Geringes Interesse auf dem Land - 12.000 unterschreiben gegen Massentierhaltung – MAZ - Märkische Allgemeine
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Potsdam-Mittelmark 12.000 unterschreiben gegen Massentierhaltung
Lokales Potsdam-Mittelmark 12.000 unterschreiben gegen Massentierhaltung
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17:27 15.01.2016
René Hadlich vom Meldeamt in Brück mit den Listen. Quelle: koska
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Mittelmark

Zum Erfolg des Volksbegehrens gegen die Massentierhaltung haben auch die Westbrandenburger beigetragen. Kurz vor Toreschluss bildeten sich vor einigen Meldeämtern in der Region Warteschlangen, viele wollten noch schnell ihre Unterschrift abgeben.

Einiges los war dementsprechend zum Beispiel in den Verwaltungen in Lehnin und Niemegk. Etwas über zehn Prozent der rund 104 000 im gesamten Land Brandenburg geleisteten Unterschriften wurden im Kreis Potsdam-Mittelmark abgegeben. Allerdings war das Interesse auf dem Land relativ gering: Haben sich in Bad Belzig 660, in Treuenbrietzen 578 und in Brück 475 Bürger in die Listen eingetragen, so waren es in Ziesar nur 121 und in Niemegk 158 gültige Unterschriften.

Somit haben in den Altkreisen Brandenburg und Belzig 3 097 Einwohner gegen die Massentierhaltung protestiert. Roland Hoffmann freut sich über den Erfolg des Volksbegehrens. „Es geht doch auch um die Lebensqualität des Bürgers“, sagt der Brücker. Dabei betont er, dass ihm das Tierwohl am Herzen liegt. Vor allem den Fleischkonsum sieht er kritisch. „Fleisch muss nicht jeden Tag auf den Tisch“, ist Hoffmann überzeugt.

Mehr als 3.000 Unterschriften in Bad Belzig

Der Baitzer Ortsvorsteher Klaus Niendorf ist im Nebenerwerb Bauer. Er meint, dass nicht die Größe, sondern die Haltungsbedingungen der Tiere entscheidend seien. „Wenn das Management gut ist, geht es auch den Tieren gut“, ist er überzeugt. „Es ist aber eine Obergrenze nötig, denn in Tierfabriken wird nicht auf das Tierwohl geachtet“, sagt der Landwirt.

Damit liegt er durchaus auf der Linie des Bauernverbandes. „Was ist Massentierhaltung?“ fragt sich Silvia Wernitz. Die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark will differenzieren. „Den Tieren muss es gut gehen, das ist das Entscheidende. Die reine Betriebsgröße ist nicht der einzige Indikator“. Wernitz fordert eine sachliche Diskussion, zu der die Landwirte jederzeit bereit seien. In Schwanebeck jubelt Eberhard Boese über den Erfolg. Er sieht dadurch Rückendeckung für die eigenen Bemühungen. Boese engagiert sich gegen eine Schweinemastanlage im Belziger Ortsteil. 60 Einwohner haben hier gestimmt, mehr als 25 Prozent der Wahlberechtigten.

Als Nächstes wird sich der Landtag mit dem Thema beschäftigen. Falls die Forderungen des Volksbegehrens, wie das Verbot des Kupierens von Schwänzen und Schnäbeln oder die Berufung eines Tierwohlbeauftragten, nicht erfüllt werden, wird es wohl zu einem Volksentscheid kommen. Zumindest die Berufung eines Tierwohlbeauftragten sieht Wolfgang Blasig kritisch. „Halte ich nicht für sinnvoll“, sagte der Landrat gegenüber der MAZ. Sollte der Volksentscheid kommen, wird er wohl gemeinsam mit dem gegen eine dritte Startbahn am neuen Berliner Flughafen stattfinden. Dieses Volksbegehren endet in einem Monat.

Von Andreas Koska

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