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2.500 Gäste: Gutspark im Benzinfieber

Oldtimertreffen in Cammer 2.500 Gäste: Gutspark im Benzinfieber

Um diese Sirene beneidet ihn manch eine Feuerwehr, erzählt Mike Primus stolz. Beim großen Oldtimertreffen im Gutspark Cammer, rollte er am Sonntag mit einem P3-Geländewagen vor. Das daran angebrachte Signalgerät stammt aus British Guayana. Doch es gab auf der Veranstaltung noch viel mehr spannende Gefährte zu begutachten.

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Freude am Fahren: Die Harley Davidson, Baujahr 1919, von Siegfried Niemann war ein Publikumsmagnet und oft in Betrieb.

Quelle: A. Koska

Cammer. Sein Besitzer ist stolz auf sein 1963 in Ludwigsfelde gebautes Geländefahrzeug. Geschenkt hat es ihm vor 15 Jahren seine Ehefrau. Vorher war der Wagen bei einer Feuerwehr im Einsatz. Produziert worden war er noch nicht von der Firma IFA, sondern vom Vorgängerwerk IWL. In dem Werk war Mike Primus bis zum Ruhestand tätig, am Ende der Karriere beim heutigen Eigner Mercedes Benz.

„Mein Fahrzeug wurde in Grün für die NVA, in Rot für Feuerwehren und eine kurze Zeit lang auch in Gelb für Einsätze in Tansania gebaut“, erinnert sich der Kenner. Da er selbst viel in Afrika unterwegs war, entschied er sich für die gelbe Farbe.

In Cammer beim nunmehr 7.Oldtimertreffen war Primus zum ersten Mal dabei. „Als ich gehört hatte, dass bisher kein P3 hier war, musste ich kommen“, erklärt der Autofreund.

Wie der Ludwigsfelder haben hunderte Oldtimerfreunde mit insgesamt 452 Fahrzeugen im Gutspark Aufstellung bezogen. Eine besonders starke Fraktion bildeten diesmal Motorräder. Um eine Harley Davidson mit Beiwagen aus dem Jahr 1919 bildeten sich immer wieder Besuchertrauben. Sie war ein Publikumsmagnet. „Die haben wir im Internet, im fertigen Zustand gefunden und aus Schweden nach Wollin geholt“, berichtet Siegfried Niemann.

Viele verschiedene Modelle

Er und sein Neffe Stefan haben neben der Harley auch ein Corona-Motorrad aus dem Jahr 1924 mitgebracht. „Dieses Stück hat viel Arbeit erfordert, bis es wieder aufgebaut war“, erinnert sich der 66-Jährige. Bei ihm in der Garage schlummern noch fünf weitere solcher Schätze.

Ein ganz besonderes Exemplar hat Christian Schmidt mitgebracht. Ein Kinder-Auto, Modell T-10 Torpedo, produziert in den 30er-Jahren in Kansas City, USA. „Ich hatte etwas ähnliches für die Kinder gesucht und bin im Internet darauf gestoßen“, berichtet der Biesenthaler. Er hat eigens 160 Kilometer Weg bis nach Cammer in Kauf genommen. In einem Kleinanzeigenportal stieß er auf das Kinderfahrzeug.

„Es stand nicht drin, welcher Typ. Ich rief den Besitzer an, setzte mich ins Auto und bin sofort nach Hamburg, um es zu kaufen“, berichtet Schmidt. Unter seiner Aufsicht dürfen jetzt die beiden Söhne, die drei und fünf Jahre alt sind, mit dem benzinbetriebenen Auto durch den Garten fahren. Ihren Papa kann man auf den Straßen zwischen Bernau und Eberswalde in indes in einem Buick von 1927 bestaunen. „Ich hatte mit acht Jahren mein erstes Moped.

Zahlreiche Fachbesucher

Fahrzeuge haben mich schon immer interessiert“, sagt er. Und da die amerikanischen Autos aufgrund der hohen Produktionszahlen preiswerter sind als europäische, habe er sich für diese Modelle entschieden. In Cammer ist er zum dritten Mal dabei. „Es ist hier einfach erfrischend, eine tolle Atmosphäre, typenoffen, Ost und West querbeet, eben keine der sonst üblichen Veranstaltungen“, lobt der gelernte Gärtner.

So oder so ähnlich äußerten sich auch andere Fachbesucher, während die rund 2500 Gäste eher über die Vielzahl der Modelle staunten. Auf einer eigens eingerichteten Wiesenfläche haben die Nutzfahrzeuge Aufstellung genommen. Neben dem Kran TIH-445 DH von Denny Spletzer fanden drei Lanz-Bulldog-Trecker besonderes Interesse. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Joachim Richter erfreut.

Der Vorsitzende des Dorf- und Heimatvereins als Veranstalter blickte am Abend auf ein rundum gelungenes Treffen zurück. „Wir hoffen, dass es nächstes Jahr ähnlich schön wird. Dann aber bitte keinen Regen“, so Richter. In diesem Jahr vertrieb ein kurzer Schauer nämliche einige Autofreunde und Besucher vorzeitig aus dem Park.

Von Andreas Koska

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