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234 Meter gestrickte Vielfalt

Bad Belziger Schal-Idee 234 Meter gestrickte Vielfalt

Weit über das anvisierte Ziel hinaus geschossen ist das Projekt „Schal der Vielfalt“ im Hohen Fläming. 70 Meter lang sollte das Objekt der Begierde werden, pünktlich zum 70. Jubiläum der Volkssolidarität. Das hat geklappt: mehr als drei Mal so lang ist es inzwischen.

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Karola Benke ist Initiatorin und Leiterin der Strickgruppe.

Quelle: Uwe Klemens

Bad Belzig. „Aus dem ’Schal der Vielfalt’ ist ein Bad der Solidarität geworden“, sagt Karola Benke. Denn was vor etwas mehr als einem halben Jahr nur wie eine kühne Vision klang, wurde von der Wirklichkeit noch übertroffen. Ein 70-Meter-Schal zum 70. Jubiläum der Volkssoliarität sollte es werden. 234 Meter sind es inzwischen.

MAZ: Wie kamen Sie auf die Idee für das Schal-Projekt?

Karola Benke: Die Idee entstand innerhalb der Strickgruppe, die vor neun Jahren entstand und beim Regionalverband der Volkssolidarität angegliedert ist. Im Vorjahr hatten wir aufgerufen, gemeinsam am „Schal der Generationen“ mitzustricken, der über 3 Meter lang wurde. Der Erfolg gab uns Mut für dieses neue Projekt.

Welcher Gedanke steckt hinter dem Namen „Schal der Vielfalt“?

Benke: Jeder kann mitmachen. Alte und junge, Männer und Frauen, Einheimische und Auswärtige. So vielfältig wie die Menschen, ist dann auch das Ergebnis. Ein Schal der Vielfalt eben.

Wie viele Stricker haben sich bislang beteiligt?

Benke: Ganz genau lässt sich das leider nicht mehr ermitteln. Oft sind es ja Gruppen, die gemeinsam stricken und die fertigen Teilstücke dann nur unter dem Namen des Vereins oder der Gruppe einsenden. Ich werde versuchen, bis zur Übergabe des Schals eine Mappe zu erstellen, in der alle Beteiligten aufgelistet sind.

Ist das Konzept der Vielfalt aufgegangen oder waren es nur der übliche Kreis von Leuten, die sowieso stricken?

Benke: Die Vielfalt ist beinahe unglaublich und reicht vom sechsjährigen Kindergartenkind bis zur 86-Jährigen, die mit Lupe und Stirnlampe daheim mitgestrickt hat. Die älteste Strickerin war 93 Jahre alt.

Wie siehts bei den Männern aus?

Benke: Na ja, Männer tun sich beim Stricken nach wie vor schwer. Aber es gibt welche, die sich beteiligt haben.

Wie haben sie Ihre Schal-Idee in die Öffentlichkeit getragen?

Benke: Über alle Kanäle der Volkssolidarität, also durch Aushänge in den Regionalverbänden, und durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Dabei haben wir uns auf Brandenburg beschränkt, denn wir wollen mit dem Schal ja nicht ins Guinness-Buch der Rekorde. Vier Kilometer Schal kann man dann irgendwann nicht mehr händeln.

Sind sie von der Resonanz überrascht?

Benke: Wir alle sind überrascht aber natürlich auch erfreut. Die längste Reise hat ein Schal-Stück aus Eisenhüttenstadt hinter sich. Potsdamer, Cottbuser und natürlich viele Leute aus unserer Region haben sich beteiligt.

Gibt es außer der Riesenmenge an Maschen noch andere Ergebnisse?

Benke: Wir haben unglaublich viel Zuspruch für unsere eigentliche Arbeit bekommen. Normalerweise stricken wir praktische Dinge, die wir auf Basaren verkaufen. Mit dem Erlös aber auch mit den Stricksachen unterstützen wir Kinder und Familien in Not. Den Satz ’Das ist ja eine unglaublich gute Idee’ haben wir seither unzählige Male gehört. Der Kreis der Leute, die uns unterstützen, zum Beispiel mit Wolle, ist durch die Aktion sehr stark gewachsen.

Was passiert nun mit dem Schal?

Benke: Die Übergabe findet im Oktober im Rahmen der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Volkssolidarität statt. Danach wird der Schal wieder in Stücke aufgetrennt, so dass daraus Kleidung entsteht. Nur ein symbolisches Teilstück kommt in die Vitrine.

Gibt es schon Ideen für ein neues Projekt?

Benke: So schnell wohl nicht. Nun wollen wir uns erst mal wieder auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren.

Von Uwe Klemens

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