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Potsdam-Mittelmark 4500 Unterschriften für häufigere Zugtaktung
Lokales Potsdam-Mittelmark 4500 Unterschriften für häufigere Zugtaktung
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00:20 07.10.2017
Pendler steigen am Bahnhof Götz in den Regionalexpress 1 nach Potsdam und Berlin ein. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Groß Kreutz (Havel)

Für eine häufigere Taktung des Regionalexpresses 1 an den Pendler-Bahnhöfen Groß Kreutz und Götz sind 4500 Unterschriften zusammen gekommen. Als „Wahnsinn“ und „großartigen Erfolg“ bewertetet Mitinitiatorin Dajana Ringlau das Ergebnis. „Das zeigt glasklar, dass der Bedarf nach einer besseren Taktung besteht“, sagte sie am Mittwoch der MAZ.

Es dürfte eine der größten privat initiierten Unterschriftenaktionen in der Region sein. Gestartet ist sie im Juli und damit zeitgleich mit dem kommunalpolitischen Kampf für eine bessere Zugtaktung auf der RE-1-Strecke. In dutzenden Arztpraxen, Apotheken, Bäckereien der acht Groß Kreutzer Ortsteile lagen die Listen aus, dazu im Zentrum für Gewerbeförderung der Handwerkskammer Potsdam in Götz und in der Tourist-Info in Lehnin.

Der RE 1 ist eine wichtige Verkehrsader zwischen Brandenburg an der Havel, Potsdam-Mittelmark und Potsdam und Berlin. Quelle: Volkmar Maloszyk

Nun erklärte Dajana Ringlau die Aktion für beendet. „Wir hatten auf 2000 Unterschriften gehofft.“ Jetzt sind es mehr als doppelt so viele geworden. Nicht ausschließen möchte Ringlau, dass der eine oder andere auf mehreren Listen unterschrieben hat. „Aber das sind sicherlich Einzelfälle.“

Weitergeleitet werden sollen die Unterschriften an das Infrastruktur-Ministerium in Potsdam. Dort wollen die Akteure erreichen, dass der neue Landesverkehrsplan, der von 2018 an bis 2022 gilt, den RE 1 für die Bahnhöfe Groß Kreutz und Götz häufiger taktet. „Wir fordern einen zusätzlichen Halt pro Stunde.“ Nicht einlassen wolle sie sich auf den Vorschlag einiger Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, eine bessere Taktung zu den Stoßzeiten am Morgen und Nachmittag, wenn die Berufspendler unterwegs sind, würde reichen. „Wir müssen auch an die Jugendlichen und die Schüler denken“, betont Dajana Ringlau. „Die haben um 13, 14 Uhr Schulschluss. Wenn sie dann den Zug verpassen kann es nicht sein, dass sie eine Stunde am Bahnhof auf den nächsten Zug warten müssen.“

Auch Bürgermeister kämpfen für andere Zug-Taktung

Die 38-jährige Jeserigerin arbeitet als Vermessungsingenieurin im Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf und ist daher beruflich auf eine gute Zuganbindung der Gemeinde Groß Kreutz angewiesen.

„Wer junge Menschen in der Region halten will, muss für gute Bahnanbindung sorgen.“ Kinder und Jugendliche seien die Zukunft. Deswegen unterstützt sie auch die Forderung von Eric Vohn, der für die FDP als Direktkandidat im Wahlkreis 60 bei der Bundestagswahl antrat und selbst in Götz wohnt. Vohn plädiert auch für eine bessere Taktung des Regionalexpresses in der Nacht. Es müsse möglich sein, dass Konzertbesucher aus Berlin auch weit nach Mitternacht die Bahn für die Heimfahrt nutzen könnten. „Ob es auch am Abend und später einen Halbstundentakt braucht, ist eine andere Frage“, sagt Ringlau. Tatsächlich hält nachts mehrere Stunden kein Zug in Groß Kreutz aus Berlin. Betroffen ist die Zeit zwischen 1.20 Uhr und 5.30 Uhr. Gleiches gilt für Götz.

Viele Pendler nach Berlin und Potsdam sind auf Bahn angewiesen

Erst am 21. September waren der Groß Kreutzer Bürgermeister Reth Kalsow, Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann, die Werderaner Bürgermeisterin Manuela Saß (alle CDU) und Kloster Lehnins Gemeindechef Uwe Brückner mit ihrer gemeinsamen Forderung nach einer häufigeren Verbindung zwischen Brandenburg und Berlin und mehr Platz in den Zügen an die Öffentlichkeit getreten. Unterstützung fanden sie in Vertretern der Wirtschaft und Wissenschaft.

Laut der Gemeinde Groß Kreutz pendeln täglich 1248 Menschen in die Region hinein und 3028 hinaus zu Jobs in Berlin oder Potsdam haben. Offen ist, wie viele von ihnen die Bahn dafür nutzen. Von hoher Wichtigkeit sind die Bahnhöfe auch für die Ortsteile Kloster Lehnins. Dort fahren viele Pendler gleich bis Werder, um die bessere Taktung dort zu nutzen, was in Werder für Verkehrsprobleme sorgt.

Von Marion von Imhoff

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