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Ostprignitz-Ruppin Ein Team für die Ewigkeit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ein Team für die Ewigkeit
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00:20 20.03.2018
Ilona Bartels, Thomas Hansen und Judith Bartels (v.l.) setzen sich in der Prignitz für eine bessere Anerkennung von Assistenzhunden ein Quelle: Foto: Marcus J. Pfeiffer
Sargleben

Hunde können das Leben erleichtern. So sehen das die Mitstreiter des „Associata-Assistenzhunde“-Vereins. „Wir sind kein Hundeverein, sondern eine soziale Initiative“, sagt Mitglied Ilona Bartels. Der Verein setzt sich dafür ein, dass alle Assistenzhunde bei den Sozialkassen anerkannt werden. Bisher ist das nur bei Blindenhunden der Fall.

Seit Dezember vorigen Jahres ist der Verein nun auch in dem Prignitzdorf Sargleben (Gemeinde Karstädt) ansässig. Ein Gutshaus aus dem Jahr 1874 – der sogenannte Distelhof – bietet genügend Platz, um alle Ideen zu verwirklichen. Der Haupt bleibt in Zülow bei Sternberg (Landkreis Ludwigslust-Parchim).

In der Prignitz wollen die Hunde-Lobbyisten nun Fuß fassen. „Bei unserem Tag der offenen Tür im Januar kamen weit über 100 Gäste. Wir waren völlig erstaunt“, berichtet Vorstandsmitglied Thomas Hansen. „Wir fühlen uns hier gut aufgenommen.“

„Gemeinsam stark“, ist das Motto des Vereins. Das leitet sich aus dem Vereinsnamen „Associata“ aus dem Italienischen ab. Auf der einen Seite sind Hund und Mensch gemeinsam stark, auf der anderen der Verein mit seinen Mitstreitern.

Anders als bei Blindenhunden ist ein Assistenzhund ganz speziell für den Menschen mit Handicap ausgebildet, dessen Alltag er erleichtern soll. „Mensch und Tier sind aufeinander abgestimmt, doch das braucht Zeit und Geduld“, sagt Ilona Bartels. Ihre Tochter Judith ist Trainerin für solche Hunde. Sie hat ihre freiberufliche Tätigkeit aber nun aufgrund ihrer Vorstandsmitgliedschaft vorerst niedergelegt.

Assistenzhunde sind vielseitig einsetzbar und helfen den Menschen. Sie begleiten Menschen mit Autismus, geistigen oder körperlichen Behinderungen. Der Hund hilft, in dem er zum Beispiel Türen öffnet, heruntergefallene Gegenstände aufhebt, Lichtschalter betätigt – oder einfach Gesellschaft leistet. Bei Epileptikern etwa kann ein Assistenzhund den nächsten Anfall schon riechen, bevor der Betroffene selbst Symptome spürt.

Die Ausbildung der Hunde dauert mehrere Jahre. „Sie geht weit über die eines Familienhundes hinaus“, so Hundetrainerin Judith Bartels. Nach der Grundausbildung bekommt der Hund ein weiteres intensives Training, das speziell auf den Bedarf der begleiteten Person ausgerichtet ist. „Nicht jeder Trainer ist dieser Aufgabe gewachsen“, sagt Ilona Bartels. Mensch und Tier bilden ein Team für die Ewigkeit.

Die Trainer müssen sich dabei in die Situation des hilfebedürftigen Menschen hineinfühlen. Der Trainer muss zum Beispiel genau diesen einen Autisten im Auge haben – nicht irgend einen Autisten. „Das macht die Ausbildung der Tiere so schwierig und teuer.“ Die Ausbildung kostet 25 000 bis 30 000 Euro. „Das ist ohne Zuschuss unbezahlbar“, sagt Thomas Hansen. Deshalb kämpft der Verein für die Anerkennung der Assistenzhunde. Dies ist die Voraussetzung, dass Kranken- und Pflegekassen die Kosten teilweise übernehmen. ein. Bei den Blindenhunden ist dies bereits der Fall – hier übernehmen die Sozialkassen die Ausbildungs- und Unterhaltungskosten.

Mit Info-Abend, Vorträgen, Diskussionen wollen Ilona Bartels, deren Tochter und Thomas Hansen mit ihren 18 weiteren für die Anerkennung von Assistanzhunden werben. Sie wissen selbst, dass das ein langer Weg ist. „Aber es macht uns auch Spaß, wir sind mit Leib und Seele dabei“, sagt Ilona Bartels.

Der Verein hat mittlerweile ein Netzwerk aufgebaut, das sich über acht Bundesländer erstreckt.

Auf ihrem „Distelhof“ in Sargleben wollen sie Menschen mit und die Behinderung zusammenbringen. „Wir wollen einen Raum geben und Inklusion gemeinsam leben“, sagt Ilona Bartels.

Ein Bauerncafé soll an ausgewählten Wochenenden die Leute zusammenbringen. Weitere Gruppen und Vereine könnten zukünftig das Gutshaus für ihre Treffen nutzen. „Derzeit sind wir auf der Suche nach Mitstreitern“, so Ilona Bartels.

Als nächste öffentliche Veranstaltung gibt es am 21. März auf dem Distelhof einen Info-Tag für Stiftungen, Vereine und Interessierte zum Thema „Spendenbasierte Assistenzhunde-Ausbildung“.

Für den 9. April hat der Verein ein Fachgespräch für Assistenzhunde-Trainer unter der Frage „Wann wird der Assistenzhund anerkannt und wie funktioniert das in der Politik?“ organisiert. Förderung erhält der Verein von der „Aktion Mensch“.

Wenn Ilona Bartels mit Behinderten arbeitet, singt mit ihnen, sie erzählt Geschichten oder rezitiert Gedichte, um einen Zugang zu finden. Aber letztlich sei es wie beim Kochen: Das Ergebnis sei nie so, wie es im Kochbuch steht.

Unerwartetes müsse man einfach zu lassen, so Bartels – so etwa, dass eine Körperbehinderte, die nicht mit dem Löffel essen konnte, ihre Suppe aus der Tasse trank.

„Es ist nicht einfach, mit Einschränkungen das Leben zu meistern. Doch es ist toll zu sehen, wie die Menschen damit umgehen. Sie geben nicht auf, machen weiter und probieren ständig Neues.“

Ein Hund erleichtert die soziale Teilhabe. „Wir haben selbst über 30 Jahre Erfahrung. Wir sind selbst beruflich und persönlich damit konfrontiert“, sagt Ilona Bartels, die jahrelang mit Behinderten gearbeitet. Thomas Hansen kennt sich als Versicherungs-Fachmann mit Pflegekassen und Finanzierungen aus. Judith Bartels hat als Mutter zweier autistischer Kinder jede Menge persönliche Erfahrung mit dem Thema. Ihre beiden Hunde sind zwar nur“ganz normale“ Hunde, doch schon diese beiden tun ihren Kindern sichtlich gut.

Von Marcus J. Pfeiffer

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