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Radioaktive Karten sorgen für glückliches Händchen

Berlin Radioaktive Karten sorgen für glückliches Händchen

Gezinkte oder im Jackenärmel versteckte Karten: die Tricks für ein glückliches Händchen beim Poker sind vielseitig. Jetzt hat eine Berliner Restaurantbesitzerin einen neuen Trick entdeckt und die Karten kontaminiert: mit radioaktivem Jod.

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Ob diese Karten auch präpariert sind?

Quelle: Christel Köster

Berlin. Beamte des Landeskriminalamtes haben am 16. November dieses Jahres in einem gemeinsamen Einsatz mit Mitarbeitern der Strahlenmessstelle nach radioaktiv markierten Spielkarten in einem Restaurant und angrenzenden Gebäuden durchsucht. Im Focus der Ermittlungen steht eine 41-jährige Restaurantbesitzerin, in deren Lokal mit kontaminierten Karten gespielt worden sein soll.

Müllfahrzeug war auffällig

Bei einer Routinekontrolle in einer Abfallbehandlungsanlage in Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) wurde im November 2016 eine erhöhte radioaktive Belastung in einem Müllfahrzeug gemessen, in dem ausgestanzte Teile von Spielkarten lagen, die mit Jod 125 belastet waren. Nachforschungen zum Tourenplan der Müllfahrzeuge, die Untersuchungen des Abfalles und weitere Hinweise führten auf die Spur der 41-Jährigen.

Insgesamt fanden die Polizisten 13 mit Jod 125 kontaminierte Spielkartenteile. Kriminaltechniker sowie Mitarbeiter der Strahlenschutz-Behörden sicherten die Beweismittel. Bei den sichergestellten Teilen handelt es sich um etwa 20 Millimeter große, runde Ausstanzungen aus Spielkarten, die sich nur durch die Farbe des Deckblattes unterscheiden. Alle markierten Karten hatten die gleiche Farbe.

Mit Detektoren schummeln

Durch einen verdeckt am Körper getragenen Detektor kann der betrügende Spieler erkennen, welche Karten markiert sind und sich so beim Glücksspiel einen Vorteil verschaffen. Bei Jod 125 handelt es sich um ein Nuklid, dass in der Medizin verwendet wird. Es hat eine Halbwertszeit von 60 Tagen. Die direkt an den Kartenteilen gemessene Ortsdosisleistung von 200 µSv/h (Mikrosievert/Stunde) überschreitet die Absperrgrenze um das Achtfache, nimmt aber wenige Zentimeter entfernt sehr stark ab, in 10 Zentimeter betrug sie nur noch ein Hundertstel, in 50 Zentimeter Entfernung war keine Ortsdosisleistung mehr messbar.

Eine Kontaminations- und Inkorporationsgefahr besteht daher nur bei unmittelbarem Kontakt ohne Schutzkleidung. Bei den Einsatzkräfte kam zu keiner Kontamination. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Berlin wegen des Verdachtes der Freisetzung ionisierender Strahlen dauern an.

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Von MAZonline

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