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Polizei Wieder Geldautomat gesprengt – Kunden können ausweichen
Lokales Polizei Wieder Geldautomat gesprengt – Kunden können ausweichen
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16:36 27.02.2017
In Jüterbog ist ein Geldautomat gesprengt worden. Quelle: Victoria Barnack
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Jüterbog

Unbekannte haben in Jüterbog einen Bankautomaten gesprengt. Das teilte die Polizei am Montagmorgen mit. Der Automat stand in einer Bankfiliale in der Pferdestraße. Verletzt wurde laut Polizei niemand.

Ein Zeuge hatte gegen 3 Uhr mehrere Männer in der Bank beobachtet, wenig später ergriffen diese die Flucht. Dazu, ob sie Geld erbeutet haben, gibt es noch keine Auskunft.

Erst vergangene Woche haben Unbekannte in Falkenberg gleich zwei Automaten gesprengt. Um die Polizei auf ihrer Flucht abzuhängen, streuten die Täter dann in Bad Liebenwerda sogenannte Krähenfüße aus und richteten damit großen Schaden an rund 20 Autos an, darunter auch ein Polizeiauto. Die Sonderkommission Fläming hat in diesem und im aktuellen Fall die Ermittlungen übernommen.

Die Polizei nahm umgehend die Ermittlungen auf. Quelle: Victoria Barnack

Die Polizei leitete sofort eine Suche nach den Männern ein. Dabei wurde auch ein Hubschrauber eingesetzt. Gefunden wurden die Täter jedoch nicht.

Das Gebiet um die Bank wurde von der Polizei abgesperrt. Im Laufe des Tages werden dort weitere Ermittlungen vorgenommen und Spuren gesichert.

Die Scheiben der Bank sind durch die Sprengung zerstört worden. Quelle: Julian Stähle

Im vergangenen Jahr gab es eine deutliche Zunahme an Sprengungen

Nachdem im vergangenen Jahr eine Sonderkommission beim Landeskriminalamt wegen der Zunahme von Geldautomaten-Sprengungen im Land gebildet worden war (Jahr 2016: 28), hatte das neue Jahr zunächst gut begonnen. So kam es im Januar zu keinem einzigen Vorfall, wie ein Polizeisprecher sagte. Die ersten Sprengungen hätten sich nun in Falkenberg und Jüterbog abgespielt. Ob sie etwas miteinander zu tun haben, ist noch unklar.

Am Tatort verteilten sich Scherben über den Boden. Quelle: Julian Stähle

Generell bemerkte der Polizeisprecher zu den Taten, die Vorgehensweise deute darauf hin, „dass mehrere Banden in Brandenburg aktiv sind“. Viele der Täter seien hochmobil, zum Teil kämen sie aus dem Ausland.

Update vom Nachmittag – Fahndung bislang erfolglos

Die am Vormittag gesperrte Pferdestraße vor der Filiale ist wieder durchfahrbar. Weiterhin teilte die Polizei mit, dass die Fahndungsmaßnahmen eingestellt wurden. Die Kontrollen der Zu- und Ausfahrtsstraßen ergaben keine weiteren Erkenntnisse. Kunden der Deutschen Bank können Geldautomaten der zur Cash Group gehörenden Banken für eine gebührenfreie Abhebung von Banknoten nutzen. Außerdem ließen Ordner vor Ort verlauten, dass auch zwischenzeitlich bei der Sparkasse Geld abgehoben werden kann. Die Gebühren übernimmt die Deutsche Bank.

Immer wieder werden Geldautomaten gesprengt

In Brandenburg wie auch in Berlin werden immer wieder Geldautomaten gesprengt. Die Detonationen verursachen oft enorme Schäden. Einige Fälle aus der Vergangenheit:

Lübben, Oktober 2016: Durch die Detonation in einer Bankfiliale am Markt entstanden erhebliche Schäden – auch an der benachbarten Stadtverwaltung.

Potsdam, September 2016: Eine Potsdamer Panzerknackerbande muss sich vor Gericht verantworten. Die sieben Männer zwischen 22 und 59 Jahren waren offenbar spezialisiert darauf, Geldautomaten in die Luft zu sprengen und Tresore aus ihren Verankerungen zu reißen.

Berlin, August 2016: Hier musste die U-Bahnlinie 7 unterbrochen werden, Züge hielten nicht mehr am U-Bahnhof Jungfernheide im Stadtteil Charlottenburg-Nord. Bis September wurden 13 Geldautomaten-Sprengungen im Berliner Stadtgebiet registriert.

Trebbin (Teltow-Fläming), Juni 2016: Bei der Sprengung eines Geldautomaten wurde auch der angrenzende Supermarkt beschädigt. Die Explosion war so heftig, dass Teile des Dachs durch die Luft geflogen sind.

Elstal (Havelland), Mai 2016: Es entstand riesiger Schaden, weil der Automat in die Wand eines Einkaufszentrums eingebaut war.

Kremmen (Oberhavel), Januar 2016: Unbekannte versuchten in Kremmen, einen Geldautomaten zu sprengen – doch irgendetwas muss dabei schief gegangen sein.

Vehlefanz (Oberhavel), Juni 2015: Die Explosion war so heftig, dass die Bank zerstört wurde und die Teile des Automaten sich quer über die Straße verteilten, wie unsere Fotostrecke zeigt.

Von MAZonline

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