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Potsdam-Mittelmark „Rock'n Roll, meine Damen und Herren“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Rock'n Roll, meine Damen und Herren“
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10:01 11.08.2014
Elektrisierend, erdenschwer und kraftvoll: Tatjana Besson mit der Freygang-Band. Quelle: Ina Schildowski
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Hohenlobbese

Das Festival lebt. Einfach von Görzke aus acht Kilometer in die Sackgassenstraße fahren und schon ist man da. Für die vielen Fans der kultigen Band „Freygang“ ist das nichts Neues. Mit Auto, Wohnwagen, Motorrad, Zelt, Schlafsäcken sowie Campingstühlen und Klapptischen sind sie bestens vorbereitet, rollen auf die Wiese der Westphals in Hohenlobbese und richten sich häuslich ein.

Margitta und Ludwig Westphal betreiben die Gaststätte im Dorf und sind nun zum 22. Mal Gastgeber. „Freygang hat mal bei uns im Saal gespielt“, erinnert sich Margitta Westphal. So haben sie sich kennen gelernt. „André wollte immer sein eigenes Open-Air-Festival“, erinnert sich die Wirtin – und dass es 1994 soweit war. Seither heißt es im August „Rock’n Roll, meine Damen und Herren“.

Mekka für "Freygänger": Am Wochenende 9./10. August 2014 stieg in Hohenlobbese im Fläming zum 22. Mal das Freyluffestival mit der legendären Blues-Rock-Band Freygang, die schon zu DDR-Zeiten in Jugendclubs und Dorfkneipen auftrat.

Ausgesprochen, was viele nur dachten

André Greiner-Pol, der Frontmann der legendären Blues-Rock-Band Freygang, die zu DDR-Zeiten in Jugendclubs und Dorfkneipen auftrat, sprach mit radikal kritischen Texten das aus, was viele nur dachten. Darauf folgten natürlich Spielverbote. Die Musiker ließen sich den Mund aber nicht verbieten, spielten trotzdem, heimlich oder unter anderen Namen und die Fangemeinde wuchs.

Der charismatische Sänger mit dem „Dreispitz“, seinem typischen Hut, starb im Dezember 2008. Doch die Band und die Fans lassen das Festival weiterleben. Aus Berlin, Leipzig, Wittenberg, Dresden, Saalfeld, Gotha oder Meißen kommen sie, aber auch aus Hamburg, Hagen (Nordrhein-Westfalen) oder Ludwigsburg (Baden-Württemberg). Sie alle eint ein besonderes Lebensgefühl. So wie Olaf und Christian Walbrach aus Luckenwalde, die sich mit Torsten Lehmann aus Magdeburg jedes Jahr in Hohenlobbese treffen. Auf dem Pritschenwagen haben sie ihre Klappliegen aufgestellt und nun genießen sie das Bier im Campingstuhl. Schon als Jugendliche haben sie Freygang gern gehört.

Didgeridoo und Maultrommel auf der Bühne

Als Surf’n Punk’n Roll bezeichnen die Bacabs ihre Musik. „Wir sind sicher die ersten unseres Genres“, witzeln die 21- bis 24-jährigen Berliner, die es als Band erst seit 2013 gibt. Sie sind das erste Mal beim Festival. „In meinem Bett grillt ein Affe“ oder „Parade“ singen sie und liefern eine gute Vorlage für die Bands „Eigenartig“, „Freygang-Band“ und „Dritte Wahl“. Ein jugendlich frischer Sound mit frechen Texten, der Lust auf mehr macht.

„Eigenartig“, die Dresdener, bringen Didgeridoo und Maultrommel mit auf die Bühne. Das ist kraftvolle Rockmusik, die ganz eigen, aber gewiss nicht artig ist. Immer schneller werden Schlagzeug und Gitarre, das Didgeridoo exstatisch. Die vor der Bühne Springenden und Tanzenden lassen sich davon antreiben. Gekommen, um zu tanzen, zu leben, glücklich zu sein, kann es für sie nicht schnell und schräg genug sein.

Frühstück mit Rollmops

Kurzer Bühnenumbau, Soundcheck und die Freygang-Band greift zu den Gitarren. Das ist mehr als nur ein Bandname, das ist ein Lebensgefühl. Uwe, aus dem „Chemnitzer Raum“, wie er sagt, weiß viel über die Band und die Texte. Er habe einen ganz anderen Zugang zu deutscher Literatur bekommen und er erzählt von Erich Mühsam und Bertolt Brecht, deren Texte er auf der Bühne von Freygang gehört hat. „Der Blues muss bewaffnet sein, sonst glaubt dir kein Schwein“ oder „Schneller, höher, weiter“ hämmert der Gesang von einer starken Tatjana Besson und Gitarrist Brian Bosse aus den fetten Boxen und schon ist Uwe in der tobenden Menge verschwunden.

„Freygang, das hat André Greiner-Pol mal auf einer Tasche in Polen gelesen“, erzählt Egon Kenner, seit 1984 Bassist der Band. „Seitdem heißen wir so.“ Während er hinter der Bühne von alten Zeiten und einer neuen CD spricht, lässt es die Punk-Band „Dritte Wahl“ in der lauen Augustnacht ordentlich krachen.

Für die verkaterten Fans wartet am nächsten Morgen sogar ein Frühstück mit Rollmops, denn am Abend muss jeder wieder fit sein, dann wird mit „Johnnie Rook“, „Peter Mitchell“, „Kirsche & Co“, „Freygang-Band“ und „Lord Bishop“ weiter gefeiert.

Von Ina Schidlowski

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