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Zwei neue Stars für Kunsterspring

Zuwachs im Heimattierpark Zwei neue Stars für Kunsterspring

Neuruppins Heimattierpark in Kunsterspring hat in diesem Jahr eines seines beliebtesten Tiere verloren: Wisentbulle Fürst starb im Alter von fast 19 Jahren. Seitdem ist seine Partnerin Spelunke allein – aber nicht mehr lange. Spelunke bekommt wieder Gesellschaft. Gleich zwei neue Wisente ziehen ins Gehege ein.

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Wisentkuh Spelunke ist seit dem Sommer allein.

Quelle: Peter Geisler

Kunsterspring. So viel Ruhe ist Spelunke gar nicht gewöhnt. Die Wisentkuh aus dem Tierpark Kunsterspring hat schon mehr als 20 Jahre auf dem Buckel. Für einen weiblichen Wisent ist das ein beachtliches Alter. Fast ihr ganzes Leben lang hatte sie Gesellschaft – bis in diesem Sommer ihr langjähriger Partner starb. Der Wisentbulle Fürst war fast 19 Jahre alt. Fürst und Spelunke gehören eindeutig zu den Stars des Heimattierparks in Kunsterspring. Viele Besucher kennen die beiden mächtigen Rinder. Und viele fragen sich, wie es Spelunke jetzt geht, so ganz alleine.

Auch die Kuh ist schon eine alte Dame

Wirkliche Sorgen machen muss sich deshalb niemand, Spelunke bekommt schon bald wieder Gesellschaft. „Noch in diesem Jahr“, sagt Tierparkleiter Peter Mancke. Er hatte gleich nach Fürsts Tod Kontakt zu anderen Tierparks und Gehegen aufgenommen, die Wisente züchten. Dabei ging es nicht allein darum, einen neuen Partner für Spelunke zu finden. „Auch unsere Wisentkuh ist ja schon ziemlich alt“, sagt Peter Mancke. Nur in seltenen Fällen werden die weiblichen Wisente 25 Jahre oder gar älter. Spelunke ist also längst eine alte Dame. Wahrscheinlich wird auch sie nicht mehr sehr lange leben. Der Tierpark suchte deshalb gleich zwei neue Tiere und hat sie inzwischen auch gefunden. Ein junger Stier kommt mit ziemlicher Sicherheit aus Damerow nach Neuruppin, eine jüngere Kuh aus Fürstenwalde.

Richter Sebastian Klinge

Richter Sebastian Klinge.

Quelle: Peter Geisler

Auf dem Damerower Werder am Kölpinsee nahe Waren an der Müritz leben mehr als 20 Wisente. Schon zu DDR-Zeiten begann dort eine Zucht, um die extrem dezimierten Wildrinder vor dem Aussterben zu bewahren. Wisente waren noch vor einigen Jahrhunderten in weiten Teilen Europas zu Hause. Sie wurden jedoch seit je her so sehr gejagt, dass ihr Bestand immer mehr abnahm. Der Erste Weltkrieg machte den Tieren nahezu den Garaus. Im Jahr 1914 soll es 737 frei lebende Wisente in Europa gegeben haben, 1920 waren es noch fünf Tiere, ein Jahr später gab es gar keinen Wisent mehr in freier Wildbahn.

Gerettet wurde die Art in Polen. Dort begann schon in den 20er Jahren ein Zuchtprogramm zum Erhalt der Wisente. Seit 1952 leben einige Tiere dort wieder frei in einem Urwald. 1957 richtete die DDR auf dem Damerower Werder auf Bitte aus Polen ein weiteres Reservat für die imposanten Tiere ein. Seitdem werden auch dort Wisente gezüchtet.

Aus dem Heimattiergarten in Fürstenwalde hofft Peter Mancke eine junge Wisentkuh zu bekommen. Dort wurde 1996 auch Wisentsbulle Fürst geboren, bevor er 1999 nach Kunsterspring kam.

Transport unter Narkose

Der Transport der kräftigen und großen Tiere nach Neuruppin ist noch eine Herausforderung. Die beiden Wisente müssen dafür mit einem sehr starken Narkosemittel betäubt werden, das auch für andere große Wildtiere wie Elefanten oder Nashörner eingesetzt wird. Das Mittel ist nicht leicht zu dosieren und ist auch für Menschen hoch gefährlich. Nur besondere Tierärzte dürfen damit umgehen, sagt Tierparkleiter Peter Mancke.

Der Förderverein des Heimattierparks kümmert sich um den Kauf der Tiere und auch um deren Transport. Wenn alles klappt, gibt es in Kunsterspring schon in wenigen Wochen zwei weitere Stars.

Knapp 60 000 Besucher hatte der Tierpark der Fontanestadt mit seinen 500 Tieren in 95 Arten seit Januar. 2015 wurde er 40 Jahre alt.

Von Reyk Grunow

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