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20.000 Glasaale finden eine neue Heimat

Hoher Fläming 20.000 Glasaale finden eine neue Heimat

20.000 Glasaale sind neuerdings in der Plane und anderen Gewässern im Hohen Fläming heimisch. Sie wurden von der französischen Atlantikküste direkt transferiert, weil sie kaum auf natürlichem Weg in märkische Flüsse gelangen. Doch auch in der neuen Heimat ist die bedrohte Art einigen Gefahren ausgesetzt.

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Glasaale werden sechs bis acht Zentimeter lang.

Quelle: Marcel Weichenhahn

Bad Belzig. Die Gewässer im Hohen Fläming haben rund 20 000 neue Bewohner. Sie dürften inzwischen heimisch geworden sein: In der Plane und anderen Fließgewässern. Darüber hinaus in einigen Teichen und Seen, die vom Regionalverband „Hoher Fläming“ bewirtschaftet werden. „Rund sechs Kilogramm Glasaal wurden im vergangenen Monat hierzulande eingesetzt“, bestätigt Harri Hölzer aus Neuendorf (bei Brück). Als Gewässerwart zeichnet er für die Hege und Pflege von etwa 100 Hektar im Südwesten von Potsdam-Mittelmark verantwortlich.

Ziel der Aktion, die im gesamten Land Brandenburg realisiert worden ist, soll die Förderung der zuletzt rückläufigen Bestände dieser Art sein. Denn die natürliche Zuwanderung in die Binnengewässer hat sich aufgrund vieler Querverbauungen in den Flüssen negativ entwickelt. Deshalb haben Aktivisten um Manfred Leopold vom Landesanglerverband die jungen Tiere, die in den Tiefen der Sargassosee gezeugt wurden und dann den Atlantik überquerten quasi am Einzugsgebiet der Loire an der französischen Küste abgeholt.

Da sind sie etwa sechs bis acht Zentimeter lang, 0,3 Gramm schwer, durchsichtig und schon drei Jahre unterwegs gewesen, heißt es in einer Mitteilung der märkischen Petrijünger. Zehn bis 15 Jahre kann der Fisch nun theoretisch im Binnengewässer bleiben, ehe es ihn wieder zum Laichen nach Westen zieht.

485 Kilogramm der eingesetzten Menge wurden im Rahmen eines Pilotprojektes der Europäischen Union bezahlt, weitere 310 Kilogramm sind finanziert aus der Fischereiabgabe des Landes Brandenburg und konnten in die hiesigen Gewässer entlassen werden.

Der Aal ist ein begehrter Speisefisch, doch eben immer seltener zu fangen. Raubfische oder gefräßige Artgenossen, Krankheiten und Kormorane bleiben als Gefahren. Und wenn der Petrijünger wirklich das Glück eines Fanges hat, muss das Mindestmaß von 50 Zentimetern eingehalten werden. Außerdem dürfen nur zwei Exemplare pro Tag gelandet werden. „Sie sind relativ weit verteilt“, sagen die Experten, so dass es nicht an einem bestimmten Ort jetzt eine besonders große Population geben werde.

Von René Gaffron

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