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Zwei Schleuser von der A 12 in U-Haft

A 12 bei Müllrose (Oder-Spree) Zwei Schleuser von der A 12 in U-Haft

Ein „erschütterndes Bild“: Mitten in der Nacht kontrollieren Bundespolizisten auf der A 12 im Grenzgebiet zu Polen einen Lastwagen und entdecken auf der Ladefläche 51 Menschen. Zwei Schleuser sitzen inzwischen in U-Haft. Führt eine neue Schleuserroute über Brandenburg?

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In diesem Lkw wurden die Menschen transportiert.

Quelle: dpa

Frankfurt (Oder). Die Bundespolizei hat auf der Autobahn 12 in Ostbrandenburg im Landkreis Oder-Spree nahe der polnischen Grenze einen Lastwagen mit 51 eingeschleusten Menschen auf der Ladefläche gestoppt. Darunter waren auch 17 Kinder, wie die Bundespolizeidirektion Berlin am Samstag mitteilte. Es handelt sich nach ersten Erkenntnissen um mehrere Familien, die nach eigener Auskunft irakische Staatsangehörige sind. Dokumente oder Pässe hatten sie aber nicht bei sich, hieß es.

Ein Bundespolizei-Sprecher sagte, bei der Kontrolle am frühen Samstagmorgen habe sich ein „erschütterndes Bild“ ergeben. Die 20 Männer, 14 Frauen sowie zehn Jungen und sieben Mädchen saßen und standen demnach auf der Ladefläche.

Zwei mutmaßliche Schleuser inzwischen in U-Haft

Der 46-jährige türkische Lkw-Fahrer war vorläufig festgenommen worden. Es stellte sich bei den Befragungen heraus, dass sich ein zweiter mutmaßlicher Schleuser mit auf der Ladefläche befand. Es handelt sich um einen 26 Jahre alten Syrer mit rumänischem Flüchtlingsausweis. Beide Männer wurden am Sonntagnachmittag dem Haftrichter am Amtsgericht Fürstenwalde vorgeführt. Der Richter ordnete Untersuchungshaft an.

Die Eingereisten werden in einem Zelt betreut

Die Eingereisten werden in einem Zelt betreut.

Quelle: dpa

Im Gewahrsam der Bundespolizei: im Zelt

Die Menschen auf dem Lkw nahm zunächst die Bundespolizei in Gewahrsam. In einem Zelt auf einer Liegenschaft der Bundespolizei in Frankfurt (Oder) wurden sie betreut. Hinweise auf Verletzungen gab es keine. Aber bei einer Person habe es Anzeichen für einen Flüssigkeitsmangel gegeben, hieß es.

Befragungen ergaben, dass die Geschleusten etwa eineinhalb bis zwei Tage auf dem Lkw verbracht haben. Auch bei kurzen Zwischenstopps durften sie die verplombte Lkw-Ladefläche nicht verlassen. Bei der kriminaltechnischen Untersuchung des Lkw fanden die Ermittler verschiedene zerrissene rumänische Asylbescheinigungen. Die Überprüfung der Fingerabdrücke ergab, dass ein Großteil der Personen bereits Ende August bzw. Anfang September in Rumänien und Bulgarien als Flüchtlinge erfasst wurden und dort Asylanträge gestellt haben.

Verdacht der unerlaubten Einreise

Alle Geschleusten haben Asylanträge gestellt, darum kamen sie in die Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung nach Eisenhüttenstadt (Oder-Spree). Gegen die Erwachsenen ermittelt die Bundespolizei wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise.

Neue Schleuserroute über Polen und Brandenburg?

Die Bundespolizei prüft nun, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder ob es Parallelen zu anderen Vorfällen im Grenzgebiet zu Polen gibt. Zuletzt habe es eine Häufung gegeben, „die wir vorher nicht kannten“, sagte ein Sprecher. Es sei aber derzeit aber völlig unklar, ob es Verbindungen oder gar einen Trend gebe.

Vor Tagen erst hatte die Bundespolizei im sächsischen Bad Muskau 40 eingeschleuste Iraker in Gewahrsam genommen. Einige von ihnen erklärten laut Polizei, dass sie mit einem Lastwagen von der Türkei nach Polen gebracht worden seien. Die Schleuser hätten sich abgesetzt und sie seien dann zu Fuß nach Deutschland gegangen. Ende August hatte die Bundespolizei bereits 20 Iraner und Iraker, darunter auch Kinder, auf einer Bundesstraße bei Heinersdorf im brandenburgischen Grenzgebiet aufgegriffen. Auch sie gaben laut Polizei an, mit einem Lastwagen eingeschleust und dann abgesetzt worden zu sein.

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Von Anna Ringle

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