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Potsdam-Mittelmark 850 Bäume fallen für ein Windrad
Lokales Potsdam-Mittelmark 850 Bäume fallen für ein Windrad
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18:25 07.10.2016
Winfried Ludwig (l.) und Andreas Struck mit Trauerschleife. Quelle: J. Steglich
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Beelitz

20 Aktivisten der Initiative Waldkleeblatt – Natürlich Zauche haben mit einer Trauerschleifen-Aktion gegen die Aufstellung von Windrädern in einem Wald zwischen Reesdorf und Beelitz protestiert. Sie banden die Trauerschleifen um Kiefern, die 200 Meter hohen Windkraftanlagen weichen sollen. Auf zwei Traueranzeigen stand zudem: „Wir nehmen Abschied von tausenden Bäumen im Wald der Reesdorfer Heide, die zum Schaden für Mensch und Umwelt einer fatalen Energiepolitik der Bundes- und Landesregierung geopfert werden sollen.“

12 Windräder sind bereits genehmigt

Für zwölf Windräder der Firma Juwi aus Wörrstadt (Rheinland-Pfalz) gibt es bereits eine Genehmigung vom Brandenburger Landesumweltamt. Für weitere neun Windräder – darunter sieben der Forst Reesdorf Projekt GbR – steht eine Genehmigung kurz bevor, sagte Winfried Ludwig, Vorsitzender des Waldkleeblatt-Vereins, in dem sich vier Bürgerinitiativen der Region zusammengeschlossen haben. „Pro Windrad müssen etwa 850 Bäume gefällt werden“, sagte er. Bei 21 beantragten Windrädern wären das 17 850 Bäume. „Eigentlich müssten zusätzlich noch Brandschutzschneisen geschlagen werden. Da bleibt vom Wald nicht mehr viel übrig“, so Ludwig. Seine Initiative kämpft seit Jahren gegen Windräder im Wald. Er nennt es verfehlte Energiepolitik, wenn im Namen des Klimaschutzes klimaschützende Wälder geopfert werden.

Waldkleeblatt, Stadt und Klinik legen Widerspruch ein

Juwi hat für die zwölf bewilligten Windräder den Antrag auf sofortigen Vollzug der Genehmigung gestellt, gegen den die Stadt Beelitz, die Waldkleeblatt-Initiative und die Recura-Kliniken in Heilstätten Widerspruch einlegten. Der Widerspruch liegt zur Entscheidung beim Landesumweltamt. Wird er negativ beschieden, wollen Stadt, Initiative und Kliniken gegen die Genehmigung und gegen ihren sofortigen Vollzug klagen.

Die Kliniken fordern zum Schutz der Patienten insbesondere vor Infraschall einen Mindestabstand von 3000 Metern zwischen Krankenhaus und Windrädern. Derzeit sind 1500 Meter geplant. Die Bürgerinitiative geht mit ihrer Forderung weiter: „Wir wollen aus Gründen des Umwelt- und Menschenschutzes, dass in dem Wald kein Windrad aufgestellt wird. Steht erst einmal eins, ist die Sache verloren.“

Beelitz hat einen Trumpf in der Hand

Die Stadt Beelitz hat in der Auseinandersetzung noch einen Trumpf in der Hand. Um die Windräder in der Reesdorfer Heide (Windeignungsgebiet 25) errichten zu können, muss das Areal erschlossen werden. Die Firma Juwi braucht dafür die Stadt, die Wegerecht über kommunales Gelände einräumen müsste. Beelitz verweigert bisher die Unterzeichnung eines Gestattungsvertrags.

Klagerecht soll eingeschränkt werden

Die Protestaktion der Waldkleeblatt-Initiative richtete sich auch gegen Pläne der Bundesregierung, Umweltverträglichkeitsprüfungen wegfallen zu lassen. Diese Prüfungen sind etwa bei der Errichtung von Windrädern oder Tiermastanlagen erforderlich. Außerdem soll laut Initiativen-Chef Winfried Ludwig das Klagerecht von Umwelt- und Naturschutzverbänden eingeschränkt werden. Die Initiative Waldkleeblatt ist ein anerkannter Umweltverband, der Klagerecht hat.

Von Jens Steglich

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