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50 Hektar für Biene, Hummel und Co.

Blühstreifen-Projekt in Beelitz 50 Hektar für Biene, Hummel und Co.

Der noch junge Verein „Blühstreifen Beelitz“ hat am Sonntag im ersten Jahr des Projektes Ergebnisse präsentiert, die sich sehen lassen können. Die Initiative, die im Spargelland neuen Lebensraum für Bienen, Hummeln und Co. schaffen will, konnte vier Landwirtschaftsbetriebe gewinnen, die mehr als 50 Hektar eigene Flächen zur Verfügung stellen.

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Die Mitstreiter aus dem Verein, den Landwirtschaftsbetrieben und Kooperationspartnern an einer Blühwiese am Rande von Buchholz.

Quelle: Jens Steglich

Beelitz. Der Unterschied ist zu sehen, zu riechen und ein bisschen auch zu hören, wenn man die Ohren spitzt. Als im Mai dieses Jahres an der Fläche am Ortsrand des kleinen Dorfes Buchholz ein erstes Foto entstand, sah es dort aus wie in einer Einöde, aus der sich das Leben weitgehend zurückgezogen hat. Am An diesem Sonntag, drei Monate später, tobt an gleicher Stelle das Leben. Fast brusthoch steht eine Blühwiese in der Landschaft, über der Schmetterlinge und eine Etage höher eine Menge Schwalben zu sehen sind. Und wer sich in die Wiese hineinstellt, kann es auch hören – das Summen der Insekten. Das klingt pathetisch und ist doch die pure Wahrheit.

Der junge Beelitzer Verein „Blühstreifen“ hat am Sonntagnachmittag zur Ergebnispräsentation eingeladen und konnte schon im ersten Jahr Erstaunliches vorweisen. Die Initiative im Stile einer Graswurzelbewegung hat sich auf die Fahnen geschrieben, im Spargelland, in dem im Frühjahr weite Flächen mit Folien überzogen sind, Blühwiesen für Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und Co. zu schaffen. Also für jene kleinen Tiere Lebensraum anzulegen, die als Bestäuber der Pflanzen für einen gedeckten Tisch sorgen, selbst aber arg in Bedrängnis geraten sind, weil Feldraine, Wildblumenwiesen und Heckenstreifen sich rar gemacht haben in einer Welt, in der die optimale Ausnutzung der Äcker für Landwirte ein Überlebensgebot ist. „Wir wollen die Veränderung mit den Landwirten herbeiführen, nicht gegen sie“, sagte Lutz Pahl, der mit seiner Frau Kerstin Pahl die Initiative angestoßen hat. Inzwischen sind eine Menge Kooperationspartner dabei und vier Landwirtschaftsbetriebe. Die Agrar KG Wittbrietzen, die Buschmann & Winkelmann GmbH des Spargelhofes Klaistow, die Agrar-Gesellschaft Buchholz und die Laprog-Agrargesellschaft Gottow stellen mehr als 50 Hektar eigene Flächen für das Anlegen von Blühwiesen zur Verfügung. Das ist bemerkenswert, denn: „Die Landwirte können auf solchen Flächen keinen Ertrag einfahren, müssen aber trotzdem Pacht und Mitarbeiter bezahlen“, so Carsten Wunderlich, Geschäftsführer der Buchholzer Agrar-Gesellschaft. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern bekommen Landwirte in Brandenburg keine Förderung dafür. Auch wenn Brandenburgs Agrar-Minister Jörg Vogelsänger (SPD) kurzfristig seinen Besuch abgesagt hatte, war am Sonntag die Forderung an die Adresse des Landes, Zuschüsse dafür aus entsprechenden EU-Programmen zu gewähren, in fast jeder Rede zu hören. „Wenn man im größeren Maßstab etwas erreichen will, geht es ohne Förderung nicht“, sagte Kordula Isermann, Leiterin des Naturparks Nuthe-Nieplitz.

Das Beelitzer Projekt hat auch ohne Förderung einiges in Bewegung gesetzt. Neben den vier Landwirtschaftsbetrieben ziehen private Gartenbesitzer mit. 20 Schilder mit der Aufschrift – „Wir tun etwas für Bienen“ – stehen mittlerweile an Gärten, sagte Kerstin Pahlke. Die Initiative will auch Kommunen gewinnen, Flächen in blühende Landschaften zu verwandeln. Beelitz hat zugesagt, entlang der Clara-Zetkin-Straße Blühwiesen zu schaffen.

Blühstreifen: Appelle an die Politik

Grünen-Kreistagsabgeordnete Elke Seidel appellierte an Brandenburgs Agrar-Minister Jörg Vogelsänger (SPD), das Wassergesetz zu ändern. Mit einem Federstrich könne man ermöglichen, dass Gewässerstreifen als Blühstreifen zur Verfügung stehen.

Am Beelitzer Blühwiesenprojekt wollen die vier Landwirtschaftsbetriebe weiter mitwirken. Laut Kerstin Pahl aus Buchholz, Initiatorin des Projekts, wird auch über ein neues Geschäftsfeld nachgedacht. Auf den eigenen Blühwiesen soll Wildpflanzen-Saatgut produziert werden.

Von Jens Steglich

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