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Polizei Toter nach Brand – Schock und Entsetzen in Potsdam
Lokales Polizei Toter nach Brand – Schock und Entsetzen in Potsdam
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19:57 05.03.2017
Bei dem Brand in der Wohnung am Humboldtring 49 waren insgesamt rund 30 Feuerwehrleute im Einsatz. Quelle: Friedrich Bungert
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Zentrum-Ost

Entsetzen in Potsdam: Bei einem Wohnungsbrand am Humboldtring 49 ist am späten Samstagabend ein Mann ums Leben gekommen. Ein zweiter schwer verletzter Mann konnte von den Feuerwehrleuten aus der Wohnung im Erdgeschoss geborgen und wiederbelebt werden. Er wurde in ein Berliner Krankenhaus gebracht. Die Identität der beiden Männer ist noch nicht geklärt. Auch zur Brandursache gab es von der Kriminalpolizei keine Auskünfte, da diese noch ermittelte. Laut Polizei griffen die Flammen nicht auf andere Wohnungen über, so dass keine Evakuierung des Hauses notwendig war. Der Einsatz mit insgesamt rund 30 Feuerwehrmännern und -frauen dauerte anderthalb Stunden und ging bis halb ein Uhr nachts. Ein Nachbar hatte die Feuerwehr alarmiert.

Am Sonntagvormittag bot der Humboldtring 49 auf den ersten Blick ein Bild des Friedens und der Vorfrühlingsfreude. Dass in der Nacht zuvor etwas Schreckliches in dem lindgrünen fünfstöckigen Gebäude passiert war, konnte man an einem parkenden Kleinbus der Kripo erkennen. Menschen in Uniform und in weißer Schutzkleidung trugen Gegenstände aus dem Haus ins Freie. Am Gehweg stapelten sich Überreste beiger Auslegware, eine Spüle und ein großes Bild mit einer Stadtansicht des barocken Dresden.

Die Wohnung, in der sich die schrecklichen Ereignisse abgespielt hatten, liegt havelseitig mit Blick aufs Wasser. Schon aus ein paar Metern Entfernung war der beißende Geruch von Verbranntem zu erkennen. Auf der Wiese vor dem Balkon lagen entsorgte Kleidungsstücke wie die sauber gefalteten Jeanshosen mit komplett verkohlten Beinen. In der Balkontür, deren Rahmen Rußspuren zeigte, fehlte die Scheibe.

Den Sonntagsspaziergängern stand der Schock noch deutlich ins Gesicht geschrieben. „Wir haben Abend die Feuerwehr gehört und gesehen, wie die Scheiben eingeschlagen wurden“, erzählten Cornelia und Mario Wassermann, die in einem der benachbarten Häuser wohnen und am während des Zubettgehens aufgeschreckt wurden.

Sie bekamen hautnah mit, wie die Feuerwehrleute über den Balkon kletterten und dann das Türglas zertrümmerten, um sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen. Das Ereignis hat das Ehepaar stark bewegt, auch weil sie selbst zufälligerweise wenige Stunden vorher am Abendbrottisch mit ihren Kindern über die Anschaffung von Rauchmeldern diskutiert hatten. „Wir haben überlegt, was es kostet und wann es in Brandenburg Pflicht wird.“

Auch Ordnungsdezernent Mike Schubert (SPD) – er ist in einem der Nachbarhäuser aufgewachsen – zeigte sich tief betroffen von dem Unglück. Lange zählte Brandenburg zu den Schlusslichtern bei der Zahl von Rauchmeldern. So befanden sich 2014 in nur 25 Prozent aller Wohnungen Rauchmelder, während es etwa in Schleswig-Holstein bereits 95 Prozent waren.

Brandenburg zählte lange zu den Schlusslichtern bei der Zahl von Rauchmeldern. Quelle: dpa

Mittlerweile ist die Installation in Neubauten zwar gesetzlich verpflichtend, bei existierenden Gebäuden läuft aber eine Übergangsfrist bis Ende 2020. Der Hauseigentümer muss die Kosten für Einbau und Wartung übernehmen. Schuberts Appell: „Man kann nur jedem Mieter empfehlen, dass er mit seinem Vermieter in Kontakt tritt und über die zügige Nachrüstung seiner Wohnung mit Rauchmeldern spricht.“

Dramatischer Feuerwehreinsatz in Potsdam: Dort ist in der Nacht zu Sonntag bei einem Wohnungsbrand ein Mann ums Leben gekommen. Ein zweiter ist schwer verletzt worden. Das Feuer am Humboldtring ist kurz nach 23 Uhr ausgebrochen. Die Männer sind von den Feuerwehrleuten bei den Löscharbeiten entdeckt worden.

Von Ildiko Röd

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