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Potsdam-Mittelmark 30 Feuerwehrleute proben den Ernstfall
Lokales Potsdam-Mittelmark 30 Feuerwehrleute proben den Ernstfall
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10:34 04.04.2018
Technikchef Andreas Ruhle (re.) zeigt den Helfern der Feuerwehr Bardenitz im Krankenhaus die Patienten-Rettung mit dem Järventuch. Quelle: JKH
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Treuenbrietzen

Wenn im Krankenhaus Havarien oder Brände auftreten, muss es schnell gehen. Und vor allem sollte jeder Handgriff sitzen. Das richtige Verhalten in Notfällen haben Einsatzkräfte aus Feuerwehren der Treuenbrietzener Ortsteile jetzt trainiert. Nach einem vorgetäuschten Feueralarm am späten Nachmittag rückten im örtlichen Johanniter-Krankenhaus rund 30 Helfer der freiwilligen Wehren aus Rietz, Bardenitz, Brachwitz, Pflügkuff, Zeuden, Marzahna und Feldheim an.

„Anlass für die Übung waren kürzlich die Bilder vom Brand in einem Bochumer Klinikum, die eine sehr zeit- und personenintensive Rettung der Patienten zeigten“, erklärt Kliniksprecher Jörg-Peter Bensch. Mit Kameraden der Treuenbrietzener Ortswehr war die Evakuierung von Patienten bereits Wochen zuvor während einer ähnlichen Übung trainiert worden. „Da die Wehren der Ortsteile aber als wesentliches Glied der Ausrückeordnung in Großeinsätze wie hier beim Krankenhaus eingebunden sind, haben wir auch für sie nun erstmals diese Übung angesetzt“, sagt Stadtwehrführer Jens Heinze der MAZ. Auch ihnen wurden dabei drei Schwerpunkte zu Besonderheiten des Krankenhauses vermittelt.

Järventücher erleichtern die Patientenbergung

Dazu zählt der Transport bettlägeriger Patienten. „Das Krankenhaus hat in den vergangenen Jahren durch regelmäßige Investitionen alle stationären Betten mit einem sogenannten Järventuch ausgestattet“, erklärt Jörg-Peter Bensch. Dadurch wird im Ernstfall nur eine Person benötigt, um einen Patienten samt seiner Matratze und seinem Bettzeug aus dem Krankenbett zu ziehen. Mit Hilfe des Spezialtuches kann er so ohne Verletzungen zu Boden gleiten und im Notfall sogar über eine Treppe abwärts in den nächsten sicheren Bereich transportiert werden. Bei herkömmlicher Evakuierung mit einem Bettlaken wurden sonst sechs Helfer benötigt. „Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Kameraden vom Komfort sowohl für den Patienten als auch den Retter. Beide Rollen konnten sie am eigenen Leib erfahren“, berichtet Bensch.

Ohne Järventuch waren bislang sechs Helfer nötig, um Patienten in herkömmlichen Bettlaken zu bergen. Quelle: JKH

Beherrschen müssen die Einsatzkräfte im Ernstfall zudem die Brandmeldezentrale des Krankenhauses. Dort gab Stadtwehrführer Jens Heinze eine Einführung zum Ein- und Abschalten des Feuerwehrbedienfeldes sowie in die Systematik des Schlüsseltresors.

Zu besonderen Gefahrenorten im Krankenhaus werden können im Ernstfall zudem die Sauerstoffzen- trale, die Chlorgasanlage und das Chemikalienlager für das Schwimmbecken sowie die Sauerstoffvorratstanks und das Heizhaus mit seinen Brennern, Notstromaggregaten und einem Tanklager. Wie vor einigen Jahren, als im Schwimmbadbereich Chlorgas austrat, oder wie bei einem Schwelbrand in einer Teeküche einer Station, ist dann schnell ein Großeinsatz nötig, um hunderte Patienten und Mitarbeiter des Krankenhauses zu retten oder zu schützen.

Im Ernstfall bis zu 500 Einsatzkräfte vor Ort

„Abhängig von der Alarmmeldung würden wir hier im Ernstfall bis zu 500 Einatzkräfte heranziehen“, erklärt Jens Heinze. Bei Großereignissen rücken dann nämlich auch die Sondereinheiten für Rettung und Betreuung aus anderen Wehren des Kreisgebietes an“, erklärt der Stadtwehrführer.

Ortswehren als wichtiger Baustein

In der Stadt Treuenbrietzen gibt es aktuell 14 Ortsfeuerwehren mit 23 Fahrzeugen.

Für größere Einsätze sind einzelne Wehren der Ortsteile automatisch in die Ausrückeordnung eingebunden.

Zur Feuerwehr Treuenbrietzen gehören insgesamt rund 400 Männer und Frauen.

Für den aktiven Einsatz zur Verfügung stehen davon circa 290 Kameraden.

Vor rund zehn Jahren waren es noch 380 aktive Kräfte.

Für ein solches Szenario hält er die jetzt kurz vor der Fertigstellung stehende neue Rettungszufahrt am Bahnübergang für unentbehrlich. Bislang sind die Kliniken und umliegende Wohngebiete lediglich über die Johanniterstraße vom Kreisverkehr an der B 102 her erreichbar. „Wenn dort ein Unfall ist – wie schon zweimal geschehen – oder der Bahnübergang dicht ist, kommt niemand mehr durch“, erklärt Jens Heinze. Künftig ist mit der Überfahrt am Bahnübergang Treuenbrietzen-Süd dann für Evakuierungen und die Anfahrt der Rettungskräfte ein Einbahnstraßensystem möglich.

Von Thomas Wachs

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