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Zweiter Platz für Pritzwalker Schülerköche

Team aus Wildau zieht ins Bundesfinale ein Zweiter Platz für Pritzwalker Schülerköche

Hier wurde ordentlich gewürzt, gekocht und gebraten: Beim Schülerkochpokal des Landes schnitt das Team der Ludwig-Witthöft-Oberschule Wildau (Dahme-Spreewald) am besten ab und zog ins Bundesfinale ein. Die Pritzwalker Schülerköche belegten einen guten zweiten Platz, die Rheinsberger hatten kurzfristig abgesagt.

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Hochkonzentriert und mit Spaß bei der Sache waren die Pritzwalker Schülerköche, hier Jaqueline Walther und Bryan Riefstahl.

Quelle: Julian Stähle

Teltow. So richtig toll ist die Stimmung beim Aufräumen der Küche am Ende nicht bei den beiden Pritzwalker Teams, die sich gestern am Schüler-Koch-Pokal des Landes Brandenburg in Teltow beteiligten. Nur eine Mannschaft darf zum Bundeswettstreit Ende Mai nach Erfurt fahren. Und die kommt nicht aus Pritzwalk sondern aus Wildau, hat die Jury gerade entschieden. Ihre Enttäuschung können die Mädchen und Jungen der Pritzwalker Freiherr-von-Rochow-Schule nicht ganz verbergen. Nur Hannelore Krüger strahlt: „Wir sind Zweite, das ist doch klasse!“

Dabei war das Team, vor dem die Pritzwalker im Vorfeld den meisten Respekt hatten, gestern gar nicht am Start. Die Schülerköche der Rheinsberger Heinrich-Rau-Schule hatten wegen Krankheit kurzfristig abgesagt.

Bei den Pritzwalkern ist es bis auf ein paar Kleinigkeiten gut gelaufen. Bryan Riefstahl, Clemens Schulz, Kevin Schütt und Jaqueline Walther hatten ihr Menü „Auf hoher See“ genannt. Es gab Selleriecremesuppe mit Nordseekrabben und pikantem Gebäck als Vorspeise, Lachsforelle an karamellisierten Babymöhren und Bandnudeln als Hauptgericht und Sturmbeutel zum Dessert. Jeder kannte seinen Part, nichts war zuvor vorbereitet worden, wie man es aus den Fernsehkochstudios kennt.

Die Schülerköche aus Pritzwalk zeigten beim Landesfinale des Schüler-Koch-Pokals in Teltow eine gute Leistung. Zum Bundesfinale darf aber das Team aus Wildau. Die Favoriten aus Rheinsberg hatten kurzfristig abgesagt.

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Um 13 Uhr legen die Schüler los. Da ist noch alles ganz entspannt.

Clemens filiert die Lachsforelle wie ein Fachmann. „Kein Problem, ich bin Angler“, sagt er selbstbewusst. Bryan bearbeitet mit dem Messer eine große Sellerieknolle. „Wo ist die Butter?“, fragt Kevin in die Runde. Er muss den Brandteig für den Nachtisch vorbereiten. Alles läuft wie am Schnürchen.

Nebenan bei den Pritzwalker Mitschülern, die heute mal Konkurrenten sind und ein Multi-Kulti-Menü zubereiten, herrscht die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. David Gansau zerpflückt einen Brokkoli in seine Röschen. Er ist für die Vorspeise zuständig: Brokkolicremesuppe mit Sesam-Schinken-Gebäck. Marvin Meyer bereitet die Füllung für die Schweinerouladen vor, aus Ricotta, Zwiebeln und Knoblauch. Später kommen gerösteter Paprika und Schinken hinzu. Püree vom Erdapfel gibt es dazu, sagt die Karte. Das klingt einfach besser als Kartoffelpüree. Das Dessert ist Hannelore Krügers Aufgabe. Sie schneidet Dosenaprikosen klein, verrührt sie mit Frischkäse. Das wird die Füllung für die Schoko-Crepes.

Fast die Hälfte der Zeit ist nun vorbei. Auch wenn Marvin äußerlich ruhig wirkt, die geröteten Wangen verraten seine Anspannung. Er klopft das Fleisch für die Rouladen. David sucht nervös nach einem Deckel für den Suppentopf. Auf der anderen Seite, bei den „Maritimen“ knetet Clemens den Teig für die Bandnudeln. Zerkleinerte Petersilie wird den Nudeln eine kräftig grüne Farbe geben.

Annika Neumann hat für die Multi-Kultis einen kleinen Globus in die Tischmitte gerückt, farbenfrohe Servietten mit Toscana-Motiv. Beide gehen nun, da der Tisch perfekt ist, ihren Kollegen beim Kochen zur Hand.

Halbzeit. Bryan rollt den Nudelteig aus und flucht leise. Wahrscheinlich hat er zu wenig Mehl darunter gestreut. Er lässt sich nur schwer von der Platte lösen. Clemens eilt mit einem Messer herbei und versucht, ein Malheur zu vermeiden. Mit Erfolg. Bryan ist wieder die Ruhe selbst. „Zu Hause koche ich an jedem Wochenende“, verrät Bryan. Seine Spezialität ist Nudelpfanne. Ist das Nudelwasser schon aufgesetzt?

Gegenüber röstet Marvin Suppengrün in der Pfanne. „Damit die Soße kräftig wird“, erklärt er. David hält einen Pürierstab in die Brokkolisuppe, probiert anschließend und scheint mit dem Geschmack zufrieden zu sein. Noch eine halbe Stunde bleibt den Köchen, die die 9. oder 10. Klassen besuchen. Clemens legt seine Lachsforellenstücke in die Pfanne. Vorsichtig auf die Hautseite. Kevin hat die Mini-Windbeutel aus den Ofen geholt. Sie sind schon etwas abgekühlt und werden mit Sahne gefüllt.

Ein gebackener Schwan und Sauerkirschen komplettieren den Dessertteller der „Maritimen“. Auch Hannelore richtet ihre gefüllten Schoko-Crepes mit Aprikosen-Honig-Püree sowie einer frischen Erdbeere an. Noch zehn Minuten. Bei den Pritzwalker „Maritimen“ sieht es nach Schlussspurt aus. Der Zeiger der Küchenuhr rückt unerbittlich vorwärts. Marvin kämpft mit dem Kartoffelpüree, das er in Ringe füllt. Die Soße ist ein wenig dick geworden. Nun fehlt die Zeit zum Verdünnen. Annika hat den ersten Teller schon zur Jury getragen. Das Menü der Schülerköche wird buchstäblich mit dem Schlussgong fertig.

Für den Juryrundgang haben sich die Pritzwalker noch etwas einfallen lassen. Die Multi-Kultis erklären anhand einer kleinen Geschichte die Herkunft ihrer wichtigsten Zutaten: Brokkoli, Paprika und Aprikose. Die „Maritimen“ haben Reime auf ihr Menü gemacht. Toller Auftritt für beide Teams, auch wenn die Wildauer diesmal einen Tick besser waren.

Von Edith Mende

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