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Polizei Allende-Stele kopflos – Diebe klauen Bronzebüste
Lokales Polizei Allende-Stele kopflos – Diebe klauen Bronzebüste
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01:16 10.11.2018
Seit 1983 zierte diese Büste des Namenspatrons den Schulhof der einstigen Salvador-Allende-Schule. Mutmaßlich Metalldiebe entwendeten sie nun. Quelle: René Jordan
Gransee

Entrüstung und Unverständnis wechselten am Montag bei Uwe Zietmann mit Enttäuschung und Kummer. „Das betrübt mich sehr und geht mir wirklich nah“, beschreibt der Schulleiter des Strittmatter-Gymnasiums aus Gransee seine Gemütslage. Bauarbeiter hatten am Morgen den Diebstahl der Allende-Büste, Namensgebers der früheren Salvador-Allende-Schule, gemeldet. Der DDR-Bau, 1981 als Polytechnische Oberschule mit EOS-Teil eröffnet, wird gegenwärtig abgerissen. Einziges Überbleibsel der Schule, die 2005 Platz für das Strittmatter-Gymnasium machte, war die Büste des Namenspatrons auf dem Schulhof.

Materieller Sachschaden 500 Euro, ideeller Schaden kaum messbar

„Freitagmittag war die Büste noch da. Am Wochenende muss sie dann gestohlen worden sein“, berichtet Uwe Zietmann über die gewaltsame Entfernung des Kunstwerks samt Namensschild von der steinernen Stele. Laut Polizei gibt es bislang noch keine weiteren Erkenntnisse zu den unbekannten Tätern. Die wollen Büste und Namenstafel wohl zu Geld machen, vermutet Uwe Zietmann. Der durch den Diebstahl entstandene Sachschaden beträgt laut Polizei rund 500 Euro. Ungleich höher ist der ideelle Wert, findet Uwe Zietmann. Nicht nur als Geschichtslehrer schätzt er die mit dem Ehrenmal verbundenen Denkanstöße für die Schüler. „Salvador Allende war ein integerer Mann und eine Person, die es zu wertschätzen gilt“, sagt der Schulleiter über den chilenischen Präsidenten, der in seinem Land auf demokratischem Weg eine sozialistische Gesellschaft zu etablieren versuchte. Mit einem Militärputsch wurde der damals 65-Jährige gestürzt und beging darauf hin Suizid.

Schulleiter setzte sich nachdrücklich für Erhalt der Stele ein

„Allein die Umstände der Namensgebung führten damals dazu, unserem Gymnasium einen neuen Namen zu geben“, erinnert sich Uwe Zietmann, der 1991 bis 2005 stellvertretender Schulleiter war und seit 2006 als Schulleiter fungiert. Er habe sich stets dafür eingesetzt, die Büste zu erhalten. Schließlich sei diese sowohl identitätsstiftend für alle Allende-Absolventen, als auch Denkanstoß: „Es kamen immer wieder Fragen zur Person Allende von Schülern. Dieser pädagogische Ansatz wurde nun vernichtet, das schmerzt.“

Unbekannte Täter entwendeten die Bronzebüste und sogar das Namensschild von der Stele. Quelle: Uwe Halling

Der 31-jährige René Jordan gehört zu eben der Schülergeneration, die an der Salvador-Allende-Schule gelernt haben, bevor 2005 das neue Schulgebäude verbunden mit dem Namenswechsel bezogen wurde. 2006 machte der Granseer am Strittmatter-Gymnasium sein Abitur. Der Diebstahl der Allende-Büste empört den heutigen Verwaltungsangestellten: „Das ist ein Riesenunding. Ich habe noch einen engen Bezug zu meiner ehemaligen Schule, bin immer wieder mal da. Die Büste war das einzige, was von der Schule noch übrig geblieben ist. Da hängen so viele ideelle Erinnerungen dran. Damit wurde auch ein Stück Geschichte geklaut.“

Ob die gestohlene Büste ersetzt wird, ist noch unklar

- Für Überlegungen, eine neue Büste aufzustellen, „ist es noch zu früh“, findet Uwe Zietmann. Mit dem Schulträger sei er jedoch in engen Gesprächen, zunächst gelte es Versicherungsfragen zu klären. Eine Ersatzbeschaffung müsse schließlich vom Schulträger gewollt sein und sei mit Kosten verbunden, die getragen werden müssten.

Von Nadine Bieneck

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