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Ostprignitz-Ruppin Zwischen Aufsichtsrat und Buddhismus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zwischen Aufsichtsrat und Buddhismus
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00:17 01.11.2013
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Neuruppin

Der 54-Jährige hat seinen Betriebsratstag. Gemütlich sitzt der Oberarzt der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie mit T-Shirt und offenem Hemd an seinem Schreibtisch. Kaum einer würde auf die Idee kommen, dass der freundliche Mann mit den aufmerksam blickenden Augen der stellvertretende Aufsichtsratschef der Klinikholding ist.

Christian Scherkenbach wollte schon immer im Neuruppiner Krankenhaus arbeiten. Schuld daran ist eine tschechische Fernsehserie. "Als Kind habe ich immer Das Krankenhaus am Rande der Stadt gesehen", sagt er und schmunzelt. Die Neuruppiner Klinik liegt auch am Rande der Stadt. Also absolvierte Scherkenbach, der in der Neuruppiner Klinik geboren wurde, einen dreijährigen Armeedienst, um an der Berliner Humboldt-Universität Medizin studieren zu können. Zunächst wählte er das Zahnarztstudium und machte danach eine Facharztausbildung für Kiefernchirurgie in Neuruppin. "Das war sehr schön. Ich durfte in den einzelnen Kliniken hospitieren", erinnert sich Scherkenbach. Dennoch klappte es nicht gleich mit einer Stelle. Er überbrückte die Zeit als Zahnarzt bei der Armee und fing am 1.Dezember 1989 im Neuruppiner Krankenhaus an.

Der Betriebsrat der Ruppiner Kliniken interessierte ihn zunächst nicht. Das änderte sich, als eine Stationsschwester Probleme mit der Arbeitszeit hatte und mit dem Betriebsrat eine Lösung fand. "Ich habe gesehen, dass man Einfluss nehmen kann. Das fand ich in Ordnung." Nun arbeitet Scherkenbach, der verheiratet ist und sechs Kinder hat, bereits seit mehr als 16 Jahren im Betriebsrat, seit Januar 2012 sogar als Vorsitzender. Das war nicht sein Ziel. Denn als Betriebsratsvorsitzender so großer Unternehmen wie den Kliniken wird man normalerweise von der Arbeit freigestellt. "Ich bin aber Arzt. Wenn ich vier Jahre raus aus dem Beruf bin, komme ich nicht mehr rein."

Christian Scherkenbach suchte nach einem Kompromiss: Er ist nur die Hälfte seiner Arbeitszeit für den Betriebsrat freigestellt. Ganz glücklich ist der Oberarzt damit nicht. "Entweder ich mache was ganz oder gar nicht." Für den Betriebsrat gilt das nicht. Da zählt ein anderer Leitsatz. "Ich muss hinter einer Sache stehen, sonst kann ich die nicht machen." Als Betriebsrat sieht er sich als Mittler zwischen den Beschäftigten und dem Arbeitgeber. Die Nöte einer Krankenschwester sind ihm genau so wichtig wie die eines Arztes. "Das macht für mich keinen Unterschied." Wichtig ist ihm, niemals etwas zu versprechen, was er nicht halten kann. Sicherheit gibt ihm dabei der Buddhismus. "Das ist für mich keine Religion, sondern eine Lebensphilosophie." Scherkenbach ist Mitglied im tibetanischen Zentrum Hamburg und hat den Buddhismus drei Jahre im Fernstudium studiert. 2007 hat er sogar bei einer einwöchigen Unterweisung in eine der Schriften durch den Dalai Lama mitgemacht. Davon zehrt Scherkenbach noch heute ‒ und freut sich bereits auf 2014. Da kommt der Dalai Lama wieder nach Hamburg. Scherkenbach will natürlich dabei sein. "Ich habe schon Karten." Auf den Buddhismus ist er wie bei seinem Beruf durch einen Film gestoßen. "Sieben Jahre Tibet" hat ihn derart beeindruckt, dass er begann, sich mit den 2500Jahre alten Lehren zu beschäftigen.

Auf die Arbeit als stellvertretender Aufsichtsratschef freut sich Scherkenbach. Er versteht sich als gleichberechtigter Partner auf Augenhöhe mit dem Landrat. Es gibt nur einen Unterschied: Der Landrat hat bei Stimmengleichheit laut Gesetz eine zweite Stimme.

Von Andreas Vogel

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