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Polizei Wegen Kinderpornografie auf der Anklagebank
Lokales Polizei Wegen Kinderpornografie auf der Anklagebank
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02:21 29.04.2018
In Oranienburg wurde am Donnerstag ein Fall von Kinderpornografie verhandelt. Quelle: Michael Hübner
Oranienburg

„Kommissar Zufall“ brachte den Angeklagten zur Strecke. Der jetzt in Glienicke lebende Marcus L. hatte seine möblierte Berliner Wohnung aufgegeben. Seine damalige Vermieterin fand beim Aufräumen einen USB-Stick im Fernseher. Als sie den öffnete, sah sie zu ihrem Entsetzen kinderpornografische Bilder, die eindeutig Jungen zeigen, die jünger als 14 Jahre sind. Die Frau zeigte den vermeintlichen Besitzer des Sticks daraufhin an.

Polizei wird bei Wohnungsdurchsuchung fündig

Die Polizei durchsuchte daraufhin die neue Wohnung am Stadtrand und wurde reichlich fündig. Zwischen 2013 und 2015 hatte er nachweislich an zehn verschiedenen Tagen Dateien herunter geladen. Rekord waren einmal 97 Stück. Auf all diesen Abbildungen ging es um Kinder in eindeutigen sexuellen Stellungen und Handlungen.

Vorwürfe uneingeschränkt zugegeben

Der nun deshalb am Donnerstag auf der Anklagebank des Oranienburger Schöffengerichtes sitzende 50-Jährige gab die vom Staatsanwalt aus Cottbus verlesenen Vorwürfe uneingeschränkt zu. Cottbus ist der Sitz der Staatsanwaltschaft für Internetkriminalität für das Land Brandenburg. Somit mussten keine Zeugen vernommen werden und dem Gericht blieb die Betrachtung der bedrückenden Bilder der missbrauchten Kinder erspart.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Auf Antrag des Verteidigers wurde die Öffentlichkeit während der Vernehmung des Angeklagten ausgeschlossen.

2004 bereits in Polen verurteilt

Der Staatsanwalt befand in seinem Plädoyer Marcus L. für schuldig. Er hob dabei das Geständnis des Angeklagten als positiv hervor. Schwerwiegend dagegen rechnete er ihm eine einschlägige Vorstrafe an. 2004 war Marcus L. in Polen wegen ähnlicher Delikte zu einem Jahr und zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Angeklagte focht in einem langen Rechtsstreit dieses Urteil an, das so erst 2013 rechtskräftig und vollstreckt wurde.

Um Therapie an der Charité bemüht

Trotz dieser Verurteilung beschaffte er sich noch im gleichen Jahr wieder neue Dateien, für die er sich jetzt verantworten muss. „Er hat kaum das Urteil bekommen, aber trotzdem weiter gemacht“, warf ihm der Ankläger vor. Und weiter, da hilft auch nicht, dass sich der Angeklagte nur wenige Wochen vor diesem Prozess um eine Therapie an der Charité bemüht habe. Um glaubwürdig zu sein, hätte er dass schon 2015 tun müssen. „Es geht um die Schicksale der Kinder“, mahnte er und beantragte ein Jahr und neun Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung.

„Ganz so locker wie der Herr Staatsanwalt den Gang meines Mandanten zur Charite sieht, sehe ich nicht“, argumentierte dagegen der Anwalt. Seinem Mandanten sei es nicht leicht gefallen, sich zu offenbaren.

Zu neun Monaten Gefängnis verurteilt

Das Gericht folgte dem Antrag des Staatsanwaltes. Eine Bewährung käme nicht infrage, weil der Angeklagte die damalige Strafe sich nicht zur „Warnung hat dienen lassen“, begründete der Vorsitzende das Urteil. Wegen unerlaubter Beschaffung und unerlaubten Besitzes von kinderpornografischen Schriften muss Marcus L. ein und ein dreiviertel Jahr ins Gefängnis – vorausgesetzt diese Urteil wird rechtskräftig.

Von Helmut Schneider

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