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Experte: Batterie-Brand sehr ungewöhnlich

Mahlow Experte: Batterie-Brand sehr ungewöhnlich

In einer Rossmann-Filiale in Mahlow (Teltow-Fläming) sind am Montagabend zwei Packungen mit Batterien in Brand geraten – ein absolut ungewöhnlicher Vorgang. Bei der Drogeriemarktkette zeigte man sich bestürzt über den Vorfall. Gewöhnliche Haushaltsbatterien sind eigentlich sicher. Vermutlich war ein Kurzschluss innerhalb einer der Batterien der Auslöser.

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Einen Großeinsatz des Rettungsdienstes lösten die brennenden Batterien in der Mahlower Rossmann-Filiale aus, auch Polizei und Feuerwehr waren vor Ort.

Quelle: Feuerwehr Mahlow/KV

Mahlow. Brennende Haushaltsbatterien haben am Montagabend in einer Rossmann-Filiale in Mahlow 17 Verletzte und einen Großeinsatz des Rettungsdienstes verursacht. Die Batterien in zwei Kleinpackungen waren gegen 18 Uhr in der Filiale plötzlich in Brand geraten, anschließend habe es einen Knall am Batteriestand gegeben, berichtete die Polizei am Dienstag.

Mitarbeiter bringen Batterien nach draußen

Die brennenden Batterien seien sofort von Mitarbeitern der Filiale aus dem Markt heraus auf den Parkplatz gebracht worden. Trotzdem entwickelte sich eine Wolke aus Gas und Rauch, die zunächst Richtung Ausgang zog, hieß es von der Polizei und dem Rettungsdienst.

Die Reste der abgebrannten Batterien

Die Reste der abgebrannten Batterien.

Quelle: Feuerwehr Mahlow

Die 17 Betroffenen, Kunden und Mitarbeiter, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, aber auch zwei Babys im Alter von zwei und fünf Monaten, erlitten Atemwegsreizungen. Der Rettungsdienst des Landkreises Teltow-Fläming löste einen Großeinsatz aus, einen sogenannten „Massenanfall von Verletzten“, berichtete Rettungsdienstleiter Denny Mieles der MAZ. Dabei wurden auch Rettungswagen aus Potsdam-Mittelmark, Dahme-Spreewald und Berlin alarmiert. „Sonst hätten wir den Landkreis leergeräumt“, sagte Mieles. 14 Verletzte wurden in insgesamt acht umliegende Krankenhäuser gebracht, drei begaben sich selbst dorthin.

Hilfe von umliegenden Geschäften

Die umliegenden Geschäfte halfen sofort bei den Rettungsarbeiten, das Dänische Bettenlager stellte Sonnenschirme zur Verfügung, das Bauhaus gab einen Teil seines Parkplatzes für den Rettungsdienst frei.

Feuerwehr: Ungewöhnliche Alarmierung

Für die Feuerwehr Mahlow klang die Alarmierung zunächst ungewöhnlich. Der Pieper meldete „Gasalarm“ und den Hinweis auf Batterien. „Wir dachten, es handelt sich um Autobatterien“, sagt Ortswehrführer Eckhard Köppe. Umso erstaunter sei man gewesen, dass es sich um gewöhnliche Haushaltsbatterien handelte, was auch für den erfahrenen Feuerwehrmann ein absolutes Novum war. Viel zu tun gab es für die elf Feuerwehrleute nicht. Als sie eintrafen, hatten Rossmann-Mitarbeiter die brennenden Batterien bereits auf den Parkplatz gebracht, die Klimaanlage im Gebäude hatte einen Großteil der giftigen Gase bereits nach draußen befördert. Zur Sicherheit betraten die ersten Feuerwehrleute den Markt in Atemschutzausrüstung. Ihre weitere Arbeit bestand darin, den Verkehr auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums so zu lenken, dass der Rettungsdienst die Verletzten versorgen konnte.

Kriminalpolizei ermittelt

Beamte des Kriminaldauerdienstes und der Kriminaltechnik der Polizei untersuchten noch am Montagabend den Ort des Feuers. Die Ergebnisse der Spurensicherung müssten nun noch ausgewertet werden, hieß es von der Polizeidirektion West. Die Ursache des Unglücks ist weiterhin unklar.

Bei der Drogeriemarktkette Rossmann sind intern Maßnahmen eingeleitet worden, sagte Pressesprecherin Anna Kentrath. „Wir bedauern den Vorfall und die Konsequenzen, die er für die Kunden hatte, sehr“, sagte Kentrath.

Experte: Absolut ungewöhnlicher Vorfall

Für Alexander Trenn, Fachberater Gefahrstofflagen beim Landesfeuerwehrverband, ist das Ganze ein absolut ungewöhnlicher Vorfall. „So etwas ist in meiner Zeit bei der Feuerwehr überhaupt noch nicht passiert“, sagte er am Dienstag. Bisher kenne er solche Probleme nur von großen Batterien, etwa von Solaranlagen. Haushaltsbatterien seien eigentlich sicher.

In Mahlow soll es sich nach ersten Erkenntnissen um Lithium-Batterien gehandelt haben. Trenn vermutet, dass es innerhalb einer der Batterien zu einem Kurzschluss gekommen ist. Dadurch erhitze sich die Batterie und die Stoffe im Inneren fingen an zu brennen, die Batterie dehne sich aus und platze. So entsteht Gas, das die Atemwege reizt. Insbesondere metallisches Lithium, sollte es in den Batterien enthalten gewesen sein, sei aggressiv. Deswegen sei es sehr mutig von den Mitarbeitern gewesen, die Batterien anzufassen und aus dem Geschäft zu bringen.

Ergebnisse der Untersuchung abwarten

Die Ursachen für einen Kurzschluss können vielfältig sein, so Trenn. Möglich wäre ein Fabrikationsfehler, eine Beschädigung der Batterien oder Wasser, das in die Packung gelaufen ist. Man müsse die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten, nicht zuletzt, was die genaue Zusammensetzung der Batterien betreffe.

Von Christian Zielke und Carsten Schäfer

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