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90 Sänger führen Canto General und Sirtaki auf

Kleinmachnower Chorgroßprojekt 90 Sänger führen Canto General und Sirtaki auf

Der Kultraum-Verein bringt in diesem Jahr als traditionelles Großprojekt die weltbekannte Musik von Mikis Theodorakis zu den Texten Pablo Nerudas auf die Bühne. Fünf Teile aus dem umfangreichen Werk über die Entstehungsgeschichte Lateinamerikas werden am 4. Oktober in Kleinamchnow zu hören sein.

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Eindrucksvoll war schon das erste Chorprojekt 2012, als Carl Orffs „Carmina Burana“ in Kleinmachnow aufgeführt wurde.

Quelle: Privat/Krause/Latzke

Kleinmachnow. Er wurde verboten, gefoltert und inhaftiert. Er ist ein Streiter für Demokratie, Gerechtigkeit und Sozialismus und wird in Griechenland verehrt wie ein Popstar. Auch in der DDR war der griechische Komponist Mikis Theodorakis (90) so etwas wie ein Held. Weltweit berühmt wurde er mit dem „Sirtaki“, getanzt von Anthony Quinn, in dem Film „Alexis Sorbas“. Jetzt bringt der Projektchor des Kultraum-Vereins Kleinmachnow Theodorakis’ großes Werk, den Canto General, auf die Bühne. Der Canto General ist ein Oratorium für zwei Solostimmen, gemischten Chor und Orchester auf Texte aus dem Gedichtzyklus Canto General („Der große Gesang“) des chilenischen Dichters Pablo Neruda.

Der fast 90-köpfige Kultraum-Projekt-Chor wird mit Gästen aus der ganzen Bundesrepublik am 4. Oktober um 18 Uhr in der Turnhalle der Berlin Brandenburg International School auf dem Seeberg singen. Bereits 2012 hatte er mit der Aufführung der „Carmina Burana“ und 2013 mit dem Mozart-Requiem für Furore gesorgt. „Es gibt so etwas wie einen Canto-Chortourismus“, sagt Christiane Heinke. Die 49-jährige Mezzosopranistin lebt seit 2001 in Kleinmachnow und hatte mit Gleichgesinnten 2009 den Verein „Kultraum“ gegründet. Neben Kleinkunstveranstaltungen im Landarbeiterhaus gehören die Chorgroßprojekte zu den Höhepunkten. Als Dirigent im Bunde ist der Vater der Vereinschefin, Claus-Ulrich Heinke (71). Der Theologe und Dirigent aus Hildesheim hat bereits Erfahrungen mit dem Canto General und 2011 Theodorakis sogar in Griechenland besucht.

Dirigent Claus-Ulrich Heinke (l

Dirigent Claus-Ulrich Heinke (l. besuchte im Jahr 2011 den Komponisten Mikis Theodorakis in Griechenland.

Quelle: Sebastian Latzke

Christiane Heinke kannte das umfangreiche Werk „recht wenig“, wie sie gestand, „aber je mehr wir geprobt haben, desto begeisterter war ich. Es ist eine tolle Musik und sehr anspruchsvoll für einen Chor“, sagt sie. Das etwa zweistündige Konzert wird fünf Teile aus dem Canto General bringen. Schauspieler Günther Barton, der ebenfalls in der Gemeinde lebt, übernimmt die deutsch-lyrische Übertragung der Texte und stellt eine Rezitation von Heinrich Böll voran. Besonders bemerkenswert: Es gibt von sieben Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren eine kompositorische Uraufführung über die Texte von Neruda. In einem Workshop entstand „Ten Minutes with Neruda“.

Dem Projekt-Chor gehören (hauptsächlich) Frauen und Männer zwischen 45 und 70 Jahren an, die meisten aus der Teltower Region. Es gab drei Workshop-Wochenenden. Geprobt wird seit Juni. Seit der „Carmina“ gibt es bereits einen großen Chor-Stamm. „Immer gesucht werden Tenöre“, wirbt die Sängerin, die 2006/07 ihre Bühnenkarriere beendet hat. Seit 2001 unterrichtet sie an der Kreismusikschule Gesang und hat jetzt einen Lehrauftrag an der Universität der Künste Berlin, Gesang für Kirchenmusiker, inne.

Die Wahl des „Canto General“ zum 25. Jubiläum der Deutschen Einheit habe nun durch die Flüchtlingskrise auf der Welt eine neue Dimension bekommen. „Die Lage stellt mehr denn je den aktuellen Bezug zur Musik her. Erschreckend!“, so Heinke. Man bekenne sich als Veranstalter ganz klar zu einer Willkommenskultur. Deshalb gehen von jedem Ticket und jedem Getränk am 4. Oktober auch je 1 Euro an die Flüchtlingshilfe im Ort. 30 Karten wurden bereits an die beiden Heime in Teltow und Stahnsdorf verteilt; alle Flüchtlinge haben freien Eintritt.

Kontakt: www.kult-raum.de

Der große Gesang

Der Canto General (deutscher Titel: Der große Gesang) ist ein Gedichtzyklus des chilenischen Dichters Pablo Neruda (1904-1973) über den Kampf Lateinamerikas gegen den Kolonialismus. Neruda begann 1938 und das vollendete Werk erschien 1950 in Mexiko, wo Neruda von 1949 bis 1952 im Exil lebte.

Der Gedichtzyklus besteht aus 15 Abschnitten, 231 Gedichten, umfasst mehr als 15 000 Zeilen und erhebt den Anspruch, eine Geschichte/Enzyklopädie des gesamten hispanoamerikanischen Subkontinents zu sein. Von der Erschaffung Lateinamerikas, über Flora und Fauna, das Auftreten des Menschen, die Eroberung durch die Konquistadoren, die Befreiungskämpfe und die Hoffnung auf Unabhängigkeit.

Eine poetisch-musikalische Adaption wurde 1970 von der chilenischen Gruppe Aparcoa mit Neruda erarbeitet; sie wurde 1970 in Santiago uraufgeführt und danach in vielen Ländern auf LP gepresst; 1974 in der DDR.

Von 1970 bis 1981 wurden Teile des Zyklus’ vom griechischen Komponisten Mikis Theodorakis zum Oratorium Canto General für zwei Solostimmen, Chor und Orchester verarbeitet.

Von Claudia Krause

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