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100 Schwarzkittel sollen noch sterben

Stahnsdorf 100 Schwarzkittel sollen noch sterben

Die Gemeinde Stahnsdorf will keinen eigenen Gemeindejäger einstellen, um die Wildschweinplage zu bannen. Dafür sollen die bislang agierenden Kollegen in der Region helfen. Und auch die Bewohner können mit geeigneten Maßnahmen helfen, Herr der Lage zu werden – zum Beispiel bei der Bewegungsjagd am 27. November.

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Wetzendes Wildschwein – wenn es wieder im Wald verschwunden ist, haben die Stahnsdorfer mit den aufgewühlten Ortsflächen zu kämpfen.

Quelle: H. Kuhlmey

Stahnsdorf. Die Schwarzkittel treiben’s in der Teltower Region besonders doll. „Ein Dezimieren des Wildschwein-Bestandes ist natürlich nur durch Jäger möglich.“ Das sagte Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) den Bürgern bei der Bürgerinformationsveranstaltung, wo er mit der Frage, was in seiner Gemeinde gegen die Wild-Plage unternommen werde, konfrontiert wurde. Für Stahnsdorf und Kleinmachnow gebe es die beiden Jagdpächter Peter Hemmerden und Jörg Fenske und zwölf Inhaber von Jagderlaubnisschein. Außerdem betreuen zwei Stadtjäger den Bereich Dreilinden/Berliner Forst und ein Jäger aus Saarmund das Areal der Kläranlage und des angrenzenden Reiterhofes, so Albers.

Jeden Abend seien einige der 14 Jäger in den beiden Gemeinden unterwegs, darunter auch auf dem Südwest-Kirchhof, dem Wilmersdorfer Friedhof, im Green Park oder dem Europarc-Dreilinden. Mit einer Sondergenehmigung darf auch innerhalb des Ortsgebietes gejagt werden – aber natürlich nur, wenn keine Menschen oder anderen Tiere in Gefahr seien. In Stahnsdorf gilt diese Genehmigung laut Albers für den Dorfplatz, den Lagerplatz des Wirtschaftshofes, Teile des Grashüpferviertels und die Grünanlage des Jugend- und Familienzentrums „Clab“. Alleine im Oktober hätten die Jäger rund 300 Stunden in die Jagd investiert, durchaus auch mit Unterstützung der Bewohner, wenn diese über die Homepage der Pächter oder per E-Mail Hinweise senden, wo sich die Tiere gerade aufhalten, so dass direkt reagiert werden könne. Seit April dieses Jahres wurden so schon mindestens 50 Stück Schwarzwild geschossen, außerdem zwölf Rehe, 13 Füchse und sechs Waschbären. Bis Ende des Jahres sollen es noch 100 Wildschweine werden. Hilfreich könnte dabei vielleicht die am 27. November in Stahnsdorf geplante „Bewegungsjagd“ werden, bei der die Bevölkerung aufgerufen ist, mitzuhelfen, möglichst viele Wildschweine zusammen zu treiben, damit die Jäger sie schießen können.

Auf eigenen Wunsch hin tragen die Inhaber von Jagderlaubnisscheinen Warnwesten mit der Aufschrift „Gemeindejäger“ – „um nicht für Amokläufer gehalten zu werden“, so Albers. Das Einstellen eines richtigen Gemeindejägers hält er für nicht machbar und nicht sinnvoll. Erstens müssten dann die Pachtverträge gekündigt werden, was nur mit einem wichtigen Grund möglich wäre, der jedoch nicht gegeben sei, und zweitens müsste mehr als ein Jäger eingestellt werden. Das würde Kosten generieren, die jetzt nicht anfallen würden, erklärte der Bürgermeister.

Aber auch die Bewohner können etwas tun: Stabile Zäune und geschlossene Tore verhindern das Eindringen der Tiere auf Grundstücke, und wer sie nicht füttert – bewusst oder unbewusst –, lockt sie auch nicht an. Selbst Katzenfutter auf der Terrasse sollte nicht stehen bleiben, Eicheln und Fallobst müssen entfernt und Kompost in die Tonne geworfen werden. Auch das Hinausbringen der Gelben Säcke erst in der Früh statt am Vorabend sei ein wichtiger Punkt. Sollte sich dennoch ein Wildschwein in den Garten verirren, lasse es sich leicht durch Lärm verjagen: Mit Topf und Kochlöffel sollte man dem Schwarzwild einen ordentlichen Schrecken einjagen, wenn Klatschen und Schreien nicht genügen. „Nicht hingehen oder mit etwas nach ihnen werfen“, warnte Albers. Wer einem Wildschwein im Wald begegnet, sollte es in Ruhe lassen. Menschen sind nicht gefährdet, versicherte Albers. Hunde sollten aber angeleint sein.

Wie berichtet, will die Gemeinde zur Beseitigung der Wühlschäden durch Wildschweine für ihre öffentlichen Flächen eine sogenannte Umkehrfräse anschaffen. Das Gerät kann an einen Traktor des Bauhofes angeschlossen werden und zerkleinert mit einer Walze dann die Grasklumpen, die von den Borstentieren aufgewühlt wurden, um daraus eine ebene Fläche zu formen, die wieder begrünt werden kann. Dafür will Stahnsdorf etwa 6000 Euro ausgeben. Eine manuelle Beseitigung der Schäden sei nicht mehr leistbar. In Kleinmachnow bewährt sich diese Technik bereits.

Der nächste Infoabend zu Wildschweinen findet am 8. Dezember, 18 Uhr, im Gemeindezentrum Stahnsdorf, Annastraße 3, mit den Jagdpächtern statt.

Bewegungsjagd und Informationen an Jäger

Die nächste Bewegungsjagd findet am 27. November, 7 bis 11 Uhr, statt. Anmeldungen senden Interessierte per E-Mail an gemeinde@stahnsdorf.de. Eine kurze Einweisung mit Aufgabenstellungen erfolgt vor Ort.

Wer ein Schwein oder eine Rotte sieht, kann es den Jagdpächtern unter info@jagdpaechter.com oder auf www.jagdpaechter.com melden.

Von Konstanze Kobel-Höller

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