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Zwei Wölfe spazieren mitten durchs Dorf

Dossow Zwei Wölfe spazieren mitten durchs Dorf

Zwei Wölfe haben die Scheu vor den Menschen in Dossow (Ostprignitz-Ruppin) offenbar verloren. Jenny Wolff und Anke Sidowski beobachteten die Tiere aus nächster Nähe – unabhängig voneinander. Wolfsbeauftragter Robert Franck wird nun mit den Zeugen reden und nach Spuren suchen.

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Zwei Wölfe wurden in der vergangenen Woche mitten im Dorf Dossow gesichtet.
 

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Dossow.  Zwei Wölfe haben offenbar die Scheu vor den Menschen in Dossow verloren. Jenny Wolff und Anke Sidowski beobachteten das am vergangenen Freitagmorgen auf der Dorfstraße unabhängig voneinander. Die 17-jährige Jenny Wolff lief um 6.40 Uhr in Richtung Bahnhof, um 6.51 Uhr in die Regionalbahn nach Pritzwalk zu steigen. „Schon von weitem sah ich die beiden Tiere und war mir sehr sicher, dass das Wölfe sind“, sagt Jenny.

Jenny Wolff: „Dann kamen die Tiere auf mich zu“

Die Wölfe liefen in das Dorf und „spielten dann vor einem Grundstück miteinander. Ich blieb stehen und wartete, doch dann kamen die Tiere weiter auf mich zu“, sagt sie.

Jenny Wolff sah beide Tiere aus nächster Nähe

Jenny Wolff sah beide Tiere aus nächster Nähe.

Quelle: Christamaria Ruch

Es lagen nur noch 30 Meter zwischen ihnen. In diesem Moment fuhr ein Auto in Richtung Bahnhof. Vermutlich war das der Auslöser, dass die beiden Tiere verschwanden. Sie liefen über den Bahnübergang und eines der Tiere kam kurze Zeit später zurück und entfernte sich auf den Bahngleisen in Richtung Fretzdorf. Der zweite Wolf lief in Richtung Goldbeck.

„Ich dachte erst, es wären Wolfshunde“

Anke Sidowski wohnt mit ihrer Familie vor dem Bahnübergang am Ortseingang von Dossow. Damit beobachtete sie diese Szene aus der entgegengesetzten Perspektive. „Ich war um 6.40 Uhr oben in der Küche“, sagt sie. „Vom Plattenweg neben den Gleisen kamen die beiden Tiere mit großer Geschwindigkeit, liefen über den Bahnübergang und dann ins Dorf bis zum zweiten Haus“, sagt sie. Sie kamen zurück und stoppten an ihrem Grundstück. Unterdessen schlug Hofhund „Oskar“ an. Der Bernersennenhund gab normale Laute von sich. „Als ich die Tiere von der oberen Etage aus sah, dachte ich, es wären Wolfshunde“, sagt Anke Sidowski. „Dann wurde mir bewusst, dass es sich um Wölfe handelt. Ich wusste gar nicht, dass sie so helles Fell haben.“ Um 6.41 Uhr rief sie ihren Schwiegervater an.

Anke Sidowski und Hofhund „Oskar“ passieren oftmals den Plattenweg, auf dem die Wölfe sich nun dem Dorf näherten

Anke Sidowski und Hofhund „Oskar“ passieren oftmals den Plattenweg, auf dem die Wölfe sich nun dem Dorf näherten.

Quelle: Christamaria Ruch

Anke Sidowski und „Oskar“ gehen oftmals den Plattenweg entlang. Genau die Strecke, die nun die mutmaßlichen Wölfe passierten. Außerdem sorgt sie sich um ihre zwei Jahre alte Tochter Sina, wenn sie nun im Garten spielt. Ortsvorsteher Axel Manz kennt seit zwei Jahren die Situation, dass Wölfe rund um Dossow unterwegs sind. „Ich habe der unteren Naturschutzbehörde und Jagdbehörde in Neuruppin mitgeteilt, was sich hier Freitagmorgen im Dorf abgespielt hat“, sagt Axel Manz.

Wolfsbeauftragter Franck: „Die gehen im Dorf auf Erkundungstour“

„Das alles ist von außen schwer zu beurteilen“, sagt Robert Franck, Wolfsbeauftragter im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, im Gespräch mit der MAZ. Er stuft den Vorgang als C 3 ein. Das bedeutet: Eine Wolfssichtung, bei dem für Fremde keine nachweisbaren Beweise wie Haare oder Spuren vorliegen. Im Fall von Dossow sagt Franck: „Hier haben zwei Leute unabhängig voneinander etwas gesehen, da mache ich den Vermerk C 3 plus.“ Nun heißt es für Robert Franck, die Zeugen in Dossow zu befragen und nach Spuren zu suchen. Das Verhalten der Tiere hält er für normal. „Die sind neugierig und gehen auch im Dorf auf Erkundungstour.“

„Wölfe mögen keine Hunde, daher sollten Spaziergänger ihre Tiere bei Streifzügen in der Natur anleinen. Der Wolf mag keine Gefahr, er ist ein Schisser“, sagt Robert Franck salopp. Auch für Pferde sieht er keine Gefahr. „Schwierig wird es nur, wenn Pferdehalter mit Fiffi nicht angeleint unterwegs sind.“ Robert Franck appelliert an alle Bürger: „Bitte sofort Spuren sichern, wenn Wolfssichtungen vermutet werden und mich benachrichtigen.“

Robert Franck ist Wolfsbeauftragter im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Wolfssichtungen sollen ihm umgehend telefonisch unter 0172/6048375 mitgeteilt werden.

Von Christamaria Ruch

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