Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Mittelmark punktet mit Natur

8. Kreisentwicklungsforum am Seddiner See Mittelmark punktet mit Natur

Mobilität und Zuwanderung waren die zentralen Themen auf dem 8. Kreisentwicklungsforum Potsdam-Mittelmark am Samstag in der Heimvolkshochschule am Seddiner See. Die Gespräche in den Arbeitsgruppen offenbarten, dass gerade die berlinferneren Gemeinden Nachholebedarf bei den Anbindungen an die Metropolregion haben.

Seddin, Seeweg 2 52.278375 13.0077748
Google Map of 52.278375,13.0077748
Seddin, Seeweg 2 Mehr Infos
Nächster Artikel
Schuhe in Asylunterkunft angesteckt

Die Berliner zieht es nach wie vor in den Nachbarlandkreis ins Grüne.

Quelle: Friedrich Bungert

Seddin. Was machen wir mit Potsdam-Mittelmarks ausgezeichneter Lage unmittelbar an den Stadtgrenzen der Bundeshauptstadt Berlin beziehungsweise der Landeshauptstadt Potsdam? Diese Frage richtete Landrat Wolfgang Blasig (SPD) am Samstag in der Heimvolkshochschule in Seddin an Kommunalpolitiker, Unternehmer, Vertreter von Vereinen und Verbänden sowie an interessierte Mittelmärker, die seiner Einladung zum 8. Kreisentwicklungsforum gefolgt waren.

Landkreis soll sich stärker für den Wohnungsbau engagieren

Die Mittelmark kann mit vorhandenem Platz und mit Naturräumen punkten, mit grüner Bildung und mit Berufsbildern, die es in Berlin nicht gibt, antwortete Büroleiterin Kerstin Kümpel. Ihr Workshop hatte sich mit den Chancen Potsdam-Mittelmarks aus der Entwicklung der Metropolregion beschäftigt. Angesichts des anhaltenden Siedlungsdruckes innerhalb der Bundeshauptstadt solle sich der Landkreis unter anderem mehr für den Wohnungsbau engagieren, empfiehlt die Gruppe.

Darauf war schon der Diplomarchitekt Ulrich Springer aus Kleinmachnow in seinem Einführungsvortrag eingegangen. Springer fordert, das Planungsrecht der Kommunen für den Wohnungsbau zu ändern und ab einer bestimmten Größenordnung dem Kreis oder dem Land zu übertragen. Das derzeitige Recht verhindere jede Entwicklung. Zum Verständnis führte er das Beispiel eines knappen „Ja“s der Gemeindevertretung Kleinmachnow für 250 Wohnungen an. „Was passiert, wenn wir 3000 Wohnungen brauchen?“. Springer ist überzeugt, dass sich die Abhängigkeit zwischen Berlin und Brandenburg noch verschärft.

Zehntausende Mittelmärker pendeln nach Berlin und Potsdam

Schon jetzt pendeln 18 700 Menschen aus dem Landkreis nach Berlin und 15000 Mittelmärker nach Potsdam, begann André Köppen von der Kreisverwaltung seinen Workshop Mobilität. In Gegenrichtung fahren 8000 Berliner und 6400 Potsdamer in den Kreis. Doch „im Großen und Ganzen ist der Verkehr auf dem Stand wie vor 18 Jahren stehen geblieben“, stellte Köppen fest.

So würde beispielsweise der Regionalexpress zwischen Dessau und Bad Belzig noch immer nur im Zweistundentakt verkehren, obwohl die Kurstadt mehr Touristen durchaus brauchen könnte. Auch Wiesenburg würde sicher mehr Besucher empfangen, müssten diese nicht bei schlechtem Wetter auf dem offenen Bahnsteig auf den Zug warten. Ein Dach hat der Bahnsteig nicht. Kleinere Dörfer wie Krahne, Reckahn , Medewitz oder Dietersdorf seien vom Bahn- oder Busverkehr teilweise abgeschnitten und deren Einwohner müssten mitunter erst in den Nachbarort fahren, um von dort aus in die Metropolen zu kommen, berichteten Konferenzteilnehmer in den Arbeitsgruppen. Dass Busfahrer selbst mit halb leeren Bussen keine Fahrräder mitnehmen, wurde ebenfalls als großes Minus angekreidet.

4000 Flüchtlinge werden in diesem Jahr erwartet

Aber nicht nur in der Zuwanderung aus Berlin sieht Potsdam-Mittelmark sowohl Chancen als auch Herausforderungen für seine Entwicklung. Der Landkreis soll auch in diesem Jahr wieder 4000 Flüchtlinge aufnehmen, verkündete Blasig. Davon würden letztendlich etwa 1000 Einwanderer bleiben, die integriert werden müssten, schätzt Blasig. Bei der Wohnungssuche sollte der Landkreis zwischen ihnen und privaten Vermietern vermitteln, hieß es im Workshop Zuwanderung. Außerdem sollte neben Sprachkursen die Ausbildung der Asylbewerber im Kreis gefördert und Existenzhilfen gegeben werden. Die Familienzentren sollten sich auch den Ausländern als Anlaufpunkte öffnen.

Die Ergebnisse des Kreisentwicklungsforums sollen bis nach dem Osterfest auf der Internetseite des Landkreises veröffentlicht sein, kündigte Blasig an. Die Verwaltung will prüfen, welche Vorschläge in die Haushaltsplanung für 2017/2018 und welche Anregungen ins Strategieprogramm des Kreises einfließen können.

Stimmen aus dem Forum

Wolfgang Blasig, Landrat: „Wir könnten mit der Stadt Potsdam eine gemeinsame Verkehrskonzeption erarbeiten. Aber nur dann, wenn Potsdam uns erlaubt, auch in der Landeshauptstadt mitzuplanen.“

Ulrich Springer, Diplomarchitekt: „Der Verkehr im Berliner Süden muss entlastet werden. Vielleicht sollte eine parallele Autobahn nur für Lastwagen gebaut werden.“

Melanie Balzer, SPD-Kreistagsabgeordnete: „Wir brauchen zusätzliche Busse für den Schülerverkehr. Die Busse zwischen Brück und Linthe sind immer sehr voll. Da müssen auch kleinere Kinder stehen.

Steffi Wiesner, Koordinatorin für die Freiwilligenarbeit: „Ein großes Problem beim Flüchtlingsthema sind die gegenseitige Information und Kommunikation. Da haben wir viele Reibungsverluste und Parallelstrukturen.“

Von Heinz Helwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg