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Pflanzzeit für den Luther-Apfel

Germendorf Pflanzzeit für den Luther-Apfel

Am Sonntag findet in der sanierten Germendorfer Kirche nicht nur ein Festgottesdienst statt, es wird auch ein „Luther-Apfelbaum“ gesetzt. Der kommt am Sonnabend aus Wittenberg. Und die Bank, die künftig zum Verweilen in seinem Schatten einladen soll, steht schon.

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Organisieren den Festtag: Gemeindemitglieder um Pfarrer Arndt Farack (M.)

Quelle: Heike Bergt

Germendorf. Das Gerüst ist erst in der vergangenen Woche gefallen. Und die goldgelbe Fassade strahlt in der Sonne des Donnerstagnachmittags besonders schön. Es ist geschafft!, ist nicht nur Pfarrer Arndt Farack zufrieden. In den vergangenen drei Jahren war das Gotteshaus in drei Schritten rundum saniert worden: der Turm für 70 000 Euro, das neue Dach schlug mit rund 195 000 Euro zu Buche und zum Schluss die Fassade für noch einmal 78 000 Euro. Geld aus Sammlungen der Gemeinde, Kirchensteuern, Geld der Stadt und des Kulturministeriums. „Nächste Woche werden die Bauarbeiten abgenommen. Wir sind froh, dass alles bis zum Winter fertig geworden ist“, so Arndt Farack.

Auch das wird am Sonntag, 22. Oktober, gefeiert. An diesem Tag findet ab 14 Uhr im Germendorfer Gotteshaus ein Festgottesdienst statt, den unter anderem die Sänger des Chors aus Leegebruch gestalten. Alle Germendorfer sind herzlich dazu eingeladen. Auch dazu, dass im Anschluss ein „Luther-Apfelbaum“ an der Bank vor der Kirche in den Boden kommt. Die Bank hat die Volkssolidarität finanziert. Die Germendorfer Ortsgruppe ist die Größte in Oberhavel. Hergestellt wurde sie in den Behindertenwerkstätten in Schönfließ.

Gehandicapte Menschen haben auch die insgesamt 95 Apfelbäume gehegt und gepflegt, die am Sonnabend von Wittenberg aus ihre Reise „in die ganze Welt“ antreten. Sieben davon nach Oranienburg. Hier hatten sich 35 Frauen als Baumpatinnen für die Idee der Luther-Bäume begeistert. Die war unter dem Thema: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch einen Apfelbäumchen pflanzen“ gestartet worden. Seit 2012 wuchsen sie in den Barnimer Baumschulen heran. Sie wurden eigens zum Reformationsjubiläum 2017 gezüchtet. Die Sorte „Martin Luther“ ist bereits 1177 urkundlich erwähnt und zählte zu den damals bekannten Borsdorfer Äpfeln. Mit jedem der 95 Äpfel geht eine von 95 Thesen Luthers auf den Weg. Nach Germendorf These 32.

In Oranienburg haben die sieben Bäume jeweils fünf Patinnen. Ein Baum kostete 500 Euro. Mit dem Geld unterstützen die Patinnen die Arbeit der Hoffnungstaler Werkstätten, in deren Baumschule 40 Menschen mit einer geistigen und psychischen Behinderung leben und arbeiten. Am Sonnabend werden sie ihre sieben Bäumchen beim Festakt zum Lutherjahr in Wittenberg abholen. Um 14 Uhr eröffnet Wittenbergs Bürgermeister Torsten Zugehör die dortige Festveranstaltung. Ein Nachfahre in der 14. Generation der Familie Luther, Peter Luther, spricht über die Inklusionsarbeit und der Leiter der Bauschulen Biesenthal übergibt die Bäume an die Paten.

Der erste wird am Sonntag in Germendorf gepflanzt. Die anderen kommen am 23. Oktober am Oranienburger Krankenhaus, am 24. Oktober am Mosaik-Gymnasiums, am 25. Oktober an der Schule St. Johannesberg, am 26. Oktober im Garten der Kita Martin-Luther-Straße, am 27. Oktober im Schlosspark und am 28. Oktober am Hospiz in den Boden – jeweils um 10.30 Uhr.

Zu den Oranienburger Patinnen gehört auch Carmen Rettig aus der Kirchengemeinde Germendorf: „Ich fand das Projekt toll, vor allem auch, weil es einem guten Zweck dient.“

Von Heike Bergt

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