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Ostprignitz-Ruppin „Zwiebelchen“ in toller Neuauflage
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Zwiebelchen“ in toller Neuauflage
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00:18 17.01.2018
Der Schlussapplaus war riesig, die Freude des Ensembles nicht weniger. Am Freitagabend hatte das Kindermusical „Zwiebelchen“ Premiere. Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

„Sei stolz auf jede Träne – sie öffnet dir das Herz“ – singt Vater Zwiebel seinem Töchterchen in der ersten Szene vor. Mit diesem Plädoyer, Gefühle zuzulassen und zu zeigen, berührte das gesamte Kindermusical-Ensemble am Freitagabend die Herzen der Zuschauer. Lange hatte man dafür geprobt – vor und hinter der Bühne. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Die Geschichte um das Arme-Leute-Kind Zwiebelchen – nach einem Kinderbuch von Gianni Rodari – geriet zu einem prächtigen Farbenrausch, voll mit zündender Musik, mitreißenden Tanzszenen und witziger Dialoge. Die teils noch sehr jungen Darsteller trauten sich vor vollem Haus an anspruchsvolle Soli, die Choreographien machten Spaß – jede Figur hatte ihren eigenen Charakter.

Zur Premiere des Kindermusicals „Zwiebelchen“ war das Rheinsberger Schlosstheater rappelvoll. Unter den Zuschauern waren auch viele ehemalige Darsteller, die im „Zwiebelchen“ von 2011 und 2012 mitgewirkt haben. Am Ende gabs rote Rosen und ein Ständchen für Angelina Fiedler, die seit 10 Jahren die Choreographie des Musicals in Händen hat.

Frida Tomschin war ein gefühlvolles Zwiebelchen, Edgar Schumacher gab den fiesen Ritter Tomate auf seinem Hüpfball-Thron wie einen echten Tyrannen. Schön verzickt spielten Carlotta Weidauer und Jaimy-Lee Hille als Gräfinnen Kirschbaum – nicht minder divenmäßig agierte Anna-Lena Franck als mondäne Fürstin Zitrone, die ihren Auftritt zur Revue werden lässt – nicht zuletzt Dank der wunderbaren Kostüme von Sigrid Herfurth, die jede Figur zum Hingucker stylte. Nele Weidner als Kirschlein ist eine süß-trotzige Göre mit viel Herz, Paul Gast ein wunderbar komischer Klugscheißer, von dem nicht nur die Erdbeerchen viel übers Bügeln lernen können. Victor Krahmer als Bluthund lässt seinen adeligen Stammbaum heraushängen, mit gelangweilt-gespreizten Habitus gibt er seiner Rolle mehr Komik denn Bedrohung.

In waschechtem Zille-Berlinisch

Den Vogel jedoch schießt Linus Labsch als Maulwurf ab: eine zwar nur kurze aber wortgewaltige Rolle. Mit waschechtem Zille-Berlinisch sorgt das Tierchen für wahre Lachstürme im Publikum. Insgesamt ist zu sagen: die Leistung jedes Einzelnen ist ein Beitrag zum gelungenen Ganzen. Das wird am Ende gefeiert – Regisseur Stefan Labenz, der auch das Libretto schrieb, Songtexter Micha Wudick und Choreographin Angela Fiedler haben es einmal mehr geschafft, die Schüler – die meisten aus Rheinsberg – über sich selbst hinauswachsen zu lassen. Für Angelina Fiedler gibt es am Ende ein Ständchen von Labenz und Wudick – für zehn Jahre Choreographie. „In meinem ersten Jahr war ich schnell an meinen Grenzen, als ich den Kindern auch noch Schritte beibringen musste“, erinnert sich Labenz an sein erstes Musical vor elf Jahren.

Im Saal waren viele Darsteller der 2011er Aufführung

„Zwiebelchen“ gab es bereits 2011 und 2012. Die jetzige Neuauflage ist deutlich verändert: „Es ist spritziger geworden. Und moderner“, so Labenz. Da wird schon auch gerappt, gehiphopt und gejazzt. „Wir haben die Musiker gefragt, wie sie die Songs machen würden“, erklärt er. Denn das ist beim Musical so üblich, dass alle Akteure mit in den Schaffensprozess eingebunden werden. Auch hinter der Bühne – viele der Schüler der Rau-Schule haben am Projekt mitgewirkt: sei es bei Bühnenbild und Kostümen oder an der Technik.

„Ich hätte gern mitgemacht. Frida war super als Zwiebelchen“, lobt ihr Klassenkamerad Willy Lisch. „Tolle Leistung von allen“, lobt auch sein Vater. „Es ist toll, wie die Kinder daran wachsen“, schwärmt Claus-Peter Simon, der 2011 den Vater Zwiebel spielte. „Ich bin mit hohen Erwartungen gekommen – sie wurden mehr als übertroffen“, sagt Merlin Gerndt, der 2011/12 den Herzog Mandarine spielte. Er ist mit diesem Lob nicht allein: Im Saal sind viele der damaligen Zwiebelchen-Darsteller – mit einer roten Rose für Angela Fiedler dabei.

Das Publikum war hingerissen – die Akteure am Ende überglücklich

„Ich bin hin und weg“, sagt ein überglücklicher Stefan Labenz. „Das Finale war grandios. Alle Charaktere waren so toll – jeder hat etwas ganz eigenes aus seiner Rolle gemacht. Was die Kinder so abgeliefert haben, ist beeindruckend. Dazu so eine schöne Botschaft am Ende – von Toleranz und Mitgefühl. Wo die Gemeinschaft über das Böse siegt.“ Es ist nur natürlich, wenn hier und da Freudentränen fließen. Warum auch nicht? Das Motto Vater Zwiebels gilt.

Für die, die Zwiebelchen erleben wollen: Am Montag um 10 und 13 Uhr sind die beiden letzten Aufführungen.

Von Regine Buddeke

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