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Potsdam-Mittelmark 800 Jahre altes Kindergrab entdeckt
Lokales Potsdam-Mittelmark 800 Jahre altes Kindergrab entdeckt
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02:15 17.07.2017
Die Sanierungsarbeiten an der Kirche sind noch nicht abgeschlossen. Quelle: Christiane Sommer
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Bad Belzig

Dieser Tage sorgte der Fund einer alten Grabgrube auf dem Bad Belziger Bricciusfriedhof für Aufsehen. Für kurze Zeit bremste er sogar den Fortgang der Sanierungsarbeiten an der Kirche aus.

Aber der Reihe nach: Eigentlich waren Bauarbeiter damit beschäftigt, einen neuen Elektroanschluss am hinteren Giebel zu verlegen. Schachtarbeiten waren dafür erforderlich. Dabei wurden direkt unter dem Fundament des Gotteshauses in nur knapp 80 Zentimetern Tiefe zwei Grabgruben entdeckt. In einer derselben konnte der Bad Belziger Archäologe Thomas Langer das fast vollständig erhaltene Skelett eines fünf bis sechs Jahre alten Kindes freilegen, das vor 700 bis 800 Jahren dort bestattet wurde.

Gleich zwei neue Erkenntnisse über die Stadtgeschichte

Der Fund bescherte jedoch nicht nur ein neues Puzzlestück die Stadtgeschichte betreffend, sondern gleich zwei. Einerseits kann mit den entdeckten Gräbern unter dem Fundament belegt werden, dass der Bricciusfriedhof bereits im 12. Jahrhundert als Bestattungsfläche genutzt wurde und andererseits, dass die heutige, aus dem frühen 14. Jahrhundert stammende Kirche, einen Vorgängerbau gehabt haben muss.

Der Fundort wurde sorgfältig vermessen. Quelle: Thomas Langer

Thomas Langer verweist in diesem Zusammenhang auf baugeschichtliche Erkenntnisse aus Flämingdörfern wie Haseloff, wo belegt werden konnte, dass die heutige Feldsteinkirche einen kleineren, hölzernen Vorgängerbau hatte. Die steinerne Kirche war vor Jahrhunderten einfach um die vorhandene herumgebaut worden. „Es wäre ein Wunder, wenn es in diesem Fall nicht so wäre“, bemerkt Langer. Er sieht darin auch die Antwort auf die Frage, warum unter dem Fundament der Bricciuskirche alte Gräber entdeckt wurden.

Weitere Grabungen im Inneren sind nicht vorgesehen

Entsprechende Grabungen im Inneren, die die Erkenntnis weiter untermauern könnten, sind nicht vorgesehen. Ebenso nicht die anthropologische Untersuchung der Gebeine. Nach der Dokumentation der Fundstellen wurden die Grabgruben in Übereinkunft mit dem Brandenburgischen Landesamt für Archäologie in Wünsdorf (Teltow-Fläming) wieder sorgfältig verschlossen, so dass die Sanierungsarbeiten fortgesetzt werden konnten.

Aber auch ohne eine weitere Untersuchung unterstreicht der Fund nach Einschätzung des Experten die besondere Bedeutung der Stadt in jener Zeit. So folgte die Bestattung des Kindes christlichen Regeln. Die Lage des Leichnams mit dem Kopf nach Westen und den Füßen nach Osten wird als Beleg dafür gedeutet. Aufgewachsen sein dürfte es in einem der vier Sandberger Rittergüter. Thomas Langer ist sich sicher, dass der Begräbnisplatz auf dem Bricciusberg Menschen von höherem Stande, wie es die Burgmannen waren, vorbehalten war.

Erstmals 1361 erwähnt

Die schriftliche Ersterwähnung der Bricciuskirche erfolgte 1361.

In jenem Jahr stifteten die Brüder Kuno und Rudolf von Oppen für die Kirche einen Marienaltar.

Vor zwei Jahren hat die umfangreiche und in mehrere Bauabschnitte eingeteilte Sanierung des Gotteshauses begonnen.

Im Zusammenhang mit den weiteren Sanierungsarbeiten erhofft sich der Fachmann, der gemeinsam mit Restaurator Udo Drott für die wissenschaftliche Baubegleitung verantwortlich zeichnet, weitere spannende Erkenntnisse. Am bevorstehenden Wochenende wird jedoch erst einmal eine Ehe in der Bricciuskirche besiegelt – obwohl dieselbe augenblicklich im Innen- und im Äußeren noch einer Baustelle gleicht. „Wir haben bis dahin noch allerhand zu tun“, bemerkt Gerd Pohl vom Förderkreis Bonte-Friedheim-Lochow“, der für die Sanierung des Gemäuers verantwortlich zeichnet.

Von Christiane Sommer

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