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Polizei Oranienburg: Radioaktivitätsmessung mit Hubschrauber
Lokales Polizei Oranienburg: Radioaktivitätsmessung mit Hubschrauber
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17:21 27.11.2018
rg. (Archivbild) Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Experten des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) und der Bundespolizei (BPol) trainieren im Raum Oranienburg am 29. November 2018 (Donnerstag) die Messung von Radioaktivität vom Hubschrauber aus. Die gemeinsame Übung zielt darauf ab, dass Hubschrauber und Besatzungen in einem radiologischen Notfall jederzeit einsatzbereit sind. Gleichzeitig soll sie Erkenntnisse dazu bringen, ob im Stadtgebiet Oranienburgs noch immer radioaktive Rückstände aus industriellen Betrieben aus der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs nachzuweisen sind. Geplant ist die Übung am 29. November zwischen 10 und 16 Uhr. Die Flughöhe der Hubschrauber wird in der Regel etwa 90 Meter betragen, wie das BfS mitteilt.

Wie sind radioaktive Stoffe räumlich verteilt?

Zur Radioaktivitätsmessung aus der Luft arbeiten beide Institutionen beziehungsweise deren Vorgängerbehörden bereits seit Ende der 1980er Jahre zusammen: Das BfS stellt das wissenschaftlich-technische Personal und die Messtechnik, die Bundespolizei die Hubschrauber und deren Besatzung zur Verfügung. Zusammen mit den Messdaten werden auch die geographischen Koordinaten aufgezeichnet, um nach Abschluss der Messflüge die räumliche Verteilung der nachgewiesenen radioaktiven Stoffe darstellen zu können.

Radioaktive Materialien wurden in Oranienburg zu Produktions- und Forschungszwecken verarbeitet

Wie das BfS weiter mitteilt, lässt sich aus der Luft schnell und großflächig ermitteln, welche radioaktiven Stoffe am Boden abgelagert wurden. In Oranienburg waren zwei Betriebe angesiedelt, in denen natürlich vorkommende radioaktive Materialien zu Produktions- und Forschungszwecken verarbeitet wurden. Durch die großflächige Bombardierungen des Stadtgebiets von Oranienburg im März 1945 und die Zerstörung der Produktionsanlagen gelangten Rückstände davon in die Umwelt, die seit den 1990er Jahren Schritt für Schritt beseitigt werden. Regelmäßige Messübungen von BfS und BPol ergaben, dass die meisten Flächen mit erhöhter Radioaktivität bereits saniert wurden und die Gamma-Ortsdosisleitung nur noch leicht erhöht ist.

Sicherstellung der Einsatzbereitschaft in radiologischem Notfall

Gemeinsame Messübungen dienen in der Regel dem Ziel, die Einsatzbereitschaft in einem radiologischen Notfall sicherzustellen. Dabei geht es darum herauszufinden, welche Gebiete bei einem nuklearen Notfall besonders betroffen sind und welche Strahlenbelastung für die Bevölkerung sich daraus ableitet. Außerdem ermöglichen hubschraubergestützte Messsysteme das Auffinden von radioaktiven Einzelquellen. Die bei den Übungen ermittelten Messdaten bilden die Grundlage für zeitnahe Entscheidungen über die richtigen Schutzmaßnahmen durch die Katastrophenschutzbehörden der Bundesländer. Innerhalb von fünf Stunden kann jeder Ort in Deutschland mit einem einsatzfähigen Hubschrauber erreicht werden.

Was macht die Bundesbehörde für Strahlenschutz?

Das Bundesamt für Strahlenschutz arbeitet für den Schutz des Menschen und der Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Es informiert die Bevölkerung und berät die Bundesregierung in allen Fragen des Strahlenschutzes. Die über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewerten Strahlenrisiken, überwachen die Umweltradioaktivität, unterstützen aktiv im radiologischen Notfallschutz und nehmen hoheitliche Aufgaben wahr, darunter im medizinischen und beruflichen Strahlenschutz. Ultraviolette Strahlung und strahlenrelevante Aspekte der Digitalisierung und Energiewende sind weitere Arbeitsfelder des BfS. Als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde betreibt das BfS Forschung und ist mit nationalen und internationalen Fachleuten vernetzt. Weitere Informationen über das Bundesamt gibt es unter www.bfs.de.

Von MAZonline

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