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Ostprignitz-Ruppin Zwölf Wohnungen im herrschaftlichen Palais
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zwölf Wohnungen im herrschaftlichen Palais
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02:15 11.03.2017
Das geräumige Treppenhaus lässt erahnen, wie imposant das Gebäude angelegt war. Auch NWG-Chef Robert Liefke ist beeindruckt. Quelle: Reyk Grunow
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Neuruppin

Von außen ist der Schatz kaum zu erahnen. Das Haus am Neuruppiner Braschplatz wirkt groß und irgendwie besonders. Aber wer würde annehmen, dass es sich bei dem leerstehenden Gebäude um „eines der prächtigsten und baugeschichtlich bedeutsamsten Bürgerhäuser der Stadt“ handelt? So sehen jedenfalls die Fachleute vom Landesdenkmalamt den Bau aus der Zeit um 1790.

Auch Robert Liefke, der Chef der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG), kennt das Innere des Gebäudes und kann verstehen, dass die Denkmalpfleger beeindruckt sind. Eine steinerne Treppe führt von der Straße aus zum erhöht gelegenen Eingang. Hinter dem Portal erstreckt sich ein breiter Flur, der in ein imposantes Treppenhaus übergeht. Die Wohnungen zu beiden Seiten haben hohe, geräumige und helle Zimmer. Die einzelnen Etagen sind mit eigenen Portalen zum Treppenhaus hin abgeschlossen. Das Haus ist beeindruckend – aber in keinem guten Zustand.

Viel scheint die NWG als Eigentümer bisher auf den ersten Blick nicht saniert zu haben. „Es wurde immer mal wieder etwas gemacht“, sagt Liefke. Das Dach wurde zum Beispiel erneuert. Und alle Wohnungen haben Bäder bekommen – wenn manche auch einen eigentümlichen Grundriss haben. Dafür haben bis heute alle Wohnungen Kachelöfen. Und noch immer Bleirohre fürs Trinkwasser.

Von außen wirkt das Haus groß, aber nicht unbedingt wie eines der prächtigsten Bürgerhäuser in der Innenstadt. Das war es aber einst. Quelle: Reyk Grunow

Ein Schild im herrschaftlichen Eingangsbereich warnt die Mieter vor der unsichtbaren Gefahr im Wasser. Das Risiko war der NWG trotzdem zu groß. Sie hat das gesamte Haus leergezogen. Seit ein paar Wochen lebt in dem heruntergekommenen Prunkbau niemand mehr. Wenn es nach NWG-Chef Liefke geht, soll das einstige Palais der Familie von Winterfeld so schnell wie möglich saniert werden.

Seit Jahrzehnten war das Gebäude in Wohnungen aufgeteilt. Manche verwinkelt oder mit einem Zimmer ohne Fenster; andere unfassbar riesig. Im Obergeschoss zieht sich eine Wohnung fast über die gesamte Breite des Gebäudes.

Anbau mit barrierefreien Wohnungen

„Das kann so natürlich nicht bleiben“, sagt Liefke. Platz für zwölf Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen sieht er in dem Gebäude – alle etwas anders geschnitten als bisher. Auf dem großen Hof könnte ein Anbau mit barrierefreien Wohnungen entstehen. Über die breite Toreinfahrt wären die von der Friedrich-Engels-Straße aus ohne Stufen erreichbar. Wenn die Denkmalbehörde dem zustimmt – und der Aufsichtsrat der NWG ebenfalls.

In der Virchowstraße entstehen in einem Mietshaus gerade neue Wohnungen; mit denen an der Friedrich-Engels-Straße könnten bis 2019 zwanzig Mietwohnungen fertig werden. „Aus meiner Sicht haben wir in der Innenstadt noch genügend Wohnraum“, sagt Liefke und widerspricht damit einigen Stadtverordneten: „Wir brauchen eigentlich keinen Wohnungsneubau.“

Die Kosten werden auf 1,5 Millionen Euro geschätzt

Allein die Kosten für die Sanierung des Haupthauses an der Friedrich-Engels-Straße schätzt die NWG auf 1,5 Millionen Euro. Der geplante Teilabriss eines Anbaus und die barrierefreien Wohnungen auf dem Hof sind nicht mitgerechnet. Damit sich das „wenigstens noch halbwegs rentiert“, rechnet der NWG-Chef mit einer Kaltmiete um die 8 Euro – kein Schnäppchen, in Neuruppins Altstadt inzwischen aber durchaus üblich.

Mit den Arbeiten will der NWG-Chef schnell beginnen, um nicht mit den Plänen der Stadt in Konflikt zu geraten. Wenn Neuruppin die Friedrich-Engels-Straße entlang des Braschplatzes erneuern lässt, kommen Baufirmen kaum noch zum Wohnhaus durch. Wann das nächste Stück der Friedrich-Engels-Straße saniert wird, war aus dem Rathaus bisher nicht zu erfahren. Zuletzt hieß es, die Stadt wolle noch 2017 mit den Arbeiten beginnen, doch das scheint inzwischen ungewiss.

Von Reyk Grunow

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