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Polizei Reise-Chaos am Bahnhof Nauen nach Unfall
Lokales Polizei Reise-Chaos am Bahnhof Nauen nach Unfall
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15:17 05.12.2017
Nach einem schweren Unfall musste der Bahnhof Nauen gesperrt werden. Fünf Stunden war der Zugverkehr gestört. Quelle: Julian Stähle
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Nauen

380 Reisende eines ICE musste am Montagabend in Nauen den Zug verlassen und Ersatzbusse nehmen. Auf dem Bahnhof von Nauen war gegen 18.15 Uhr eine junge Frau vor den einfahrenden Zug geraten und hierbei tödlich verletzt worden. Der Zug kam etwa zwei Kilometer hinter dem Bahnhof zum Stehen.

Ein tödlicher Unfall am Bahnhof Nauen sorgte für starke Störungen im Bahnverkehr. 380 Reisende mussten den ICE verlassen, für sie gab es einen Ersatzverkehr. RE-Fahrgäste standen allerdings mit widersprüchlichen Informationen in der Kälte.

Die Ermittlungen zur Identität der Frau dauerten am Dienstag noch an, teilte die Polizeidirektion West mit. Nach derzeitigen Erkenntnissen geht die Polizei von einem Suizid aus. Es wurde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

Das tragische Ereignis hatte erhebliche Auswirkungen auf den Zugverkehr. Die Strecke war fast fünf Stunden gesperrt. Die Deutsche Bahn leitete den Verkehr über Stendal um. An der Unglücksstelle war der ICE evakuiert worden, die Reisenden stiegen in einen herbeigerufenen Ersatzzug, der sie zum Bahnhof Nauen brachte, wo fünf Busse einen Schienersatzverkehr in Richtung Berlin ermöglichten, erklärte Bahn-Sprecherin Karin Schwelgin.

Aber nicht nur die ICE-Fahrgäste waren betroffen. Durch die Sperrung der Strecke wirkte sich das auch auf die von der Odeg betriebene RE 2 auf, die zwischen Brieselang und Pauinenaue nicht verkehrte. Odeg-Sprecherin Kahtarina Hoffmann erklärte, dass wegen der schweren Netzstörung mehrere Regionalzüge nicht durchfahren konnten und die Züge von Brieselang in Richtung Berlin und von Paulinenaue in Richtung Nordwesten gependelt sind. Am Dienstag fuhren die Züge wieder normal.

„Der Notfallplan und die Informationspolitik der Odeg waren sehr schlecht“, klagte Bahnreisende Edeltraud Janz. Die Friesackerin war gegen 18.30 Uhr in Berlin am Bahnhof Zoo in den Regionalexpress gestiegen. „Während es Durchsagen für Züge der Bahn gab, dass die Züge nicht nach Nauen fahren würden, gab es solche Informationen für den RE 2 nicht“, erzählte sie, Nachfragen auf dem Bahnhof Spandau bei der Schaffnerin ergaben sogar, dass die Züge bis Nauen fahren würden. Allerdings war in Brieselang Schluss.

„Nach zehn Minuten sollten wir wieder einsteigen, es ging zurück nach Spandau, von dort aus, so hieß es, sollte ein Zug nach Nauen fahren“, erzählte Edeltraud Janz. Von Spandau fuhr wirklich ein Zug - aber in Briesleang war wieder Schluss. „Wir standen eine Stunde in der Kälte, dann kam ein Bus, der reichte bei weitem nicht für alle Leute“, sagte die Friesackerin, die mit dem Ersatzverkehr bis Nauen kam. Dort war wieder Schluss, denn der Bahnhof war abgesperrt und es hieß: die Züge fahren ab Paulinenaue, einen Ersatz verkehr dorthin gäbe es aber nicht.

Die Busse für die ICE-Reisenden standen dort, waren aber für die andere Richtung geordert. „Jeder telefonierte irgendwie rum und versuchte eine Fahrgelegenheit zu finden“, erzählte Edeltraud Janz. Sie hatte tatsächlich bei der Odeg jemanden erreicht. Ob es an dem Telefonat lag oder daran, dass ein Busfahrer ein Herz für frierende Fahrgäste hatte, weiß sie nicht, jedenfalls fuhr gegen 22 Uhr ein Bus nach Paulinenaue.

Anmerkung der Redaktion

Wir berichten in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden, gibt es Hilfe. Unter der kostenlosen Hotline 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 können Sie anonym mit der Telefonseelsorge sprechen, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnte.

Von Marlies Schnaibel

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