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A-24-Busunfall: Gutachter klärt Fahrtüchtigkeit

Wittstock A-24-Busunfall: Gutachter klärt Fahrtüchtigkeit

Nach dem schweren Busunfall Sonntagabend auf der A 24 bei Wittstock rollt der Verkehr wieder. Jetzt wurden Einzelheiten bekannt: Der Flixbus-Fahrer hat zugegeben, Medikamente genommen zu haben. Fahrgäste sollen verzweifelt versucht haben, ihn zum Stoppen zu bringen. Ein Gutachter soll nun seine Fahrtüchtigkeit klären.

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Der Bus schob das Auto mehr als einen halben Kilometer vor sich her.

Quelle: Foto: Polizei

Wittstock. Nach dem schweren Busunfall am Sonntagabend auf der A 24 bei Wittstock rollt der Verkehr inzwischen wieder normal. Der Fahrer des mit 64 Passagieren besetzten Busses gab zu, Medikamente eingenommen zu haben. Ob diese die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigten, wird zurzeit untersucht. Ihm wurde deshalb eine Blutprobe entnommen, teilte Polizeisprecherin Dörte Röhrs am Montag mit. Ein Gutachter soll die Fahrtüchtigkeit klären. Der Führerschein wurde dem Busfahrer abgenommen.

Der Bus wurde mit Stützen vor dem Umkippen gesichert

Der Bus wurde mit Stützen vor dem Umkippen gesichert.

Quelle: Polizei

Der Reisebus war in Berlin gestartet und wollte über Hamburg nach Kiel fahren. Zwischen der Abfahrt Herzsprung und dem Autobahndreieck Wittstock geschah es: Um 17.03 Uhr kam der Bus im Baustellenbereich – etwa in Höhe der Raststätte Prignitz-Ost – beim Überholen nach rechts von der Fahrbahn ab, streifte zunächst einen Pkw VW und fuhr auf einen weiteren Pkw Ford auf, den er laut Polizeiangaben „mehrere 100 Meter“ vor sich her schob. Auf der Böschung kam der Bus zum Stehen. Allerdings war er dort in eine starke Schräglage geraten und drohte umzustürzen.

Folge des Unfalls: Die 53-jährige Beifahrerin im Ford wurde schwer verletzt; der 52-jährige Ford-Fahrer kam mit leichteren Verletzungen davon, ebenso wie der Busfahrer (52). Der Fahrer des VW blieb unverletzt. Das teilte Polizeisprecherin Dörte Röhrs am Montag mit. Sachschaden: rund 60 000 Euro.

Polizei eskortiert Ersatzbus zur Unfallstelle

Die Insassen des Busses wurden von Helfern des Katastrophenschutzes aus Wittstock und Neuruppin betreut und mit Decken versorgt. Das Reiseunternehmen schickte einen Ersatzbus, mit dem die Fahrgäste die Reise fortsetzen konnten. „Dieser Bus wurde von der Polizei zur Unfallstelle eskortiert“, berichtet Steffen Müller, Wehrführer der Wittstocker Feuerwehr, die mit 22 Mitgliedern aus den Einheiten Fretzdorf, Rossow und Wittstock sowie sieben Fahrzeugen von 17.05 Uhr bis 21.45 Uhr im Einsatz war.

Zunächst sei es vor Ort darum gegangen, den schräg stehenden Bus so weit zu sichern, dass ihn die Fahrgäste ohne Gefahr verlassen konnten. „Das geschah mit verstellbaren Metallstützen, wie sie auch auf Baustellen verwendet werden. Die Türen des Busses ließen sich noch öffnen“, sagt Steffen Müller.

Fahrgäste konnten den Busfahrer nicht stoppen

Einige Fahrgäste hätten berichtet, dass sie noch verzweifelt versucht hätten, den Fahrer dazu zu bewegen, den Bus anzuhalten. Doch sie konnten nicht verhindern, dass der Bus immer weiter fuhr und den Ford über eine so lange Strecke hinweg vor sich her schob.

Die Feuerwehr bestand auf einer Vollsperrung zum Schutz der Einsatzkräfte und unter Schock stehender Fahrgäste

Die Feuerwehr bestand auf einer Vollsperrung zum Schutz der Einsatzkräfte und unter Schock stehender Fahrgäste.

Quelle: Dirk Klauke

Für die Zeit der Bergungsarbeiten habe die Feuerwehr darauf bestanden, die Vollsperrung bis in den späten Abend aufrecht zu erhalten. „Damit wir arbeiten konnten. Das hat natürlich vor allem etwas mit der Sicherheit zu tun“, sagt Wehrführer Steffen Müller. Erst Anfang September waren zwei Feuerwehrmänner auf der A 2 bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Aber es sei nicht nur um die Einsatzkräfte, sondern auch um die Fahrgäste gegangen.

Fahrgäste irren unter Schock umher

Da viele von ihnen nach dem Unfall unter Schock standen, seien sie vor Ort umhergelaufen. „Man kann so viele Menschen nicht komplett kontrollieren“, sagt Steffen Müller.

Gaffer zücken ihre Handys

Ein Übel seien auch die vielen Gaffer gewesen. Müller berichtet von zahlreichen Fahrern, die auf der Gegenfahrbahn mit gezückten Handys oder Fotoapparaten das Geschehen festhalten wollten. Das habe dazu geführt, dass sich auch in der entgegengesetzten Fahrtrichtung ein Stau gebildet hatte.

Fahrer in Richtung Hamburg – auf der Unfallstrecke – waren gut beraten, entweder in Herzsprung oder Neuruppin die Autobahn zu verlassen und bis Wittstock die Landstraßen zu nutzen.

Der Schaden an Leiteinrichtungen und dem Straßenkörper habe sich in Grenzen gehalten, sagt Uwe Conrad, der Leiter der Autobahnmeisterei Wittstock des Landesbetriebes Straßenwesen. Er berichtete am Montag, dass offenbar lediglich ein Leitpfosten beschädigt worden sei. Die komplette Schadensaufnahme stehe aber noch aus. Insgesamt seien drei Mitarbeiter der Autobahnmeisterei im Einsatz gewesen. Sie hätten sich darum gekümmert, den Verkehr frühzeitig von der A 24 abzuleiten.

Flixbus-Sprecher: Fahrer bislang immer zuverlässig

Der Fahrer des Unglücksbusses von der A24 war nach Angaben von Flixbus bis zu dem Unfall zuverlässig und unfallfrei für den Fernbus-Anbieter unterwegs. Es gebe auch keine Hinweise zu einer regelmäßigen Einnahme von Medikamenten des 52-Jährigen, teilte ein Sprecher am Montag mit. Ein Drogen- und Alkoholtest sei negativ verlaufen. Zur genauen Ursache des Zusammenstoßes mit zwei Autos am Sonntagabend lägen noch keine gesicherten Informationen vor.

Von Björn Wagener

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