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Zwischen Gedenken und Erneuerung

Zempow Zwischen Gedenken und Erneuerung

217 Besucher schauten sich die Ausstellung des Vereins Friedensscheune in Zempow über die Geschichte des Schießplatz-Protestes an. Zum Abschluss wurde in kleiner Runde über die Zukunft der Mahnsäulen diskutiert.

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Ulrike Laubenthal (r.) stieß mit Annette Klumb und Niels Detloff auf den Erfolg der Ausstellung an.

Quelle: Björn Wagener

Zempow. Die Ausstellung zur Geschichte der Bürgerinitiative Freie Heide in Zempow ist am Dienstagabend geschlossen worden. Seit der Eröffnung am 23. August wurden 217 Besucher gezählt, teilt Ulrike Laubenthal vom Verein Friedensscheune mit. Sie hatte die Ausstellung aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums der Gründung der Bürgerinitiative Freie Heide konzipiert und betreut. Von 1992 an kämpfte die Initiative um die friedliche Nachnutzung des Truppenübungsplatzes und erreichte ihr Ziel schließlich am 9. Juli 2009.

Wieder ins Bewusstsein gerückt

„Die Ausstellung hat das Thema Freie Heide wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt“, sagt sie und zieht ein positives Fazit. Darauf stießen Ulrike Laubenthal, Annette Klumb und Niels Detloff vom Vorstand des Vereins Friedensscheune am Dienstag an.

Die Ausstellung hatte nicht nur die Gründung, Entwicklung und den Erfolg der Bürgerinitiative beleuchtet, sondern auch die Mahnsäulen im Blick. Die kündeten in der Zeit des Protestes vom Widerstand in der Region. Heute sind sie Zeitzeugnisse mit historischer Bedeutung. Doch wie mit ihnen umgehen? Sollte man sie erhalten und pflegen; in einem Skulturenpark zusammenfassen; eine „Allee der Mahnsäulen“ an der Dorfstraße errichten oder sie einfach dem Zahn der Zeit überlassen? Darüber diskutierten am Dienstagabend die genannten Vorstandsmitglieder sowie Swantje Schäkel und Ulrich Christ in Zempow. Immerhin hätten sich laut Ulrike Laubenthal für die Säulen in Zempow, Schweinrich, Griebsee, Lutterow und Gadow Paten gefunden, die sich um die Pflege kümmern wollen. Dennoch hofft sie, dass sich die jeweiligen Kommunen um die grundsätzliche Standsicherheit kümmern könnten. Ulrich Christ verwies darauf, dass die Säulen „für eine Kommunikation zwischen den Dörfern gesorgt haben, die sonst nicht stattgefunden hätte“.

Ausstellungsbesucher meist für Erhalt der Mahnsäulen

Die meisten Künstler, die einst Mahnsäulen schufen, hätten zudem ein Interesse an deren Erhalt. Außerdem stehe die Möglichkeit im Raum, dass alte Mahnsäulen durch zeitgemäße Nachfolge-Kunstwerke ersetzt werden könnten. Besucher der Ausstellung sprachen sich mehrheitlich für den Erhalt der Säulen aus. Denn Erinnerung brauche etwas Konkretes, eine bildliche Vorstellung, um wach gehalten zu werden, schrieben sie auf eine Leinwand. Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kyritz Ruppiner Heide wird sich auf ihrer nächsten Sitzung ebenfalls dem Thema Mahnsäulen widmen.

Von Björn Wagener

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