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36 neue Stellen im Landratsamt Bad Belzig

Flüchtlingszustrom in Potsdam-Mittelmark 36 neue Stellen im Landratsamt Bad Belzig

Drei Dutzend neue Mitarbeiter werden im Landratsamt Bad Belzig eingestellt. Sie sollen die Aufgaben erledigen, die durch den Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern zu bewältigen sind. Die Zustimmung im Kreistag Potsdam-Mittelmark scheint gewiss. Der Großteil der Kosten scheint gedeckt.

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Personalchef André Köppen hat die Aufstockung um 36 Stellen in der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark beantragt, um Flüchtlinge betreuen zu können.

Quelle: Thomas Wachs

Bad Belzig. Mehr als 2000 Asylbewerber und Flüchtlinge hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark binnen dieses Jahres zu empfangen, unterzubringen und zu betreuen. Unter anderem deshalb sollen kurzfristig drei Dutzend neue Mitarbeiter eingestellt werden. Der Kreisausschuss hat am Donnerstagabend einer Aufstockung der Verwaltung um fast 36 Personalstellen zugestimmt.

30 davon in den Sachgebieten, die mit der Bewältigung des Zustroms von Flüchtlingen und Asylbewerbern befasst sind. Wie der Beschlussvorlage zu entnehmen ist, geht es um Sachfragen wie Aufenthaltsstatus/Abschiebung, Auszahlung von Leistungen, Sozialarbeit bis hin zur Hausmeisterarbeit in den Unterkünften. Wie rasant sich die Entwicklung derzeit vollzieht, haben die Abgeordneten nach Ende der Sommerpause erfahren. Hatten die Fachausschüsse im Juli noch die Erhöhung um 22 Stellen erörtert stellt sich der tatsächliche Bedarf acht Wochen später noch dramatischer dar. Seinerzeit war freilich die Rede von 1270 zugewiesenen Asylbewerbern und Flüchtlingen.

Personal-Wettbewerb zwischen Behörden absehbar

So wird sich die Gesamtstellenzahl – teilweise befristet – bis Ende des nächsten Jahres nicht wie zunächst vorgesehen von 1001 auf 994 verringern, sondern vielmehr etwas erhöhen, hat Andre Köppen auf MAZ-Nachfrage mitgeteilt. Der Personalchef im Landratsamt Bad Belzig geht davon aus, dass die Besetzung durchaus realisierbar sei, obwohl gerade wegen des aktuellen Bedarfs ein gewisser Wettbewerb zwischen den Behörden absehbar ist. Das Prozedere mit Ausschreibungen, Einstellungsgesprächen und Einarbeitung von Quereinsteigern wird die Verwaltung ebenfalls in Atem halten, wie Dietmar Otto (SPD) und Hans-Peter Goetz (FDP) auf Nachfrage bestätigt bekammen. Bisher waren im Rahmen des Haushalts- und Stellenplanes neue Aufgabenverteilungen, Umsetzungen oder Qualifizierungen auf der Tagesordnung. Diese Möglichkeiten seien nach Einschätzung von Andre Köppen jedoch weitgehend ausgeschöpft.

Dass der Kreistag Potsdam-Mittelmark in zehn Tagen seinem Anliegen zustimmen wird, scheint gewiss. Denn die Mehrkosten – 350<TH>000 Euro in diesem Jahr und 1,6 Millionen Euro für 2016 – sind in großen Teilen über erhöhte Zuweisungen abgedeckt, die laut Ankündigung von der Bundes- und Landesregierung Brandenburg an die Kommunen transferiert werden sollen. Gleichwohl es um die operative Arbeit geht, machte Kathrin Menz (Die Linke) darauf aufmerksam, dass im Büro von Behinderten- sowie Gleichstellungs- und Ausländerbeauftragten die Arbeit nicht länger auf lediglich zwei Personen verteilt sein sollte.

Integrationskonzept soll Willkommenskultur fördern

Die Koalition aus SPD, CDU sowie Freien Bauern und Bürgern hat indes Landrat Wofgang Blasig (SPD) gebeten, ein Integrationskonzept für Potsdam-Mittelmark zu erstellen. Es soll eine Willkommens- und Anerkennungskultur hierzulande fördern. Ausdrücklich wird angestrebt, dass die Oppositionsfraktionen dem Antrag als Unterzeichner anschließen. Dazu haben sie ebenso Bereitschaft wie Gesprächsbedarf signalisiert. Unter anderem geht es um die Verteilung der Asylbewerber und Flüchtlinge in möglichst viele Orte, die Optimierung des Immobilienmanagements für diese Zwecke und die Unterstützung der Städte und Gemeinden bei der Integration. „Darüber hinaus sollten verlässliche Personallösungen enthalten sein“, heißt es dort ebenfalls. Die Integration der Ausländer könne für Potsdam-Mittelmark vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine Chance sein, wird das Anliegen begründet. „Eine angemessene Verteilung auf alle Kommunen dürfte für mehr Transparenz und Akzeptanz sorgen.“

Von René Gaffron

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