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Polizei Vermeintliche Handwerker verteuern Arbeiten um tausende Euro
Lokales Polizei Vermeintliche Handwerker verteuern Arbeiten um tausende Euro
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11:45 11.07.2018
Während der Bauarbeiten am Dach (Symbolbild) stieg der Preis plötzlich auf mehrere Tausend Euro. Quelle: oxie99 - stock.adobe.com
Borgsdorf

Einem Borgsdorfer Hausbesitzer in der Wiesenstraße wurden am Dienstagmittag Arbeiten an seinem Dach angeboten, für die ein Preis von 270 Euro ausgehandelt wurde.

Während der Arbeiten stieg der Preis plötzlich auf über 8000 Euro. Die vermeintlichen Handwerker verlangten von dem Hausbesitzer, das Geld innerhalb einer Stunde auszuzahlen.

Als die Täter den Anruf der Hausbesitzer bei der Polizei bemerkten, verließen sie die Örtlichkeit. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Polizei rät: So schützen Sie sich vor Betrügern an der Haustür

Was tun, wenn an Ihrer Haustür Vertreter klingeln und mit Ihnen Geschäfte machen wollen? Die Polizei gibt folgende Tipps:

Schauen Sie sich Besucher vor dem Öffnen der Tür durch den Türspion oder durchs Fenster genau an.

Öffnen Sie die Tür nur bei vorgelegtem Sperrriegel.

Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.

Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher, sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe.

Verlangen Sie von Amtspersonen grundsätzlich den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig auf Druck, Foto und Stempel.

Rufen Sie im Zweifel vor dem Einlass die entsprechende Behörde an. Suchen Sie deren Telefonnummer selbst heraus!

Lassen Sie nur Handwerker in Ihre Wohnung, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt worden sind.

Unterschreiben Sie nichts unter Zeitdruck und lassen Sie sich weder beeindrucken noch verwirren.

Lesen Sie Vertragsbedingungen gründlich durch und lassen Sie sie sich bei Bedarf erklären.

Leisten Sie keine Unterschriften für angebliche Geschenke oder Besuchsbestätigungen.

Achten Sie bei der Unterschrift immer auch auf die Datumsangabe. Denken Sie daran, dass ein fehlendes oder falsches Datum die Durchsetzung Ihres Widerspruches erschwert.

Verlangen Sie immer eine Kopie des Vertrags mit deutlich lesbarer Adresse und ebenso gut erkennbarem Namen des Vertragspartners.

Nehmen Sie für Nachbarn nichts ohne deren ausdrückliche Ankündigung entgegen, zum Beispiel Nachnahmesendungen oder Lieferungen gegen Zahlung.

Treffen Sie mit Nachbarn, die tagsüber zu Hause sind, die Vereinbarung, sich bei unbekannten Besuchern an der Wohnungstür gegenseitig Beistand zu leisten.

Prüfen und vergleichen Sie Angebote genau. Lassen Sie sich gerade durch bedrängende Hinweise (Beispiel: "Dieses Angebot gilt nur noch heute!") auf keinen Fall unter Druck setzen.

Wechseln Sie niemals Geld an der Haustür. Sie könnten - beispielsweise durch Falschgeld - betrogen werden.

Denken Sie daran: Banken, Sparkassen, Polizei oder andere Behörden schicken Ihnen nie „Geldwechsler“ oder „Falschgeld-Prüfer“ ins Haus. Verständigen Sie über das Auftauchen derartiger Personen umgehend die Polizei.

Was tun, wenn Sie sich über den Tisch gezogen fühlen?

Wie die Polizei mitteilt, handelt es sich beim Gros aller Betrugsfälle an der Haustür um so genannte Haustürgeschäfte.

Zumeist geht es dabei um Ratenkauf- und Ratenlieferungsverträge (Abonnements) oder um Verträge über Dienst- und Werkleistungen. Wenn Sie sich bei einem derartigen Geschäftsabschluss über den Tisch gezogen fühlen, bleibt Ihnen in jedem Fall ein Widerspruchsrecht. Das heißt: Kauferklärungen können innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Dafür bestehen allerdings Voraussetzungen. Bedingung ist, dass Sie durch einen Vertreter

– am Arbeitsplatz

– in der Privatwohnung

– bei Freizeitveranstaltungen

– bei Kaffeefahrten oder

– auf der Straße

angesprochen und zur „Abgabe einer Erklärung“ veranlasst wurden.

Wichtig: Das Widerrufsrecht gilt nicht, wenn Sie den Vertreter selbst bestellt haben, ein Bagatellgeschäft (bis 40 Euro) oder eine notarielle Beurkundung vorliegt. Auch bei der Mitgliederwerbung für Vereine hat dieses Widerspruchsrecht keine Gültigkeit.

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Von MAZonline

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