellung im Museum an Theodor Fontane erinnern. Der Schriftsteller wurde vor 200 Jahren, am 30. Dezember 1819, in Neuruppin geboren.

Golde: Wir sind besser zu hören, wenn wir gemeinsam marschieren

„Wir wollen die Region gemeinsam vermarkten und damit ein Zeichen setzen, dass die Region zusammen gehört“, sagte Golde. Zugleich sollen mit dem gemeinsamen Werben natürlich noch mehr Gäste in die Region gelockt werden. „Wir sind besser zu hören, wenn wir gemeinsam marschieren“, so Golde.

Peter Krause, der Chef des Tourismusverbandes Ruppiner Seenland, begrüßte die Kooperation. Gleichwohl müssten die beiden Städte „ihre Hausaufgaben machen“. Denn die Veranstaltungen in Neuruppin und Wittstock seien zwei verschiedene Paar Schuhe. Das wissen auch Gehrmann und Golde. Wer sich für Gartenkunst interessiert, muss kein Fan von Fontanes Werken sein und wer die Schriften von Neuruppins wohl bekanntesten Sohn schätzt, muss kein Herz für Pflanzen haben.

Fontanes Lieblingslehrer kam aus Wittstock

Gleichwohl sollen Besucher von Neuruppin künftig gezielt auf die Landesgartenschau in Wittstock hingewiesen werden – und zwar nicht allein bei Veranstaltungen wie dem Mai- und Hafenfest am Wochenende, vielmehr ist beispielsweise im gerade wieder eröffneten Tempelgarten ein Pflanzthema geplant, sagte Kulturmanager Mario Zetzsche. Dabei kann sich die Stadt durchaus an ihrem bekannten Sohn orientieren. Immerhin war Fontane als Apotheker mit vielen Heilpflanzen vertraut. Zudem kam Fontanes Lieblingslehrer in Neuruppin aus Wittstock, weiß Wolfgang Dost (76).

Der Wittstocker, der von 1987 bis 2004 das Museum in der Alten Bischofsburg leitete, hat schon einige Ideen, wie die Dossestadt ihrerseits 2019 auf Veranstaltungen in Neuruppin hinweisen könnte. Fontane spielt dabei natürlich eine Rolle: Der Schriftsteller könnte für jede der 25 Wochen, in der die Landesgartenschau nach Wittstock einlädt, Tipps für Wanderungen zu besonderen Orten und Veranstaltungen geben. Neben Neuruppin würden sich dafür auch das Kloster in Heiligengrabe und der gut 44 Meter hohe Aussichtsturm in Blumenthal anbieten, so Dost.

Von den Veranstaltungen bei der Landesgartenschau und im Fontanejahr werden nicht allein Neuruppin und Wittstock profitieren, sondern die gesamte Region – davon ist Tourismuschef Krause überzeugt. Die Städte wollen viel dafür tun, dass dies keine „touristische Eintagsfliege“ im Jahr 2019 bleibt, versicherten Golde und Gehrmann.

Von Andreas Vogel

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